Inhaltsbeschreibung
Zwei junge Frauen erzählen von einem Schmerz, der nicht vergeht – Semiya Şimşek und Gamze Kubaşık verloren ihre Väter durch die brutale Mordserie der rechtsterroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Enver Şimşek war im Jahr 2000 das erste Opfer, Mehmet Kubaşık 2006 Opfer des achten von insgesamt zehn Morden. In ihrem Buch, das sich besonders an junge Menschen richtet, schildern Semiya und Gamze, wie sie die Taten und die anschließenden Erfahrungen von Verlust, Trauer, Schuldzuweisungen und öffentlichen Reaktionen durchlebt haben.
Sie beschreiben, wie Ermittlungen ins Stocken gerieten, wie Verdächtigungen und rassistisch motivierte Zuschreibungen die Berichterstattung und das Agieren der Behörden prägten und wie belastend es war, sich gegen verzerrende Deutungen ihrer Lebensrealität zu behaupten. Bilder, Chat-Ausschnitte und Szenen aus ihrem Alltag verdeutlichen eindrücklich ihre Perspektive und eröffnen zugleich den Blick für grundlegende Fragen: Welche gesellschaftlichen Bedingungen begünstigen Rassismus und rechtsextreme Gewalt? Wie wirken Ausgrenzung, Medieninhalte und staatliches Handeln zusammen? Und was bedeutet dies für die Aufarbeitung extremistischer Verbrechen, für Erinnerungskultur und demokratisches Zusammenleben?