Inhaltsbeschreibung
Am 4. Februar 2022, wenige Wochen vor Beginn des russischen Großangriffs gegen die gesamte Ukraine, verkündeten die Staatspräsidenten Xi Jinping und Wladimir Putin die „grenzenlose Freundschaft“ ihrer beiden Länder. Seitdem ist viel von einer Allianz der autoritären Großmächte China und Russland die Rede, welche die von liberalen Demokratien des Westens geprägte, regelbasierte Weltordnung herausfordere. Wie ist es zu diesem strategischen Bündnis gekommen, und ist dieses tatsächlich so unverbrüchlich, wie vielfach nahegelegt wird?
Die Historiker Sören Urbansky und Martin Wagner blicken zurück auf die russisch-chinesischen Beziehungen seit ihren Anfängen im 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Sie zeichnen nach, wie aus zwei imperialen Kaiserreichen, die bei ihrer Expansion in Zentral- und Ostasien in territoriale Konkurrenz zueinander gerieten, im 20. Jahrhundert kommunistische Diktaturen wurden, die zunächst ihre „sozialistische Bruderschaft“ beschworen. Dieses Bündnis schlug jedoch bald darauf in Feindschaft um, die sich in den 1960er-Jahren kurzzeitig sogar militärisch zuspitzte. Die Autoren machen deutlich, dass die Geschichte beider Großmächte von sich abwechselnden Phasen der Kooperation und Konfrontation geprägt war – und dabei stets von tieferem Misstrauen grundiert blieb.