One Billion Rising Tanz-Flashmob gegen Gewalt gegen Frauen vor dem Brandenburger Tor.

20.6.2013

M 01.02 Instrumente der Internetgestaltung durch die Nutzer

Mit dem Web 2.0 hat sich eine neue Nutzungsart des Internets etabliert. Während es in der Anfangszeit nur Wenigen möglich war, Inhalte einzustellen und die übrigen Nutzer hauptsächlich in die Rolle des Konsumenten gedrängt wurden, gilt das Internet heutzutage auch als ein "Mitmachmedium" (Initiative Klicksafe 2008, S. 115). Jeder Nutzer kann Inhalte wie z. B. Texte, Videos, Audiodateien und Fotos veröffentlichen. Für die Inhalte, die von den Internetnutzern selbst erstellt wurden, verwendet man den Begriff "User-generated-content" (Initiative Klicksafe 2008, S. 115). Das Web 2.0 ist keineswegs ein homogenes Angebot wie eine Zeitung. Es beschreibt viel mehr das Phänomen, dass immer mehr Menschen ihre Inhalte über das Internet verbreiten. Die meisten Angebote sind dabei kostenlos und finanzieren sich z. T. durch Werbeeinnahmen.

Wikipedia

Bei Wikipedia handelt es sich um ein typisches Beispiel für das Web 2.0. Diese Online-Enzyklopädie erlaubt es jedem Nutzer an den Einträgen mitzuschreiben und auch neue Artikel einzustellen. Wikis (hawaiianisch: wikiwiki = schnell) können nicht nur gelesen, sondern auch verändert und/oder ergänzt werden. Die Qualität der Beiträge ist i. d. R. recht gut, da gegenseitige Kontrolle und Kritik geübt werden kann. Ein Restrisiko, dass auch falsche Informationen eingestellt werden, besteht jedoch immer.

Blog

Der Blog bzw. Weblog (Wortkombination aus: World Wide Web und Log für Logbuch) reiht sich ebenfalls in die Reihe der Beispiele für das Web 2.0 ein. Es handelt sich dabei um ein auf einer Webseite geführtes öffentliches Tagebuch. Der aktuellste Eintrag steht oft an oberster Stelle. Ältere Beiträge gliedern sich dann entsprechend chronologisch darunter. Texteinträge können durch Audiodateien oder Bilder ergänzt werden. Blogs beziehen sich oft auf aktuelle Anliegen (Wahlen, aktuelle Kinofilme, Affären, Fußball etc.) und haben einen betont subjektiven Charakter. Bei vielen Blogs ist es auch den Lesern möglich die eigene Meinung zu einem Eintrag in Form eines Kommentars zu veröffentlichen.

Video- und Bildportale

Webseiten, auf denen Videodateien direkt abgespielt werden können, nennt man Videoportale. Das wohl bekannteste Videoportal ist YouTube (www.youtube.com). Dort findest du u. a. selbst erstellte Videos, Wiederholungen von Fernsehsendungen, Musikclips, Werbespots und Spielfilmtrailer. Bildportale wie z. B. Flickr (www.flickr.com) bieten thematisch vorsortierte Bilder an. Bei beiden Portalen kann man auch selbst jeweils Videos bzw. Bilder einstellen, die dann von allen anderen Usern (man muss dafür kein registrierter User sein) gesehen werden können. Hier ist Vorsicht angebracht, denn das Recht am eigenen Bild der abgebildeten Person muss geachtet werden. Bevor du ein Bild veröffentlichst, musst du die abgebildeten Personen und die Person, die das Foto geschossen hat, um Erlaubnis bitten.

Podcast

Podcasts (Wortschöpfung aus „iPod“ und "Broadcast" (dt.: Rundfunk) sind Tondateien, die Zeitungen, Radiosender und private Nutzer im Internet bereitstellen und die heruntergeladen werden können. Man kann Podcasts auch abonnieren. Dies geschieht mit Hilfe eines RSS-Feeds (RSS= Really Simple Syndication (dt.: wirklich simple Verteilung)). Es handelt sich dabei um einen Dienst, der regelmäßig über die Inhalte dieser Seite informiert.

