Boykottaktion gegen jüdische Geschäfte am 1. April 1933. Die Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutet für die deutschen Juden von Anfang an eine antisemitische  Politik der Diskriminierung und Verdrängung.

Jaana Müller am 29.01.2013

Zum Opfer gemacht

Laut Dr. Wolf Kaiser, Haus der Wannsee-Konferenz, sind Zuschauer, Täter, Opfer und Helfer keine Personen, sondern Positionen. Im Nationalsozialismus habe es die Möglichkeit gegeben, diese Positionen zu wechseln. Aus Zuschauern hätten so beispielsweise Helfer werden können. Allerdings seien die Spielräume hier unterschiedlich gewesen: Wer von den Nationalsozialisten zum Opfer gemacht worden sei, hätte kaum eine Chance gehabt, diese Position wieder zu ändern.

Dr. Wolf Kaiser, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz Berlin, im Gespräch mit Miriam Menzel (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)



Das Interview führte Miriam Menzel.

Wolf Kaiser war Referent im Workshop "Ausschlusserfahrungen – Die Perspektive der Nicht-Zugehörigen/Opfer".


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Im Interview: Wolf Kaiser

Wolf Kaiser ist Historiker und Leiter der Bildungsabteilung im Haus der Wannsee-Konferenz. Bis 1991 war er als Lehrer tätig. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen, die sich vor allem mit den Themen Nationalsozialismus und Holocaust in der historisch-politischen Bildung beschäftigen, zählen: "Menschen-rechtsbildung und Gedenkstättenpädagogik - Modethema oder Zukunft der historischen Bildung über die NS-Zeit?“ (zusammen mit Thomas Lutz). In: Politisches Lernen 30. Jg. (2012); "Nazi Perpetrators in Holocaust Education“, in: Teaching History (2010) 141; "Geschichtserlebnisse oder Geschichtsbewusstsein? Funktionen von Zeitzeugen in der pädagogischen Vermittlung“, in: kultur.macht.geschichte – geschichte.macht.kultur. Essen 2010. Mitarbeit an: Nicht durch formale Schranken gehemmt. Die deutsche Polizei im Nationalsozialismus. Materialien für Unterricht und außerschulische politische Bildung. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 2012.


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Die 4. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung beleuchtet über drei Tage hinweg den aktuellen Stand wissenschaftlicher Diskurse um Eingrenzungs- und Ausgrenzungs- prozesse. Zum Konferenzthema finden zudem parallele Praxisforen statt. Das Programm finden Sie PDF-Icon hier als PDF

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