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Info 03.04 Das Web 2.0 im Politikunterricht: Ein Beispiel

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Info 03.04 Das Web 2.0 im Politikunterricht: Ein Beispiel

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#pb21-Interview über Europakunde auf neuen Wegen

Web 2.0 Tools als Werkzeuge im Schulunterricht – das ist meistens noch immer direkt damit verbunden, dass das Web 2.0 auch Thema des Unterrichts ist. Der (angehende) Lehrer Simon Schulz hat sich weiter vorgewagt: Er hat gleich sieben Werkzeuge aus dem Web 2.0 im Gemeinschaftskundeunterricht eingesetzt, seine Unterrichtseinheit zum Thema Europäische Union dokumentiert und evaluiert. Und als wäre das nicht genug, hat der Unterricht auch noch bilingual stattgefunden. Kann das funktionieren? […]

pb21.de: Wie sahen die Rahmenbedingungen aus?

Simon Schulz: Ich führte die insgesamt neun Stunden umfassende Unterrichtseinheit in einer zehnten Klasse mit 19 Schülerinnen und Schülern durch. […] Aus technischer Sicht bot mir meine Schule hervorragende Bedingungen: Mir wurde ein Computerraum zur Verfügung gestellt, der 20 Arbeitsplätze bietet. Dies machte auch Einzelarbeit am PC möglich. So ließ sich jeder Schüler optimal fördern.

pb21.de: Um was ging es inhaltlich?

Simon Schulz: Im Mittelpunkt der Einheit stand die Frage, ob die Europäische Union eine Zukunft hat. Dazu erarbeiteten sich die Schüler mit Hilfe verschiedener Web 2.0 Tools z. B. das Institutionensystem oder visualisierten die Geschichte der EU. Die Themenauswahl sollte einerseits bildungsplankonform sein, anderseits aber auch den Schülern Spaß bereiten. Um die Ergebnisse nachhaltig zu machen, habe ich im Vorfeld eine Internetseite erstellt, auf [der] die Schüler sukzessive ihre Produkte veröffentlichten. Sie sind auf https://sites.google.com/site/europeanunionfuture/ frei zugänglich.

pb21.de: Können Sie ein Beispiel geben, wo ein Web 2.0 Tool erfolgreich eingesetzt wurde?

Simon Schulz: Am erfolgreichsten war die Arbeit mit CreateDebate. Die Schüler führten ein interaktives Streitgespräch zum möglichen EU-Beitritt der Türkei durch. Das Tool ermöglichte den Schülern Beiträge Anderer zu kommentieren, zu unterstützen oder anzuzweifeln. So wurde die Urteilskompetenz der Lernenden durch die Web 2.0 Anwendung optimal gefördert. Viel Spaß bereitete ihnen auch der Umgang mit TitanPad. Die Kommunikation in Echtzeit faszinierte die Schüler und führte in der abschließenden Stunde zu einer angeregten Diskussion über Zukunftsszenarien der EU.

pb21.de: Was waren die Probleme, auf die Sie bei Ihrer Arbeit gestoßen sind?

Simon Schulz: Zumeist waren die Probleme technischer Natur, nicht funktionierende PCs oder defekte Tastaturen etwa. So etwas lässt sich an einer öffentlichen Schule wohl kaum vermeiden. Vor allem zu Beginn der Einheit war es darüber hinaus nicht immer leicht den Schülern zu verdeutlichen, dass die Arbeit im Computerraum nicht mit Freizeit gleichzusetzen ist. Der hohe Motivationsfaktor der Web 2.0 Tools minimierte aber dieses Problem.

pb21.de: Gab es denn Disziplinprobleme?

Es gab glücklicherweise nur einen Zwischenfall, bei dem einige Schüler die Anonymität des Netzes ausnutzten und unter falschem Namen sinnlose Inhalte posteten. Nach einer deutlichen Ermahnung kam dies allerdings nicht mehr vor. Einer der betroffenen Schüler entschuldigte sich sogar per E-Mail bei mir. […]

pb21.de: Wie ist Ihr Fazit: Unter welchen Umständen ist der Einsatz von Web 2.0 im Schulunterricht sinnvoll?

Simon Schulz: Web 2.0 Tools sind kein Allheilmittel. Schlechter Unterricht wird dadurch nicht automatisch besser. Stattdessen muss man die Tools funktional einsetzen und einer didaktischen Zielsetzung unterordnen. Sie sollten also stets Mittel zum Ziel sein, und nicht das Ziel selbst. Dies bedarf einer gründlichen Planung und stellt natürlich einen erhöhten Zeitaufwand dar. Ich ermutige aber jede Lehrkraft dazu, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Sie werden es nicht bereuen.

Aus: Jöran Muuß-Merholz: Sieben Werkzeuge des Web 2.0 im Politikunterricht. #pb21-Interview über Europakunde auf neuen Wegen, in: pb21.de, Externer Link: http://pb21.de/2013/02/sieben-werkzeuge-des-web-2-0-im-gemeinschaftsunterricht/ (30.07.2013). CC-by-Lizenz, Autor: Jöran Muuß-Merholz für pb21.de.

Weiterführende Links:
Eine Übersicht über die in diesem Beitrag benannten Instrumente finden Sie in der Interner Link: Linkliste.

Fussnoten