beleuchteter Landschaftspark Duisburg Nord am Abend

Redaktion Bundeskongress am 09.12.2014

Sektion 1: Arm und Reich - Soziale Ungleichheit

Der Stand eines Bettlers in Köln mit einem Eimer für Geld und einem Plakat 'Bitte um Kleinigkeit da zu wenig Rente. (© picture alliance / JOKER )
Eine meritokratische Gesellschaft wie die Deutschlands trägt das Versprechen in sich, dass Leistung und Arbeit ausschlaggebend für Einkommen und sozialen Status sind, nicht Abstammung oder ererbtes Kapitalvermögen. Die öffentlichen Diskussionen darüber, dass die Verteilung von Bildungschancen sehr stark von der Herkunft abhängt, werden nach wie vor intensiv geführt. So wurde Deutschland zuletzt u.a. von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für sein undurchlässiges Bildungssystem, das Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund oder aus sozial schwachen Familien benachteiligt, kritisiert. Darüber hinaus besteht eine an Intensität wachsende Kontroverse darüber, ob auch unser Wirtschaftssystem weniger den Leistungsfähigen belohnt, als vielmehr denjenigen mit hohem Kapitalvermögen.

Dass sich die Kluft zwischen Arm und Reich potenzieren könnte, deutet sich etwa mit Blick auf die Entwicklung der Gehälter der DAX-Vorstände an, die in den vergangenen 25 Jahren im Verhältnis zu den Angestelltengehältern proportional stärker gestiegen sind: War das Verhältnis vor 25 Jahren 20 zu 1, so ist es heute 200 zu 1. Manche Kommentatoren des Zeitgeschehens äußern ihre Verwunderung darüber, dass die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich zu keinerlei öffentlichen Protesten führt. Im Gegenteil, es verfestige sich der Eindruck, dass sich diejenigen, die am stärksten von sozialem Abstieg betroffen sind, aus dem gesellschaftlichen und politischen Leben zurückzögen. Als Indizien werden eine sinkende Wahlbeteiligung und fehlendes zivilgesellschaftliches Engagement genannt. Während im 19. Jahrhundert die sozialen Ungleichheitsverhältnisse zur Entstehung einer starken Arbeiterbewegung führten, kann man Vergleichbares derzeit nicht beobachten.Wie lässt sich diese Entwicklung erklären? Ist eine sinkende Wahlbeteiligung eine Gefahr für die Demokratie oder, im Gegenteil, ein Zeichen ihrer Stabilität? Welche Entwicklungen lassen sich in anderen Ländern beobachten?

Referenten Moderation: Michael Hirz, Phoenix


Den Bericht unserer Blogredaktion zu Sektion 1 finden Sie hier.
Dr. Judith Niehues im Interview


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Kommentare anderer Nutzer

Nicole Elshoff | 19.01.2015 um 13:09 [Antworten]

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