Koffer

24.4.2020 | Von:
Gabriella Sanchez

Schlepper: Dekonstruktion eines Mythos

Schlepper gelten oft als skrupellose Kriminelle, die Menschen in hilflosen Situationen ausbeuten. Forschungsergebnisse zeigen jedoch ein komplizierteres Bild. Ein Versuch, die Komplexität der Migrationserleichterung aufzuzeigen.

Tausende Menschen aus Zentralamerika auf ihrem Weg an die US-Grenze (hier in Tapanatepec, Mexico, Ende 2018). Viele der Flüchtenden gaben an, sich unter tausenden anderen Flüchtlingen sicherer zu fühlen, als sich einem Schlepper anzuvertrauen.Tausende Menschen aus Zentralamerika auf ihrem Weg an die US-Grenze (hier in Tapanatepec, Mexico, Ende 2018). Viele der Flüchtenden gaben an, sich unter tausenden anderen Flüchtlingen sicherer zu fühlen, als sich einem Schlepper anzuvertrauen. (© picture-alliance/AP, Rodrigo Abd)

Eine Welt voller Schlepper?

Weltweit hat die Aufmerksamkeit, die dem Thema Migration – insbesondere irregulären Bewegungen – gewidmet wird, eine Reihe sehr spezifischer Figuren und Erzählungen hervorgebracht. Eine davon ist die des Schleppers. Der Schlepper, so wird erzählt, operiert im Schatten, nutzt leichtgläubige, schutzbedürftige Migrant/-innen aus und verkauft ihnen Dienstleistungen, die sie in Gefahr bringen. Schlepper/-innen sollen Frauen und Kinder (oft sexuell) ausbeuten und Verbindungen zu vielen anderen Verbrecher/-innen in der illegalen Unterwelt haben – von Personen im Organ- und Drogenhandel bis hin zu Terrorist/-innen. Dies ist jedoch noch nicht das Ende der Geschichte. Medien, Strafverfolgungsbehörden und Wissenschaftler/-innen berichten, dass sich Schlepper/-innen verändern, anpassen und weiterentwickeln und über ein nahezu übernatürliches technologisches Wissen verfügen, das es den Strafverfolgungsbehörden erschwert, mit ihnen Schritt zu halten, sodass ihr Markt wachsen und übermäßige Renditen erzielen kann.

Die Bilder, die diese Darstellungen hervorrufen, sind erschreckend und geben Anlass zur Sorge. Es gibt zahlreiche Belege für die Risiken und Herausforderungen, mit denen Migrant/-innen im Zusammenhang mit Reisen, die von Schleppern erleichtert werden, konfrontiert sind. Zu den besonders tragischen Vorfällen gehören zum Beispiel der Tod von Alan Kurdi im Jahr 2015, der Tod von 71 Menschen, deren Überreste 2015 auf einem Lastwagen in Österreich gefunden wurden, oder die 39 vietnamesischen Frauen und Männer, die im Oktober 2019 in einem Kühllaster in Großbritannien ums Leben kamen. Die Realität der Erleichterung (illegaler) Reisen von Migrant/-innen ist jedoch weitaus komplexer als die Bilder skrupelloser Schlepper/-innen, die zum Beispiel von Politiker/-innen und Medien verbreitet werden, suggerieren.

