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Telekommunikation | Anthropozän | bpb.de

Telekommunikation Festnetzleitungen seit 1950, Mobilfunkverträge in Milliarden seit 1980

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Das Anthropozän ist das Zeitalter der digitalen Kommunikation. Der am schnellsten wachsende Trend zeigt sich im Anstieg von Mobilfunkverträgen und ist beispielhaft für die heutige globalisierte Vernetzung. In der kommenden Dekade wird sich die Zunahme voraussichtlich vor allem in Afrika und Asien fortsetzen.

Einführung

Als Telekommunikation wird jeglicher Austausch von Informationen über eine räumliche Distanz hinweg bezeichnet. Die Erfindung des Telefons im 19. Jahrhundert ermöglichte erstmals die Fernübertragung von Tönen und speziell von Sprache mittels elektrischer Signale und damit ohne größeren Zeitverlust. Mit dem allmählich einsetzenden Erfolg dieser Erfindung wurde im 20. Jahrhundert über Jahrzehnte ein immer größer werdendes und schließlich globalen Umfang erreichendes Telefonnetz gesponnen, dessen Nutzung die Telekommunikation im 20. Jahrhundert grundlegend veränderte.

Die globale Verbreitung der mobilen digitalen Telekommunikation mittels Handy und später via Smartphone, die mit der Verbreitung der Internets einhergeht, verlief zu Beginn des 21. Jahrhunderts deutlich schneller, innerhalb von nur wenigen Jahren.

Historische Entwicklung

Die steilste Kurve aller hier dargestellten sozioökonomischen Trends ist die Zunahme von Mobilfunkverträgen seit den 1990er Jahren. Während die Zunahme der Festnetzverträge von 1950 an sich weitgehend auf die OECD-Länder beschränkt, zeigt die Entwicklung seit den 1990er Jahren ein Überspringen dieser Technologie in den BRICS- und übrigen Ländern. Heute existieren etwa gleich viele Mobilfunkverträge, wie es Menschen auf der Erde gibt.

Etwa 3% der weltweiten → Energienutzung entfallen heute allein auf die Infrastruktur für Mobilfunk, Festnetz und Internet.

Die digitale Revolution

Das Anthropozän ist das Zeitalter der digitalen Kommunikation. Ähnlich wie die industrielle Revolution einen Wandel von fast allen Lebensbereichen (von der Agrargesellschaft hin zur Industriegesellschaft) mit sich gebracht hat, ist es seit dem Ausgang des 20. Jahrhunderts die Digitalisierung der Informations- und Kommunikationstechnik, die als digitale Revolution bezeichnet wird.

Die nahezu vollständige Digitalisierung der weltweit gespeicherten Informationen wurde um 2007 erreicht. Diese Entwicklung hat zu einer Informationsexplosion geführt. Die weltweiten Telekommunikations- und Informationsspeicherkapazitäten pro Kopf wuchsen in den zwei Jahrzehnten zwischen 1986 und 2007 etwa sechs mal schneller als die Weltwirtschaft.

Wertvolle Alt-Geräte in der Schublade

In Deutschland haben sich nach Herstellerangaben ca. 86 Millionen alte oder defekte Handys angesammelt (Stand 2012). Damit verbleibt ein unvorstellbar großer Schatz an wertvollen Rohstoffen, wie die Metalle wie Indium, Tantal oder die "seltenen Erden" wie Cer oder Neodym ungenutzt in den Schubladen.

Das Problem gerade dieser Rohstoffe: Sie kommen zumeist nur jeweils in kleinen Mengen in weit verstreut lagernden Mineralien vor. Die Aufbereitung dieser Metalle verursacht durch die dafür benötigte Energie und eingesetzten Chemikalien immense Umweltschäden.

Um den Abbau dieser Elemente zu reduzieren, gibt es zwei Möglichkeiten: die längere Nutzungsdauer eines Handys bzw. Smartphones und Recycling.

Fussnoten

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