Inhaltsbeschreibung
Die wachsende Vermögensungleichheit in Deutschland sei nicht nur ungerecht, sondern gefährde auch die Demokratie, argumentiert die Politikwissenschaftlerin Martyna Linartas. Sie führe zu Polarisierung und einer ungleichen Verteilung von politischem Einfluss. In der Folge wendeten sich ärmere Menschen und mittlerweile auch Angehörige der Mittelschicht von den etablierten Parteien ab und suchten Zuflucht bei extremistischen Positionen. Reiche verursachten zudem überproportionale Klimaschäden.
Deutschland entfernt sich immer deutlicher vom Ideal der Leistungsgesellschaft. Während im Jahr 1970 rund 22 Prozent der Vermögen aus Erbschaften und Schenkungen herrührten, betrug 2010 der Anteil des nicht selbst verdienten Vermögens mehr als 50 Prozent. Linartas zeigt auf, mit welchen Argumenten Steuern auf Erbschaften, Schenkungen und Vermögen in der Bundesrepublik zu unterschiedlichen Zeitpunkten erhöht und gesenkt wurden und diskutiert zur Reduzierung der Ungleichheit die Möglichkeit eines Grunderbes für alle.