Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Glossar

Deutsche Stimme



Die "Deutsche Stimme" ist die offizielle Parteizeitung der NPD und erscheint monatlich im gleichnamigen Verlag. Zu dem Unternehmen mit Sitz im sächsischen Riesa gehörte lange Zeit außerdem ein Versand.

Als Nachfolgerin früherer Parteiblätter ("Deutsche Nachrichten", "Deutscher Kurier") wurde die "Deutsche Stimme" 1976 gegründet. In der Anfangszeit hatte die Monatszeitung (laut Verfassungsschutz) eine Auflage von rund 100.000 Exemplaren, die in den 1980er Jahren zeitweise auf 200.000 stieg und zu Beginn der 1990er Jahre stark zurückging. 2012 lag die Auflage nach NPD-Angaben bei 25.000.

Der Inhalt der Zeitung ist eine Mischung aus internen Nachrichten, Kolumnen, rechtsextremen Strategietexten und propagandistischen Abhandlungen über aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Daneben finden sich auch Terminhinweise für NPD-Veranstaltungen und Kleinanzeigen. Revanchistische, rassistische oder antisemitische Töne sind in der "Deutschen Stimme" an der Tagesordnung. In Ausgabe 11/2012 zum Beispiel wurde die Wiedervereinigung Deutschlands in den Grenzen von 1937 gefordert. In Ausgabe 6/2006 war zu lesen: "Rasse macht nicht nur die Eigenart des Volkes, sondern auch die des Menschen aus; sie ist unveränderbar, sie führt zur Kultur und formt die Erziehung.“

Neben der Zeitung erscheinen im Deutsche-Stimme-Verlag Bücher (zum Beispiel die Biografie des Hitler-Gefolgsmannes Otto Ernst Remer oder des Waffen-SS-Generals Felix Steiner). Über viele Jahre betrieb der Verlag auch ein Versandhaus, das Bücher, Videos, Tonträger, Aufkleber und anderes Propagandamaterial vertrieb, aber auch Kleidung, Flaggen und Devotionalien mit rechtsextremen Bezügen.

Nachdem der Verlag – vor allem durch das Versandgeschäft – jahrelang Gewinne abwarf, steckt er seit 2009 in einer finanziellen Krise. Die Geschäftsführer wechselten häufig, 2012 stockte die NPD das Stammkapital um 200.000 Euro auf, offenbar um einen Konkurs abzuwenden. Im Mai 2013 indizierte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien den gesamten Internetversand, der aber schon kurz danach unter dem Namen "Deutsches Warenhaus" neu eröffnete. Im März 2015 gab der Verlag das Versandgeschäft ab, unter anderem an den vorbestraften Neonazi und Thüringer NPD-Funktionär Thorsten Heise.

Zum Weiterlesen:
»Rechtsextreme Schwarz-Weiß-Malerei«



03.02.2014