Inhaltsbeschreibung
Wirtschaftliche Rivalitäten ziehen sich durch die Weltgeschichte und gewinnen wieder zunehmend an Sichtbarkeit. Getrieben wurden sie seit jeher von der Suche nach lukrativen Rohstoffen und der Konkurrenz um den Zugang zu Handelswegen und Märkten. Rivalitäten seien der Normalzustand, so der Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe. Je nachdem wie sie wahrgenommen und behandelt wurden, entstand aus ihnen ein produktiver wirtschaftlicher Wettbewerb – oder es kam zu gefährlichen Konfrontationen. Vor allem dann würden sie gefährlich, wenn sie die Regeln der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit – letztlich zum Nachteil aller – zerstörten. Plumpe zeigt, wie die Entstehung von Nationalstaaten, das Zeitalter des Kolonialismus und die bipolare Weltordnung des Kalten Kriegs von Rivalität und teils kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt wurden, bis hin zur stark vernetzten Welt der Gegenwart. Dabei geht Plumpe auf besondere historische Phasen seit den Anfängen der Globalisierung ein, über die Pax Britannica und dem auf sie folgenden Zerfall der Weltwirtschaft während der zwei großen Weltkriege, bis hin zur Pax Americana der Nachkriegszeit, die zumindest innerhalb der westlichen Welt eine Weile Stabilität brachte.
Doch, wie Plumpe darlegt, neige sich die seit Ende des Kalten Krieges geltende, von den USA dominierte Weltordnung ihrem Ende zu, was sich neben Kriegen nicht zuletzt auch an sich verschärfenden Handelskonflikten, vor allem mit China und Russland, aber auch an der aggressiven Zollpolitik Donald Trumps gegenüber zahlreichen anderen Ländern zeige. Ordnungen, im Sinne von gegenseitig akzeptierten Regeln über den Umgang mit Rivalitäten, seien unerlässlich für die internationale Kooperation, bedürften aber auch ständiger Erneuerung, um weiter zu funktionieren – und letztlich Wirtschaftskriegen vorzubeugen.