Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen

Redaktion am 18.07.2016

"Humorvoller Einstieg in ein komplexes und ernstes Thema"

17 Lehrende testeten über mehrere Monate das bpb-Bildungsmaterial Mit Satire gegen Rechtsextremismus. Im Fokus stand die Frage: Eignet sich Satire dafür, das ernsthafte Thema Rechtsextremismus im Unterricht zu behandeln? Lesen Sie hier, wie das Ergebnis der Testerinnen und Tester ausfällt.

Daumen hoch für das Bildungsmaterial zu "mit Sartire gegen Rechtsextremismus"U.S. Department of Agricultures/ Flickr/ bearbeitet Lizenz: cc by/2.0/de

Das Material Mit Satire gegen Rechtsextremismus umfasst 15 Video-Clips mit einer Länge von jeweils drei bis vier Minuten. Diese stammen aus dem Format "Neuste Nationale Nachrichten" der NDR-Satire-Sendung "extra3", in welchem einige Filmaufnahmen von Reden Adolf Hitlers neu vertont wurden. Ziel ist es, das Handeln von Nationalsozialisten und Rechtsextremisten auf ironische Weise zu spiegeln. Neben den Redeausschnitten enthält das Material filmische Sequenzen aus dem nationalsozialistischen Propagandafilm "Triumph des Willens" von Leni Riefenstahl, der 1935 veröffentlicht wurde.

Zu diesen Sequenzen und Clips hat die bpb didaktisches Begleitmaterial erstellt. Es enthält neben Basisinformationen zu den Themen Rechtsextremismus und Satire zusätzlich Arbeitsblätter als Kopiervorlagen sowie Planungsinformationen für die pädagogischen Fachkräfte, in denen Hintergrundinformationen sowie didaktische und methodische Hinweise bereitgestellt werden. Die jeweiligen Themenfelder der Filmclips können so vertiefend in etwa 45 Minuten bearbeitet werden.

Primär wurde das Material der bpb für Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe I erstellt. Allerdings nahmen am Ausprobiert-Test auch Lehrende und Lernende aus anderen Bereichen teil. Dazu zählten Einrichtungen der Erwachsenenbildung und der Jugendhilfe, zudem Hochschulen, Integrationskurse sowie Lehrende mit Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe II. Das bpb-Material kam in erster Linie in den Unterrichtsfächern Politik, Religion, Deutsch und Geschichte zum Einsatz.

Schwierigkeitsgrad unterschiedlich bewertet

Von den Lehrenden wurde angeregt, vor Beginn der Unterrichtseinheit mehr Hintergrundwissen über die NPD und das nationalsozialistische Gedankengut zu vermitteln, da bei einigen Lernenden auffiele, dass ihnen Wissen "im historischen und politischen Bereich" fehle. Die Gestaltung des Materials wurde von einem Großteil der Lehrenden als grafisch ansprechend, benutzerfreundlich und geeignet für den jeweiligen Lehrplan beurteilt.

Ein häufig angesprochener Kritikpunkt war der Schwierigkeitsgrad des Materials. Dabei wurde entweder ein zu hoher oder zu niedriger Schwierigkeitsgrad diagnostiziert. Zum Teil merkten Lehrende fehlende Untertitel, das hohe Sprachniveau und die mangelnde Ausarbeitung von Hintergrundwissen an. Für andere Lehrende aus der Sekundarstufe II und der Erwachsenenbildung waren die Aufgaben wiederum zu einfach gestaltet.

Hohe Aktualität und Relevanz

Insgesamt wollen fast alle Lehrenden das Material wieder in ihrem Unterricht einsetzen. Es schaffe viele Anlässe zu einer kritischen Reflexion und ermögliche ein eigenverantwortliches, individuelles Lernen. Da das Material "satirisch ansprechend und (…) auch sehr unterhaltsam dargeboten" wird, würden Schülerinnen und Schüler zum Lernen motiviert.

Einem Lehrenden zufolge bietet das Material einen "unerwarteten, humorvollen Einstieg in ein komplexes und ernstes Thema". Nicht zuletzt wurden auch die Aktualität und die Relevanz des Themas als wichtig eingestuft.

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