Inhaltsbeschreibung
Schon in wenigen Jahren wird Indien, hinter den USA und China, voraussichtlich die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt sein. Der Aufstieg Indiens wird durch seine stabile demografische Entwicklung, den erfolgreichen Ausbau der Infrastruktur, aber auch seine geopolitische Lage begünstigt. Seit 1980 wuchs die jährliche Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung um durchschnittlich sieben Prozent, und zugleich hat sich die Bevölkerung auf über 1,4 Milliarden Menschen mehr als verdoppelt. Die Zahl und der Reichtum der indischen Millionäre und Milliardäre nehmen zu, und die Lebenssituation von ärmeren Bevölkerungsgruppen hat sich deutlich gebessert. Dennoch leben nach Angaben der Weltbank weiterhin etwa fünf Prozent der indischen Bevölkerung in absoluter Armut. Konflikte mit Nachbarstaaten, insbesondere mit Pakistan und China, und zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, in erster Linie zwischen nationalistisch eingestellten Hindus und der muslimischen Minderheit, prägen die indische Politik.
Der Ökonom Heribert Dieter untersucht die aktuellen Herausforderungen der indischen Wirtschafts- und Außenwirtschaftspolitik und berücksichtigt dabei auch die indische Geschichte sowie die Nachwirkungen der britischen Kolonialherrschaft. Unter Premierminister Narendra Modi verfolge die indische Regierung, so Dieter, eine deutlich selbstbewusstere Politik, die das Selbstverständnis einer aufstrebenden Großmacht hervorhebe und mit vielen Erfolgen die Wirtschaft konsolidiere und modernisiere.