Inhaltsbeschreibung
Der Handel mit Menschen zählt zu den profitabelsten Verbrechen der Gegenwart. In einer globalisierten und digitalisierten Welt ist Menschenhandel ein wachsender Milliardenmarkt. Er floriert gleichermaßen im globalen Norden und Süden – stimuliert durch eine steigende Zahl an Menschen, die weltweit auf der Flucht sind und dabei ins Visier von Menschenhändlern, Schleusern und deren Mittelsmännern geraten. Orte der Ausbeutung sind etwa Bordelle, Kleidungsfabriken, Schlachtbetriebe, auch Privathaushalte. Menschen werden als Drogenkuriere missbraucht, zur Leihmutterschaft oder Organabgabe gezwungen. Oftmals geschehe dies, so die Investigativjournalistin Barbie Latza Nadeau, nah am gesellschaftlichen Alltag, ohne wirklich sichtbar zu werden. Sie zeichnet auf der Basis langjähriger Recherchen nach, wie kriminelle Organisationen, korruptionsanfällige Behörden, aber auch Unternehmen und Banken aus westlichen Demokratien Teil eines Systems skrupelloser Ausbeutung von Menschen sind.
Fallbeispiele von Frauen, Männern und Kindern, die Latza Nadeau teils persönlich getroffen hat, illustrieren das Vorgehen der Menschenhändler und das Schicksal ihrer Opfer. Die enormen Gewinnspannen im Menschenhandel seien zugleich ein Ansatz für internationale Maßnahmen, die insbesondere den Finanzsektor zur Verantwortung ziehen müssten: Geldflüsse müssten intensiver geprüft und verdächtige Transaktionen konsequenter verfolgt werden. Nur so könne einem System begegnet werden, das Menschen zur Ware degradiere.