Inhaltsbeschreibung
Wie hat sich Deutschland seit der Vereinigung 1990 verändert? Was treibt Menschen um, vor allem in Regionen und an Orten, denen die Transformation sowie die darauffolgenden tiefen Umbrüche der vergangenen Jahrzehnte viel abverlangten und die dort teils deutliche Spuren hinterlassen haben? Solche Fragen führten den Journalisten August Modersohn quer durch die Republik. In Gaststätten und Amtsstuben, auf Festivals, in Kneipen und Gärten kam er mit Menschen ins Gespräch, die ihn in großer Offenheit an ihren Erfahrungen, Erwartungen und Enttäuschungen teilhaben ließen.
Modersohn, im fünften Jahr der Einheit geboren, betrachtet mit seinen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern ganz unterschiedliche Themen: etwa das Erstarken von Ressentiments und Extremismus, den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, das desillusionierte Bild auf die USA, die Aufrüstung der Bundeswehr, das Wahlverhalten und die Wohlstandsverteilung, den Strukturwandel in der Lausitz und im Ruhrgebiet oder die Herausforderungen in Gegenden, die zumal jungen Menschen nur noch wenig zu bieten haben. Modersohn bewertet nicht, sondern hört zu und schildert, was er beobachtet und wen er trifft. Im Spiegel solcher Porträts von Land und Leuten vermittelt er Zugänge zu – bewusst subjektiven – Stimmungen und Befindlichkeiten, die gleichwohl über individuelle Lebenslagen hinausweisen.