Inhaltsbeschreibung
1936 stand Palästina unter britischer Mandatsherrschaft. Der jüdische Bevölkerungsanteil war in den Jahren zuvor immer stärker angestiegen – weil immer mehr Juden der Idee eines jüdischen Nationalstaates in Palästina gefolgt waren, aber auch, weil sie durch den Antisemitismus in Europa im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme in Deutschland zunehmend bedroht waren. Das Zusammenleben zwischen Juden und Arabern hatte bereits zuvor zu Konflikten geführt. Doch 1936 kam es zu einem Gewaltausbruch, mit dem ein rund dreijähriger arabischer Aufstand begann. Dieser wandte sich gegen den Jischuv, also das jüdische Gemeinwesen vor der israelischen Staatsgründung, und gegen die britische Mandatsmacht. Für Oren Kessler stellt die Revolte der palästinensischen Bevölkerung ein heute wenig beachtetes, zum Verständnis des Nahostkonfliktes aber essenzielles Ereignis dar, das den weiteren Fortgang der Geschichte massiv geprägt habe. Kessler schildert die Ereignisse differenziert und vielschichtig, indem er zentrale Akteure der jüdischen, arabischen und britischen Seite in den Fokus rückt. So zeigt er, wie sich die Fronten schon vor der Staatsgründung Israels verhärteten.