Inhaltsbeschreibung
Alle drei monotheistischen Religionen betrachten Jerusalem als heilige Stadt. An diesem Ort bekämpften sie sich immer wieder, lernten aber auch voneinander und entwickelten sich nicht zuletzt durch ihre gegenseitigen Einflüsse immer weiter. In ihrer Graphic Novel erzählen der Historiker Vincent Lemire und der Zeichner Christophe Gaultier die viertausendjährige Geschichte Jerusalems, indem sie Akteure und Zeugen zu Wort kommen lassen, die im Laufe der Jahrhunderte in Jerusalem gelebt oder dort, etwa als Kaufleute oder Eroberer, Station gemacht haben. Sowohl die Machtkämpfe zwischen den antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Großmächten wie auch biblische und koranische Erzählungen fließen dabei ein.
Ab 1917 fiel die Stadt unter die britische Kolonialherrschaft, die nach einem Bürgerkrieg zwischen Juden und Palästinensern mit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 endete und unmittelbar in militärische Auseinandersetzungen mit den arabischen Anrainerstaaten mündete. Seither ist die Stadt zwischen jüdischen und palästinensischen Gebieten geteilt und geprägt durch massive politische und religiöse Konflikte. Wie die Geschichte mehrfach zeigte, so die Autoren, sei jede Periode der Toleranz durch eine der Eiferer verdrängt worden – doch alle, die die exklusive Kontrolle über die Stadt an sich zu reißen versuchten, hätten sie schließlich verloren.