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Say my Name

3.7.2019

Eine Projektvorstellung

Das Webvideoprojekt richtet sich an diverse junge Frauen zwischen 14 und 25 Jahren und damit an eine Zielgruppe, die in der Radikalisierungsforschung immer stärker in den Fokus rückt. Es ist im Bereich der Primärprävention zu verorten und macht plurale politische, religiöse und kulturelle Deutungsangebote in Deutschland sichtbar.

"Say my Name" ist ein Webvideoformat im Bereich der Extremismusprävention und richtet sich an junge Frauen zwischen 14 und 25 Jahren."Say my Name" ist ein Webvideoformat im Bereich der Extremismusprävention und richtet sich an junge Frauen zwischen 14 und 25 Jahren. (© Kooperative Berlin GmbH)
„Say My Name“ ist ein partizipatives Projekt aus der pluralen Gesellschaft heraus: es richtet sich an diverse junge Frauen zwischen 14 und 25 Jahren und damit an eine Zielgruppe, die in der Radikalisierungsforschung immer stärker in den Fokus rückt. Mit dem Fokus auf (Selbst)Ermächtigung und das selbst-ermächtigte Sprechen werden Themen und Fragen behandelt, die die Zielgruppe in ihrem alltäglichen Nutzungsverhalten im Social Web beschäftigt. Das Projekt arbeitet mit jungen diversen YouTuberinnen bzw. Creatorinnen zusammen, um sie und andere Frauen zu unterstützen – und sich gleichzeitig gegen alle Formen von Extremismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Hassrede zu wenden.

Projekt

Das Projekt wird distribuiert über die sechs projektbeteiligten Creatorinnen mit ihren Kanälen, Stories und Communities. Die Creatorinnen sind: Amira Haruna (Ami.coco auf Instagram), die Produzentin Esra Karakaya (BlackRockTalk) und die YouTuberinnen Hatice Schmidt, Joana (CurlyJay), Sophia (Sophiedoesrandomstuff) und Lisa Sophie Laurent. Begleitet werden sie durch Johanna Behre, Duygu Masalcı, Julia Wenzel und Oliver Baumann-Gibbon (alle Kooperative Berlin) sowie die Supervisorinnen Vicky Jeffries (LoNam) und Saide Léraillé (Junge Islam Konferenz, JIK).

Die Webvideos werden auf den Kanälen der Creatorinnen (YouTube und Instagram) veröffentlicht und über die gemeinsamen „Say My Name“-Kanäle auf YouTube und Instagram miteinander vernetzt – wodurch letztlich auch die je unterschiedlichen Communities miteinander verbunden und neue Berührungspunkte und Allianzen zwischen den Communities entstehen sowie neue Narrative sichtbar werden. In zwei bis vier Webvideos pro Creatorin sollen ihre Lebenswelten sichtbar werden. Dabei entstehen vielfältige, selbstbestimmte und komplexe Porträts von Menschen und damit von diesem Land. Es geht um Diskriminierungserfahrungen, Zugehörigkeit und Ausgrenzung, die erste Liebe, Glaubensfragen, Privilegien und Solidarität. In politisch brisanten Zeiten macht „Say My Name“ vor allem darauf aufmerksam, dass die Gesellschaft in der wir leben divers, offen und demokratisch ist, aber auch entsprechend unterschiedlich erlebt wird. Vor diesem Hintergrund setzt es sich für gesellschaftlich wichtige Werte wie Vielfalt, Respekt, Emanzipation, Recht und Gleichheit ein.

Orientierung – Argumente – Dialog

Der narrative Ansatz des Projektes zielt nicht nur darauf ab, persönlich erlebte Begebenheiten und Geschichten zu erzählen, sondern hieraus „Gesprächsanlässe“ zu entwickeln. Die Perspektive der „konstruktiven Emotionalität“ wehrt damit etwaige Risiken der kognitiv-bildenden Ansätze ab. Darüber hinaus möchte „Say My Name“ die Abonnentinnen und Abonnenten, Follower und Communities interaktiv dazu ermutigen, multiplizierend zu wirken – hinein in ihre Bekannten- und Freundeskreise, Familien, Schulen und Alltagssituationen. Damit gehören zu den Zielen des Formates, einerseits über positive Identifikationsfiguren die Rezipient/-innen im Umgang mit alltäglichen Problemen und Herausforderungen (wie etwa Scheitern, biographische Umbrüche) zu stärken, und andererseits (weiblichen) Personen Argumente zu liefern, sich in radikalisierten Diskursen in ihrem Umfeld zu positionieren. Schließlich bietet „Say My Name“ die Möglichkeit, bei sensibleren Themen anonym über „Tellonym“ Fragen an das Community Management-Team zu richten.

Zu Beginn des Jahres 2019 wurden in einem Workshop zusammen mit den Creatorinnen und der Zielgruppe relevante Themen und Fragen aus den Communities herausgearbeitet. Die Einbindung der Zielgruppe in die Formatentwicklung diente hierbei der Stärkung des partizipativen Charakters des Formates. In einem nächsten Schritt wurden mit Blick auf die Themenentwicklung Expertinnen und Experten hinzugezogen, darunter: Özlem Aktas (Projekt Teach2Reach/MAXIMA), Korinna Kubelt (JIK), Saide Léraillé (JIK), Hatice Tahtali (JIK) und Till Baaken (Projekt ABAT Online-Salafismus, Kooperationspartner Violence Prevention Network e. V.). Hier ging es vor allem darum, das Format thematisch stärker auf Faktoren der Radikalisierung zu fokussieren. Im September 2019 sollen die bis dahin veröffentlichten Webvideos mit Blick auf ihre Rezeption, Reichweite und Wirkung (Analyse der Dialoge und Diskussionen) unter Beteiligung dieser Expertinnen und Experten untersucht werden.


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