Staatssicherheitsdienst

Ugs.: Staatssicherheit oder Stasi. Kurzbezeichnung für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), das sich außer mit geheimdienstlichen Tätigkeiten wie Auslandsaufklärung, Spionageabwehr, Schutz vor Sabotage u. Ä. v. a. mit der Bespitzelung und Überwachung der Bevölkerung sowie der Bekämpfung politischen Widerstands befasste. Das MfS war »als ausführendes Organ der Diktatur des Proletariats« eng mit der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) verknüpft bzw. wurde von ihr gesteuert. Das MfS hatte in den 1980er-Jahren ca. 85.000 Mitglieder, nach einigen Schätzungen Ende 1989 rund 99.000. Hinzu kam eine große Zahl »Inoffizieller Mitarbeiter« (IM), die dem S. gezwungenermaßen oder freiwillig zuarbeiteten. Die Tätigkeit des S. wird von einer Zentralstelle des Bundes (Die Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, BStU) erforscht.

Siehe auch:
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
Bevölkerung
Diktatur
Proletariat
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



Lexika-Suche

Dossier

Deutsche Demokratie

In der deutschen Demokratie ist die Macht auf mehr als 80 Millionen Menschen verteilt: Alle Bürger sind für den Staat verantwortlich. Aber wie funktioniert das genau? Wer wählt den Kanzler, wer beschließt die Gesetze? Und wie wird man Verfassungsrichter?

Mehr lesen

Mediathek

10 questions about democracy

Zu der Reihe "Demokratie für alle?" gehören die Kurzfilme "10 questions about democracy". Jeder dieser Filme dreht sich um eine Frage zum Thema Demokratie. Dazu kommen Menschen aus aller Welt zu Wort.

Mehr lesen