Das zerstörte Nürnberg

23.3.2005

M 05.01 Beispiel einer Dokumentation der Befragungsergebnisse

Der 8. Mai als Tag der Befreiung
Forsa Umfrage zur Einstellung der Berliner Bevölkerung zum Kriegsende

Mit 83 Prozent empfindet die große Mehrheit der Berliner Bevölkerung den 8. Mai 1945 als einen Tag der Befreiung. Sechs Prozent der Hauptstädter sind dagegen der Meinung, das Kriegsende sei eine Niederlage; 11 Prozent sind sich über ihre Einstellung dazu unsicher. Das zeigt das Ergebnis einer anlässlich des 60. Jahrestages des Kriegsendes durchgeführten Unfrage des Meinungsinstituts Forsa.

Unterschiede zwischen West und Ost bestehen fast nicht. 82 Prozent der Befragten aus dem Westteil Berlins und 85 Prozent aus dem Ostteil der Stadt begreifen den 8. Mai als Befreiung vom NS-Regime. Auch die Altersgruppen bis 60 Jahre sind mit bis zu 86 Prozent dieser Ansicht. Bei den Befragten über 60 Jahren, also denjenigen, die das Kriegsende noch selbst erlebt haben, sinkt die Quote jedoch: nur noch 77 Prozent der Jahrgänge von 1945 und früher halten den 8. Mai für einen Tag der Befreiung, 14 Prozent halten ihn eher für einen Tag der Niederlage.

Bei den Anhängerinnen und Anhängern der verschiedenen Parteien sind noch deutlichere Unterschiede zu beobachten. Während über 90 Prozent der Grünen-, PDS- und SPD-Anhänger/innen die Befreiungsthese vertreten, sind es bei den CDU- und FDP-Anhängern nur je 73 Prozent.

Bei der Frage, woran am 8. Mai erinnert werden soll, sind sich die Berlinerinnen und Berliner nicht einig. Die knappe Mehrheit der Befragten (53 Prozent) spricht sich für ein Gedenken an das Ende des Nationalsozialismus aus, ein gutes Drittel (34 Prozent) will aber auch an die deutschen Opfer erinnern. Diese Verteilung ist Ost wie West nahezu gleich. Deutlicher sind die Unterschiede wieder bei den Anhängern der unterschiedlichen Parteien. Grüne- und SPD-Wähler/innen halten mit jeweils 63 Prozent, PDS-Wähler/innen sogar mit 76 Prozent ein ausschließliches Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus für angebracht. Bei den Anhänger/innen der FDP sind die beiden Lager mit 44 Prozent gleich stark. Unter den Wähler/innen der CDU spricht sich eine Mehrheit von 60 Prozent dafür aus, auch an die Verbrechen der Roten Armee zu erinnern, 35 Prozent sind dagegen.

Zwischen den Altersgruppen sind ebenfalls Differenzen zu beobachten. Die bis 45-jährigen sind über die angemessene Gedenkform geteilter Meinung, wohingegen die älteren Befragten zu 60 Prozent ausschließlich an die Opfer des NS-Regimes erinnern wollen.


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