Inhaltsbeschreibung
Demokratien erscheinen heute als fragil, während Diktaturen den Ruf der Stabilität genießen. Doch dieser Eindruck sei trügerisch: Wie der Politikwissenschaftler Marcel Dirsus darlegt, befinden sich Diktatoren in aller Regel in permanenter Sorge um ihren Machterhalt und damit oft sogar um ihr Leben. Sie würden sorgfältig darauf achten, anderen Akteuren nicht zu viel Einfluss zu übertragen, seien zur Stabilisierung ihrer Herrschaft jedoch zugleich auf mächtige Unterstützer angewiesen.
Anhand zahlreicher historischer und aktueller Beispiele veranschaulicht Dirsus, wie Diktatoren mit diesem Dilemma umgehen, welche Strategien sie zur Sicherung ihrer Macht einsetzen, aber auch, welche Möglichkeiten und Erfolgsbedingungen für Protest und Widerstand bestehen. Der Autor verdeutlicht, wie demokratische Mächte auf diktatorische Regime einwirken können, etwa durch Sanktionen, diplomatischen Druck oder die Unterstützung von Oppositionsbewegungen. Zugleich weist er auf die Grenzen äußerer Interventionen hin. Der entscheidende Faktor für das Fortbestehen oder den Zusammenbruch eines diktatorischen Regimes liege im Innern des Landes, insbesondere in der Machtelite. Wenn hochrangige Militärs, Parteifunktionäre oder andere Schlüsselakteure das Vertrauen in den Diktator verlieren, gerate seine Herrschaft ernsthaft in Gefahr. Doch auch nach dem Sturz eines Diktators sei der Weg zu einer stabilen Demokratie keineswegs vorgezeichnet. Der Erfolg eines Übergangs hänge von verschiedenen Faktoren ab, nicht zuletzt von Akteuren, die sich beharrlich für diesen Wandel einsetzen.