Forum

Ein Forum bietet dem Nutzer einen Raum zur eigenen Meinungsäußerung und zum Stellen von Fragen. Konkret handelt es sich um "thematisch gegliederte elektronische Diskussionsplattformen, deren Beiträge auf öffentlichen Servern allen Internetnutzern zugänglich sind" (Grünewald 2011, S. 7f.). Foren gibt es zu ganz unterschiedlichen Themen. Man unterscheidet offene von moderierten Foren. In offenen Foren kann jeder beliebig einen Beitrag einstellen. Bei moderierten Foren behält sich der Betreiber vor, die Einträge vorab zu kontrollieren, zu filtern oder auch ggf. zu löschen.

Soziale Netzwerke

Die sozialen Netzwerke dienen der eigenen Präsentation, der Kommunikation und der Kontaktpflege. Zu den bekanntesten zählen wohl Facebook (www.facebook.com) und Twitter (www.twitter.com). Bei Facebook hat z. B. jeder Nutzer eine eigene Profilseite. Dort kann er sich vorstellen und Fotos/Videos hochladen. Die Seite verfügt auch über eine Pinnwand, auf der Besucher öffentlich Nachrichten hochladen können. Der User kann aber auch eine persönliche Nachricht verschicken oder die Chat-Funktion nutzen. So kann man sich einen Netz-Freundeskreis aufbauen. Bei Twitter kann man Kurznachrichten, die auf 140 Zeichen begrenzt sind, austauschen. Das #-Symbol (Hashtag) wird verwendet, um Schlagwörter oder Themen in einem Tweet zu markieren und erleichtert die gezielte Suche nach einzelnen Themen. Möchte man die Nachrichten einer einzelnen Person oder Organisation regelmäßig verfolgen, gibt es die Möglichkeit "Follower" dieser Twitterer zu werden.

Chat

Im Chatroom kannst du schriftlich mit einem anderen User in Echtzeit kommunizieren. Es kann sich dabei um öffentliche Chats handeln, d. h. man kann hier neue Leute kennenlernen, oder um private Chats, d. h. die chattenden Personen kennen sich und wollen unter sich bleiben.


Eigener Text nach:

Andreas Grünewald: Vernetztes Lernen. "Mitmach-Web" im Spanischunterricht, in: Der fremdsprachliche Unterricht Spanisch. Web 2.0 (Heft 33) 9/2011, S. 4-10.

Alexander Kraus: Web 2.0: das Mitmach-Internet. Blogs, Wikis und Chats im Französischunterricht nutzen, in: Der fremdsprachliche Unterricht Französisch. Le français en ligne (Heft 106), 2010, S. 10f.

Initiative "Klicksafe" (Hrsg.): Knowhow für junge User. Mehr Sicherheit im Umgang mit dem World Wide Web. Materialien für den Unterricht, 1. Aufl. 2008, http://www.klicksafe.de/service/fuer-lehrende/lehrerhandbuch/ (19.06.2013).


Aufgaben:
  1. Lies den Text und erläutere den Begriff Web 2.0 mit eigenen Worten. Fixiere deine Definition schriftlich im Heft.

  2. Übertrage die Tabelle in dein Heft und ergänze sie auf der Grundlage des Textes.


Begriff

Beschreibung

Bildportal
Blog
Chat
Forum
Podcast
RSS-Feed
Soziale Netzwerke
Videoportal
Wikipedia


Publikationen zum Thema

Mitmischen: Neue Partizipationsformen Neu

Mitmischen: Neue Partizi-
pationsformen

Politik setzt in demokratischen Systemen immer die Teilhabe der Bürger voraus. Welche Formen kann d...

Coverbild Handbuch Bürgerbeteiligung

Handbuch Bürgerbe-
teiligung

Bürgerinnen und Bürger engagieren sich mehr denn je und suchen nach neuen Wegen der Mitwirkung sow...

Zum Shop

Grafstat Logo Service
Wenn's Fragen gibt...

Grafstat Service

Für alle Fragen, die bei der Durchführung Ihres Projektes auftauchen, versucht das Team der Universität Münster eine Antwort zu finden - ganz gleich, ob Sie Fragen zur Software, zur Methodik oder zur Organisation Ihres Projektes haben.

Mehr lesen

Grafstat Logo Methoden
Meinungsforschung im Unterricht

Grafstat Methoden

Die Attraktivität des Unterrichtsfaches Politik/Sozialkunde kann in erheblichem Maße dadurch gesteigert werden, dass den Jugendlichen motivierende Aufgaben gestellt und Raum für Eigenaktivitäten geschaffen wird. Die unterrichtsmethodischen Vorschläge haben das Ziel, die methodischen Handlungsmöglichkeiten der Lehrperson deutlich zu erhöhen.

Mehr lesen