Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen


Lernen und Lehren in einer Gesellschaft der Vielfalt

Findet sich die muslimische Schülerin im Geschichtsbuch wieder und sollte ich als Lehrer geschlechtergerechte Sprache benutzen? Ein Themenschwerpunkt über Vielfalt in Bildungskontexten.

Leben in Vielfalt – mit allen kulturellen, religiösen, sozialen, sexuellen, geschlechtlichen, sprachlichen, ethnischen, geistigen und körperlichen Unterschieden.Leben in Vielfalt – mit allen kulturellen, religiösen, sozialen, sexuellen, geschlechtlichen, sprachlichen, ethnischen, geistigen und körperlichen Unterschieden. ( Andi Weiland / Gesellschaftsbilder / bearbeitet / CC BY-NC 4.0 )

"Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." (Artikel 3 GG)

Ängste, Vorurteile und Ablehnung gegenüber dem "Fremden" auf der einen Seite und die Unsicherheit im Umgang mit einer Gesellschaft der Vielfalt zum anderen sind zentrale Themen im aktuellen gesellschaftlichen und politischen Diskurs. Umso wichtiger wird es gerade in Bildungskontexten, Vorurteile abzubauen und politische Bildungsarbeit zu leisten, die das Potenzial und die Herausforderungen gesellschaftlicher Vielfalt veranschaulicht. Vielfalt sollte dabei jedoch nicht auf die Herkunft reduziert, sondern auf unterschiedlichen Ebenen gedacht werden.

Wie also kann kulturelle, religiöse, soziale, sexuelle, geschlechtliche, sprachliche, ethnische, geistige und körperliche Vielfalt einer Gesellschaft als Thema in Bildungskontexten gelernt und gelebt werden – und das im digitalen Zeitalter? Im Themenschwerpunkt "Gesellschaft der Vielfalt" möchten wir uns dieser Frage stellen und dabei Schulunterricht und Zivilgesellschaft gleichermaßen in den Blick nehmen.

Einleitend steht ein Überblick über die Frage, was "Gesellschaft der Vielfalt" eigentlich bedeutet, wie sie aussieht und warum wir in einer solchen leben. Fragen nach gesellschaftlich-kultureller Prägung und dadurch entstehender Stereotypen werden ebenso thematisiert wie der Blick in die Bildungsinstitutionen selbst: Wie ist der Stand der Diversität in deutschen Lehrerkollegien und Schülerschaften?

Da das Thema sowohl ein debattenstarkes als auch ein internationales ist, wollen wir verschiedene Positionen und Ansätze vor- und gegenüberstellen, etwa das Spannungsfeld von "Durchindividualisierung" und "Gleichstellung" beim Thema der Ansprache von Lerngruppen.

Und natürlich schauen wir in die Praxis: Wie steht es um Diversität in (digitalen) Unterrichtsmedien und inwiefern können Lehrende durch gezielte Bild- und Textsprache für das Thema sensibilisieren? Außerdem sollen digitale Tools und Angebote vorgestellt werden, die zum Verständnis und zur Förderung von Vielfalt beitragen. Auch Methoden für individuelles Lernen in heterogenen Lerngruppen gehören in dieses Feld und wir betrachten die Wünsche der Lernenden an ihre Lehrenden sowie Möglichkeiten für Pädagoginnen und Pädagogen, durch Fortbildungs- und Mobilitäts-Programme Diversität alltäglich werden zu lassen.

Sie haben Fragen oder Anregungen oder möchten einen Vorschlag machen, welche Aspekte wir in diesem Themenschwerpunkt unbedingt berücksichtigen sollten? Dann freuen wir uns über Ihre Nachricht an info[at]werkstatt.bpb.de oder einen Kommentar unter diesem Artikel.


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Kommentare anderer Nutzer

Klaus D. Lubjuhn | 04.04.2018 um 18:03 [Antworten]

Lehrende sensibilisieren

Stereotype sind nichts Außergewöhnliches. Sie treten in jeder Gesellschaft, jeder Gruppe, auf. Soweit - so normal. Vorurteile sind eher affektive Verfestigungen von Zuschreibungen wie: Alle X sind stinkefaul. Es gibt aber auch empirische Bestätigungen von Zuschreibungen, die sich als Fakten erwiesen haben. Soziokulturelle Faktoren, wie sie von Sozialwissenschaftlern operativ für bestimmte Samples erarbeitet werden, können durch empirische Verfahren Z.B. Demoskopie Bestätigung finden. Auch wenn Sympathie und Empathie gegenüber "Fremden" wissenschaftliche Untersuchungen leiten, sind solchen vielleicht nicht genehmen Ergebnissen Beachtung zu schenken.


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