Gewiss sind Nachlässigkeit und mangelnde Fürsorge Gründe für diese großen Tragödien. Doch wenn sich die Aufmerksamkeit zu sehr auf die Schlepper/-innen fokussiert, geraten andere wichtige Aspekte außer Acht:
  • Erstens, dass die meisten als illegal oder irregulär geltenden Migrant/-innentatsächlich legal in das Land eingereist sind, in dem sie leben.[1] Mit anderen Worten: Nicht alle Migrant/-innen, die irregulär in Ländern auf der ganzen Welt leben, waren auf Schlepper/-innen angewiesen, um ihr Ziel zu erreichen.
  • Zweitens, dass Migrant/-innen Gewalt oder ungerechte Behandlung nicht nur durch diejenigen erfahren, die ihre Reisen gegen eine Gebühr ermöglichen. Vielmehr zählen häufig auch Strafverfolgungsbehörden, Militärangehörige, Mitarbeiter/-innen humanitärer Organisationen, andere Migrant/-innen und sogar gewöhnliche Bürger/-innen zu denjenigen, die das Leben von Menschen im Transit negativ beeinflussen.[2]
  • Drittens gibt es weltweit immer mehr Fälle, in denen Menschen wegen Schlepperei angeklagt werden, weil sie Migrant/-innen gerettet oder ihnen humanitäre Unterstützung haben zukommen lassen (z.B. Besatzungen von Schiffen privater Such- und Rettungsmissionen).[3]
Vor allem aber vergessen wir, wenn wir uns nur auf Schlepper/-innen konzentrieren, den Grund, der den Kern der Nachfrage nach ihren Dienstleistungen bildet: Die Verringerung der Verfügbarkeit von sicheren, legalen und menschenwürdigen Migrationsmöglichkeiten. Dies wiederum hat die Nachfrage nach Dienstleistungen von Makler/-innen oder Vermittler/-innen – oft selbst Migrant/-innen – erhöht, die Menschen helfen können, illegal in andere Länder einzureisen. Zudem hat es Bestrebungen ohne kriminelle oder finanzielle Absichten verstärkt, Menschen zu unterstützen, die auf der Suche nach Sicherheit sind.

Was ist Schlepperei?

Das Zusatzprotokoll des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) gegen die Schlepperei von Migranten definiert Schlepperei als eine Straftat, die die Herbeiführung der illegalen Einreise einer Person in einen Staat, in dem diese Person weder die Staatsangehörigkeit noch ein Aufenthaltsrecht besitzt, gegen Geld oder andere materielle Gewinne beinhaltet.

Obwohl die Definition weithin akzeptiert ist, wurde sie im Laufe der Jahre aus mehreren Gründen von Personen aus der Wissenschaft und Praxis kritisiert. Zum einen wird Schlepperei häufig als Synonym für irreguläre Migration verwendet, obgleich nicht alle Bewegungen von Migrant/-innen irregulär sind oder den Tatbestand der Schlepperei erfüllen. Ob ein Mensch als irregulärer oder undokumentierter Migrant gilt, kann sich im Transit immer wieder ändern und wird von den Ländern, durch die er oder sie reist, zugewiesen oder bestimmt. Ein Beispiel: Personen, die Staatsangehörige eines der 15 Länder sind, die zur Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) gehören, können ohne Einschränkungen durch Westafrika reisen. Selbst wenn ihre Reisen von Makler/-innen oder Reisebegleiter/-innen erleichtert werden, gelten sie nicht als strafbar. Erst wenn Angehörige der ECOWAS-Staaten in Länder außerhalb der Wirtschaftsgemeinschaft einreisen, können sie möglicherweise als irregulär eingestuft werden, wenn sie keine ordnungsgemäßen Dokumente vorlegen. Ähnliches gilt für die Erleichterung von Migrationsbewegungen: Während einige Länder Rechtsvorschriften im Einklang mit dem UNODC-Protokoll gegen die Schlepperei von Migrant/-innen erlassen haben, haben andere dies nicht getan (z. B. die USA, Tunesien und Mexiko). Vor diesem Hintergrund ist der Begriff "Schlepper" unzureichend, da er die Begehung einer Straftat impliziert, wohingegen Daten aus der empirischen Forschung belegen, dass viele Menschen ohne kriminelle Absichten handeln und lediglich einzelne Segmente oder Etappen der Reisen von Migrant/-innen erleichtern.[4]

Wer sind also die Schlepper?

Da Schlepperei angeblich eine im Untergrund stattfindende, heimliche und illegale Praxis ist, überrascht es, dass in den offiziellen und medialen Erzählungen der Migration die Täter klar definiert sind. Sie werden geschlechtsspezifisch als Männer dargestellt und oft als People of Color rassifiziert.[5] Es wird häufig behauptet, dass sich Schlepper/-innen in kriminellen Netzwerken organisieren, die sich über ganze Kontinente erstrecken und mit anderen kriminellen Gruppen interagieren oder zusammenlaufen. Berichte internationaler Organisationen, die die grenzüberschreitende Kriminalität beobachten, deuten zudem darauf hin, dass die durch Schlepperei erzielten Gewinne die des Drogenhandels übersteigen und somit zu ihrer weltweiten Verbreitung und Macht beitragen können.[6]

