Deutsche Bundesbank

Die D. B. ist die autonome, d. h. von politischer Einwirkung unabhängige dt. Zentralbank. Sie wurde 1957 nach Art. 88 GG mit Sitz in Frankfurt a. M. gegründet und ist Nachfolgerin der »Bank deutscher Länder« (1949–1957). Zentrale Aufgabe der D. B. ist es, als nationale Zentralbank die gemeinsame Geldpolitik des Europäischen Systems der Zentralbanken durchzuführen und dabei insb. den Geldumlauf und die Kreditversorgung der Wirtschaft zu regeln, dabei die Stabilität der Währung zu gewährleisten sowie den in- und ausländischen Zahlungsverkehr abzuwickeln. Zur Wahrnehmung dieser Aufgaben steht ihr ein umfangreiches geld- und kreditpolitisches Instrumentarium zur Verfügung.

Die D. B. verlor Ende 2001 ihre ehemalige Monopolstellung. Seit 2002 ist sie und die Europäische Zentralbank (EZB) zur Ausgabe von Banknoten berechtigt, wobei die Europäische Zentralbank allerdings das ausschließliche Recht hat, die Ausgabe von Banknoten innerhalb des Währungsraums des Euros zu genehmigen. Auf nationaler Ebene ist die D. B. weiterhin »Bank der Banken« (d. h. sie stellt Geldinstituten Kredite zur Verfügung), verwaltet die dt. Währungsreserven (z. B. in US-$ und Gold), dient als Hausbank des Staates (d. h. des Bundes und eingeschränkt auch der Länder; darf jedoch staatlichen Stellen keine Kredite gewähren) und bringt nach Genehmigung der Europäischen Zentralbank Münzen in Umlauf, die der Bund ausgeben darf. Gewinne und Verluste der D. B. erhält (bzw. trägt) der Bund.

Die Organe der D. B. sind: a) der Vorstand, der aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und sechs weiteren Mitgliedern besteht und die D. B. leitet und verwaltet, b) neun Hauptverwaltungen, geleitet von je einem Präsidenten, der dem Vorstand der D. B. unterstellt ist, sowie c) 47 Filialen, die den Hauptverwaltungen unterstehen.

Siehe auch:
Geld- und Kreditpolitik
Stabilität
Währung
Europäische Zentralbank (EZB)
Recht
Euro
Staat
Wirtschaftspolitik

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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