Farbfoto: Im Litauischen Wilna wurden sowjetische Pässe und Orden aus Protest gegen das gewaltsame, von Moskau gesteuerte Vorgehen der Armee gegen die litauischen Unabhängigkeitsbestrebungen an einem rostigen Stahlgeflechtzaun aufgehängt.

Umbrüche in Europa (nach) 1989/91

Vor gut 30 Jahren hörte die Sowjetunion auf zu existieren. Auch eine zweite sozialistische und multinationale Föderation ging in diesem Jahr ihrem Ende entgegen: In Südosteuropa zerfiel gewaltsam Jugoslawien. Und in einem anderen Teil des Kontinents wurden die Weichen in Richtung Europäische Union gestellt.

Wie sich die (Nachfolge-)Staaten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa nach 1989/91 transformierten, ob sie sich als Demokratien konsolidieren konnten, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa der geografischen oder politischen Nähe zur Russischen Föderation. Aber auch eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union feit (Post-)Transformationsländer nicht vor einer Re-Autokratisierung.

Anne Seibring

Editorial

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Rimantas Kmita, Haska Shyyan, Viktor Martinowitsch, Maša Kolanović

1989/91: Jahre des Umbruchs

In den vier Essays aus dem bpb-Programmschwerpunkt "The Years of Change" richten die Autorinnen und Autoren ihren Blick zurück auf die Ereignisse von 1989/91 und die Folgen. Wie erlebte man den Umbruch in Litauen, der Ukraine, in Belarus und in Kroatien?

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Kristina Spohr

Umbruchsjahr 1991

Das Vermächtnis von "1991" spielt entscheidend in der Machtpolitik der Gegenwart mit. Was genau geschah 1991, wie und warum? Welche Weichen wurden gestellt, wo hätte es noch Alternativen gegeben? Was begann, was wurde abgebrochen?

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Corinna Kuhr-Korolev

Vor dem Ende der Sowjetunion

Die Begriffe "Glasnost" und "Perestroika" stehen für die Reformphase in der Sowjetunion unter Michail Gorbatschow von 1986 bis 1991. Wie stellt sich der Forschungsstand zu dieser Phase dar? Welche Zugänge dominieren? Welche neuen Perspektiven gibt es?

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Dejan Djokić

Am Ende des Sozialismus

1991 begann in einem Teil Europas eine Zeit der Integration und Wiedervereinigung, während fast zeitgleich zwei spätsozialistische, multiethnische Föderationen, die Sowjetunion und Jugoslawien, kollabierten. Was kann man 30 Jahre später zum Ende Jugoslawiens sagen?

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Gwendolyn Sasse

Grenzen und Identitäten im Wechselspiel nach 1989/91

Der Begriff der Grenze ist untrennbar mit den Entwicklungen von 1989 und 1991 verbunden. Der Beitrag nähert sich den Nachwirkungen dieses Schlüsselmoments als Trias von Grenzöffnungen, Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen.

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Timm Beichelt

Zwischen Transformation und Posttransformation

Der Blick auf Systemumbrüche von 1989/91 ist von Ambivalenzen geprägt. Autonomiegewinne und Wohlfahrtssteigerungen stehen Prozessen der Entdemokratisierung und Re-Autokratisierung entgegen; es ergibt sich ein unübersichtliches Bild.

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Christoph Cornelißen

Zum Wandel der Erinnerungskulturen in Europa nach 1989/91

Nach 1989/91 kam Bewegung in die Erinnerungskulturen in Europa. Trotz Bemühungen um eine gemeinsame Erinnerungskultur sind diese weiterhin nationalstaatlich geprägt und zeichnen sich immer noch die Grenzen zwischen Ost und West ab.

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