Trotz aller Berichte über Schlepperei weisen wissenschaftliche, empirische Studien, die die Arbeit von Akteur/-innen dokumentieren, die Bewegungen von Migrant/-innen erleichtern, auf ein ganz anderes Umfeld hin, das möglicherweise nicht den oft spektakulären und reißerischen Darstellungen von Medien und Strafverfolgungsbehörden entspricht. So hat der Anthropologe Hans Lucht die Reisen von Migrant/-innen als "Hyporealität" (Hyporeality) bezeichnet, da sie oft wenig mit den auffälligen, dramatischen Charakterisierungen, die in den Medien und in offiziellen Erzählungen populär sind, gemein haben.[7] Bei den meisten Reisenden handelt es sich um gewöhnliche Menschen, die sich darum bemühen, ein Leben in Würde führen zu können.

Die Indizien deuten darauf hin, dass diejenigen, die Migrant/-innen die Reise durch Wüsten, über Ozeane, durch Länder und sogar ganze Kontinente erleichtern, tatsächlich aus ihrem Wissen über Land, Reiserouten und Mechanismen, auf die sich Migrant/-innen verlassen müssen, um bestimmte Ziele zu erreichen, Gewinn erzielen. Diese Profite sind jedoch oft minimal und die Personen, die Migrationsbewegungen erleichtern, tendieren dazu, sie in die Volkswirtschaften ihrer eigenen Gemeinschaften, die tendenziell in hohem Maße von Marginalisierung, Arbeitslosigkeit und Armut betroffen sind, zurückzuführen.[8]

Obwohl häufig behauptet wird, dass viele Schleppergruppen grenzüberschreitende Beziehungen zu anderen Schlepperorganisationen unterhalten, deuten die empirischen Daten darauf hin, dass Menschen, die Migrationen erleichtern, stattdessen häufig unabhängig und Seite an Seite mit ähnlichen Menschen arbeiten. Aus allein dieser Tatsache lässt sich nicht unmittelbar ableiten, dass diese Menschen ein Gefühl von Mitgliedschaft oder (organisatorischer) Zugehörigkeit teilen. Mit anderen Worten: ihre Interaktionen sind zuvorderst das Ergebnis von Nähe oder Zweckmäßigkeit, weniger das von strukturellen oder organisatorischen Verbindungen. Es handelt sich um Menschen, die nach Bedarf zusammenkommen, um bestimmte Aufgaben zu erledigen, die letztendlich der Mobilität von Migrant/-innen förderlich sind.[9]

Was sind das für Aufgaben? Menschen, die die Reisen von Migrant/-innen erleichtern, können als Reiseführer/-in arbeiten, sie auf Abschnitten ihrer Reise befördern, potenzielle Migrant/-innen rekrutieren und ihnen Unterkunft und Verpflegung bieten. Einige nehmen die Zahlungen für Dienstleistungen entgegen, während andere Vereinbarungen mit Behörden oder Freunden und Familienmitgliedern der Reisenden aushandeln und dabei einen sozialen Ruf entwickeln, der es ihnen ermöglicht, ihre Arbeit auszuführen und zusätzliche Geschäfte zu generieren.

Während es eine Tendenz gibt, diejenigen, die hinter den Reisen von Migrant/-innen stehen, als männlich zu bezeichnen, zeigt die Forschung, dass Frauen in die Übernahme und Bereitstellung spezifischer Aufgaben oder Dienstleistungen involviert sind. Häufiger als Männer erledigen Frauen Reinigungs- und Kochaufgaben in sicheren Unterkünften, also an Orten, wo Migrant/-innen warten, bis sie zum nächsten Ort weiterreisen. Es ist auch wahrscheinlicher, dass Frauen Migrantenkinder, Schwangere und Verletzte betreuen. Diese Rollen werden oft als peripher oder unwichtig wahrgenommen, obgleich sie dazu beitragen, menschliches Leben zu erhalten.[10]

