Inhaltsbeschreibung
In zahlreichen Ländern der Sahelregion haben in den vergangenen Jahren Militärjunten gewählte Regierungen gestürzt, die Zusammenarbeit mit westlichen Bündnispartnern aufgekündigt und die Kooperation mit russischen Akteuren intensiviert. Demonstrantinnen und Demonstranten drückten auf der Straße lautstark ihre Unterstützung für diesen Kurs aus. Wie ist es dazu gekommen, dass viele Menschen in der Region derart enttäuscht vom Westen sowie ihren eigenen Regierenden sind, dass sie ihre Hoffnung auf nicht gewählte Offiziere setzen und den Schulterschluss mit autoritären Staaten suchen?
Der Journalist Issio Ehrich ist durch die Länder des Sahels gereist und hat mit vielen Menschen vor Ort gesprochen. Er lässt jene zu Wort kommen, deren Perspektiven in der Berichterstattung hierzulande vielfach durch interessengeleitete und eurozentrische Blickwinkel überlagert würden. Ehrich legt dar, dass europäische Mächte – allen voran die ehemalige Kolonialmacht Frankreich – über viele Jahrzehnte korrupte und unbeliebte Regime gefördert hätten, die nicht in der Lage gewesen seien, die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern. Selbst mit Unterstützung durch westliche Staaten und die internationale Gemeinschaft sei es nicht gelungen, elementare Sicherheit insbesondere vor dschihadistischem Terrorismus zu gewährleisten. Die Aufstände richteten sich, so Ehrich, nicht zuletzt gegen eine Ordnung, in der ehemalige Kolonialmächte weiterhin Einfluss ausübten und die dem Bedürfnis der Menschen nach Selbstbestimmung nicht gerecht geworden sei...