Inhaltsbeschreibung
Fußball ist der beliebteste Mannschaftssport in Deutschland. So verwundert es nicht, dass zumindest die Nationalmannschaft der Männer im Fokus der Öffentlichkeit steht, insbesondere im Umfeld großer Turniere. Dabei ist das Interesse am Auswahl-Team nicht nur rein sportlicher Natur, wie Dietrich Schulze-Marmeling und Bernd-M. Beyer in dieser Fußballgeschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart darlegen. Mit dem Anspruch, Deutschland fußballerisch zu vertreten, gingen immer auch politische Projektionen und Anspruchshaltungen seitens der Politik einher. In Debatten rund um die (west-)deutsche Nationalmannschaft spiegelten sich stets gesellschaftlicher Wandel sowie nationale und internationale Politik.
Die Autoren zeigen unter anderem, wie schnell der Fußball und die Vereine von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet wurden und wie die westdeutsche Auswahl mit dem WM-Titel von 1954 die Hoffnung auf weltpolitische Rehabilitierung nährte. Später entzündeten sich Debatten um die Nationalmannschaft und ihre gesellschaftliche Rolle immer wieder an den deutschen Spielern mit sogenanntem Migrationshintergrund: Während einerseits die integrative Kraft des Fußballs beschworen wird, werden andererseits einzelne Sportler immer wieder zur Zielscheibe rassistischer Hetze und rechtsextremer Kampagnen. Schulze-Marmeling und Beyer arbeiten die vielfältigen Bezüge zwischen der Politik, den Fußballverbänden, der Nationalmannschaft und ihren Spielern heraus.