Es ist auch bekannt, dass Kinder und Jugendliche an der Erleichterung der Reisen von Migrant/-innen beteiligt sind, häufig auch an der Erleichterung ihrer eigenen Reisen. Weil ihnen das soziale und finanzielle Kapital fehlt, das oft notwendig ist, um eine illegale Reise unternehmen zu können, schließen junge Menschen Vereinbarungen, um die Gebühren für die Reise abzuarbeiten, indem sie andere Migrant/-innen rekrutieren, Besorgungen machen, als Beobachtungsposten fungieren und Boote steuern. Als junge Menschen sind sie mit besonderen Herausforderungen konfrontiert: Sie werden häufiger betrogen und missbraucht, arbeiten kostenlos oder unter falschen Versprechungen oder unter Umständen, die ihre persönliche Sicherheit gefährden. Untersuchungen zeigen darüber hinaus, dass viele junge Menschen im Bereich der Erleichterung von Migrationsreisen arbeiten, um ihre Familien zu ernähren.[11]

Kurz gesagt, diejenigen, die im Bereich der Erleichterung der Reisen von Migrant/-innen arbeiten, sind häufig keine herzlosen Verbrecher/-innen, die von Gier getrieben werden, sondern oft Menschen, die von strukturellen Ungleichheiten betroffen sind. Statt gefürchteter Mafias oder transnationaler krimineller Netzwerke handelt es sich oft um marginalisierte Männer, Frauen und Kinder, die häufig selbst versuchen, zu migrieren. Das soll nicht heißen, dass Migrant/-innen auf ihren Reisen weder Gewalt noch Missbrauch erfahren oder dass diejenigen, die im Geschäft der Migrationserleichterung arbeiten, dies ausschließlich aus Wohlwollen tun. Stattdessen soll aufgezeigt werden, dass die Erfahrungen der Menschen auf dem Migrationsweg viel vielfältiger sind als das, was Medien- und Strafverfolgungsberichte suggerieren. Zusammenfassend gesagt, umfassen Schlepperaktivitäten "eine breite Palette von Akteuren und Aktivitäten", die "von kleinen und gewinnschwachen Unternehmen, über lose verbundene Personen, die manchmal auf Ad-hoc-Basis arbeiten, bis hin zu in Vollzeit arbeitenden Profis und ausgefeilteren Organisationen (von opportunistischen Personen bis hin zu organisierten kriminellen Netzwerken)" reichen.[12]

Wo liegt das Problem mit Blick auf Schlepperei?

Wie bereits erwähnt, gibt es eine offizielle, allgemein anerkannte Definition der Schlepperei, die im UNODC-Protokoll enthalten ist. Diese Definition wurde ursprünglich nicht vorgeschlagen, um die Straftaten gegen Migrant/-innen, die von grausamen Schlepper/-innen verübt wurden, zu adressieren. Stattdessen handelte es sich um eine Bemühung von Nationen auf der ganzen Welt (vor allem der europäischen Staaten und den USA), irreguläre Einreisen zu kriminalisieren, unter der Annahme, dass diese zunehmen würden.

Im Laufe der Zeit haben sowohl empirische Untersuchungen als auch Rechtsprechung gezeigt, dass viele Fälle, in denen Menschen wegen Schlepperei strafrechtlich verfolgt wurden, nicht unter die Parameter des UNODC-Protokolls fielen: Als Schlepperei bezeichnete Handlungen waren nicht immer strafbar, sondern stellten Versuche von Seiten vieler von Kriegen und anderen Konflikten betroffenen Menschen dar, außerhalb ihrer Herkunfts- oder Transitländer Sicherheit zu erlangen. Mit anderen Worten: Schlepperei ist häufig die einzige Option, die Menschen zur Verfügung steht, denen es an legalen, sicheren und würdigen Wegen mangelt, um sich in Sicherheit zu bringen. Daher wurde das UNODC-Protokoll durch die Aufnahme einer humanitären Klausel angepasst, die die Kriminalisierung dieser Bemühungen verhindern soll. Zudem wurde eine zweite Klausel zu finanziellen oder anderen Gewinnen aufgenommen, da sich auch herausgestellt hatte, dass Menschen häufig irreguläre Migrant/-innen in ihren Häusern empfangen, aufgenommen oder sie auf Abschnitten ihrer Reise befördert hatten, einzig und allein mit dem Ziel, ihr Leben zu retten, und nicht zum Zweck eines Gewinns in Form von Geld- und/oder Sachleistungen.[13]

