Inhaltsbeschreibung
Auf dem Weg zu gerechteren Verhältnissen in Beruf und Gesellschaft scheint hierzulande viel erreicht und angestoßen: Gesetze und Institutionen sollen sicherstellen, dass niemand geschlechtsspezifisch diskriminiert wird. Doch wie steht es im Berufsalltag von Frauen und Männern tatsächlich um die Gleichstellung der Geschlechter?
Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer setzen sich unter anderem als Coaches mit männlichen Rollenbildern und deren Folgen für Geschlechtergerechtigkeit auseinander. Vielen Männern, so ihr Befund, falle es mangels eigener Erfahrung von Sexismus und Diskriminierung schwer, sich für das Thema zu öffnen oder es als Problem wahrzunehmen. Andere stünden massiv unter dem eigenen oder zugeschriebenen Erwartungsdruck ihrer Rolle als Mann. In manchen Männern löse die Debatte über Geschlechtergerechtigkeit Angst, Abwehr oder Aggression aus. Zugleich wünschen sich viele jüngere wie ältere Männer im Stillen ein gleichberechtigtes Arbeitsumfeld oder mehr Zeit für die Familie, ohne dadurch beruflich an Respekt und Wertschätzung einzubüßen.
Die Autoren zeigen, welche Denkmuster und Strukturen in der Arbeitswelt Veränderungen hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit behindern und wie diese, zumal von Männern in Führungspositionen, mit Erfolg aufgebrochen werden können. Es gehe darum, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass alle profitieren würden, wenn Sexismus zurückgedrängt, das eigene Rollenbild hinterfragt und den beruflichen und sozialen Interessen von Männern und Frauen besser entsprochen werde.