Inhaltsbeschreibung
Deutsche Soldaten begingen im Zuge des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion grausame Verbrechen an der Zivilbevölkerung. Allein auf dem Gebiet des heutigen Belarus fielen zwischen 1941 und 1944 schätzungsweise über zwei Millionen Menschen der nationalsozialistischen Kriegsführung zum Opfer. Während der von Deportationen, Hunger und Krankheit geprägten deutschen Besatzungsherrschaft führten Wehrmacht, SS und Einsatzgruppen auf dem Land brutale „Vergeltungsaktionen“ durch. Tausende Ortschaften wurden niedergebrannt, vielerorts alle Bewohnerinnen und Bewohner ermordet. 1975 erschien in der Sowjetunion die erste Dokumentation von Zeitzeugenberichten über diese „Feuerdörfer“.
Die Schriftsteller Ales Adamowitsch, Janka Bryl und Uladsimir Kalesnik waren dafür drei Jahre lang durch die damalige Belarussische Sowjetrepublik gereist, um Überlebende der Massaker zu befragen und ihre Schilderungen festzuhalten. Ihre Berichte sind, nun knapp 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung, erstmals in deutscher Übersetzung erschienen. Sie rücken die Perspektiven der Opfer in den Mittelpunkt und bezeugen die Brutalität des deutschen Besatzungsregimes.