Allerdings haben nicht alle Länder diese beiden Klauseln in ihre Gesetzgebung übernommen. In Europa hat dies dazu geführt, dass viele Personen, die wegen Schlepperei angeklagt wurden, nicht die gefürchteten Mitglieder des organisierten Verbrechens waren, von denen wir in den Nachrichten lesen, sondern Eltern, die versuchten, ihre Kinder ins Land zu schmuggeln, um ihre Familien wieder zusammenzuführen; Ehepartner/-innen irregulärer Migrant/-innen, die mit diesen zusammenlebten, ohne sie den Behörden zu melden; Menschen, die versuchten, Freunde oder sogar Fremde zu schmuggeln, um ihnen zu helfen, in Sicherheit zu gelangen.[14] Es gibt natürlich Fälle, in denen Menschen andere aus Profitgründen schleusten. Aber auch in diesen Fällen sind die erzielten Gewinne (meistens) gering. Fälle, in denen Frauen wegen Schlepperei in Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika angeklagt wurden, zeigten, dass die erzielten Gewinne meist zur Deckung von Grundbedürfnissen wie der Begleichung überfälliger Mieten oder zum Erwerb von Medikamenten oder Schuluniformen verwendet wurden.[15]

Was sollten wir als nächstes tun?

Obwohl alltäglich, sollten Darstellungen und Erzählungen über Reisen von Migrant/-innen genau betrachtet und kontextualisiert werden. Es ist wichtig sich zu vergegenwärtigen, dass diese Erzählungen mehr tun als nur Schmerzen und Tragödien sichtbar zu machen: vielmehr erzeugen sie häufig Vorstellungen von Migrant/-innen als Gesetzesbrecher und die Idee, dass diejenigen, die ihre Reisen erleichtern, von Natur aus kriminell seien. Diese Bilder nehmen Einfluss auf die Art und Weise, wie wir kollektiv über Migrant/-innen und Migration sprechen. Es gibt natürlich Formen der Schlepperei, die ausbeuterisch und missbräuchlich sind. Wir sollten jedoch nicht vergessen über die Schlagzeilen hinauszublicken, da diese informellen und oft kriminalisierten Formen der Mobilität nicht das Ergebnis des Handelns einiger weniger sind. Vielmehr sind sie Resultat einer systematischen und globalen Verringerung der Möglichkeiten vieler Menschen, sich sicher, legal und unter Wahrung ihrer Menschenwürde räumlich bewegen zu können.

Übersetzung aus dem Englischen: Vera Hanewinkel

Fußnoten

1.
Das zeigt am Beispiel der EU etwa folgender Bericht: European Commission, Migration and Home Affairs, Irregular Migration & Return: https://ec.europa.eu/home-affairs/what-we-do/policies/irregular-migration-return-policy_en (Zugriff: 10.12.2019).
2.
UNHCR/UN Support Mission in Libya (2018): Desperate and Dangerous: Report on the human rights situation of migrants and refugees in Libya. https://reliefweb.int/report/libya/desperate-and-dangerous-report-human-rights-situation-migrants-and-refugees-libya (Zugriff: 18.12.2019).
3.
Carrera, Sergio et al. (2019): Fit for Purpose? The Facilitation Directive and the criminalisation of humanitarian assistance to irregular migrants: 2018 update. CEPS, Februar. https://www.ceps.eu/ceps-publications/fit-purpose-facilitation-directive-and-criminalisation-humanitarian-assistance/ (Zugriff: 10.12.2019).
4.
Zhang, Sheldon X./Sanchez, Gabriella E./Achilli, Luigi (2018): Crimes of Solidarity in Mobility: Alternative Views on Migrant Smuggling. The Annals of the American Academy of Political Science, 21. Februar. https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0002716217746908 (Zugriff: 10.12.2019); Vogt, Wendy (2018): Lives in Transit: Violence and Intimacy on the Migrant Journey. Sacramento: University of California Press; Ayalew, Tekalign (2018): Refugee Protections from Below: Smuggling in the Eritrea-Ethiopia Context. The Annals of the American Academy of Political and Social Science 676 (1), S. 57-76; Lucht, Hans (2011): Darkness before daybreak: African migrants living on the margins in Southern Italy today. Sacramento: University of California Press.
5.
Für rassifizierte, exotisierte Darstellungen von Schlepper/-innen in den Medien siehe zum Beispiel: "My Smuggler, My Savior" von Nicole Sobecki unter https://pulitzercenter.org/reporting/my-smuggler-my-savior; "The 21st Century Gold Rush" von Malia Politzer und Emily Kassie unter https://highline.huffingtonpost.com/articles/en/the-21st-century-gold-rush-refugees/#/niger sowie John Holmans "Portrait of a Human Smuggler" unter https://interactive.aljazeera.com/aje/2016/people-smugglers-cartel-south-america/index.html (Zugriff jeweils am 16.12.2019).
6.
International Organization for Migration (IOM) (2016): Migrant Smuggling Data and Research: A global review of the emerging evidence base. https://gmdac.iom.int/smuggling-report (Zugriff: 16.12.2019).
7.
UCLA International (2018): International Conference on Refugee Policies and Refugee Movements. https://www.youtube.com/watch?v=faLWDAS6li4 (Zugriff: 10.12.2019).
8.
Sanchez, Gabriella E. (2018): Five misconceptions about migrant smuggling. Policy Briefs, 7/2018, Migration Policy Centre. https://cadmus.eui.eu/handle/1814/54964 (Zugriff: 10.12.2019).
9.
Tunisian Forum for Economic and Social Rights (Hg.) (2018): Illegal immigrants and the deportation from Italy. Socio-anthropological study. https://ftdes.net/rapports/etude.rapatrie.en.pdf (Zugriff: 10.12.2019).
10.
UNODC (2019): Gender Dimensions of Trafficking in Persons and Smuggling of Migrants. https://www.unodc.org/e4j/en/tip-and-som/module-13/index.html (Zugriff: 10.12.2019).
11.
Achilli, Luigi et al. (2017): On my own: protection challenges for unaccompanied and separated children in Jordan, Lebanon and Greece. Mixed Migration Platform (MMP) Report, INTERSOS, Migration Policy Centre. https://cadmus.eui.eu/handle/1814/48126 (Zugriff: 10.12.2019).
12.
UNODC (2019): Gender Dimensions of Trafficking in Persons and Smuggling of Migrants. https://www.unodc.org/e4j/en/tip-and-som/module-13/index.html (Zugriff: 10.12.2019).
13.
Gallagher, Anne (2017): Whatever Happened to the Migrant Smuggling Protocol? International Organization for Migration. https://publications.iom.int/books/whatever-happened-migrant-smuggling-protocol (Zugriff: 10.12.2019).
14.
Siehe etwa die folgende Fälle aus der UNODC Rechtsprechungsdatenbank SHERLOC: Cour d'Appel de Paris, Dossier Nº 01/00550, 25. Juni 2001, https://sherloc.unodc.org/cld/case-law-doc/migrantsmugglingcrimetype/fra/2001/case_0100550.html; Tribunal de Grande Instance de Lyon, Jugement Nº 2394.6EME C, 18. März 2008, https://sherloc.unodc.org/cld/case-law-doc/migrantsmugglingcrimetype/fra/2008/jugement_n_2394.html; R v Olulode [2006] EWCA Crim 538 (23. Februar 2006) https://sherloc.unodc.org/cld/case-law-doc/migrantsmugglingcrimetype/gbr/2006/r_v_olulode.html?lng=en&tmpl=sherloc (Zugriff jeweils am 16.12.2019).
15.
Siehe zum Beispiel R v Lirina Iljina [2011] EWCA Crim 975 (23. März 2011), https://sherloc.unodc.org/cld/case-law-doc/migrantsmugglingcrimetype/gbr/2011/r_v_iljina.html; zudem Sanchez, G. (2016): Women as human smuggling facilitators: the case of the US Southwest. Geopolitics 21(2). https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14650045.2016.1140645 (Zugriff: 16.12.2019).
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