Inhaltsbeschreibung
Demokratische Teilhabe setzt voraus, dass alle gleichberechtigt am öffentlichen Diskurs teilnehmen können. Doch digitale Gewalt untergrabe genau diese Voraussetzung – und treffe Frauen in der Politik in besonderem Maße, so die Journalistin Ingrid Brodnig. Sexualisierte Beleidigungen, koordinierte Hasskampagnen und Gewaltdrohungen im Netz sind für viele Politikerinnen keine Randerscheinungen, sondern strukturelle Phänomene, die darauf abzielen, sie zum Schweigen zu bringen und aus den öffentlichen Diskursräumen zu verdrängen.
Am Beispiel Deutschlands und Österreichs untersucht Brodnig die gesellschaftspolitischen und geschlechterspezifischen Mechanismen digitaler Gewalt. Anhand zahlreicher Fallbeispiele und Interviews mit Politikerinnen unterschiedlicher politischer Richtungen arbeitet sie heraus, mit welchen Strategien Angriffe geführt werden: vom gezielten Infragestellen der Kompetenz über inszenierte Empörungswellen bis hin zur Verbreitung von Falschinformationen und diffamierenden Bildmontagen. Zugleich analysiert Brodnig Fälle juristischer Gegenwehr, zeigt deren Erfolge ebenso auf wie deren Grenzen und beleuchtet, wie solidarische Gegenmobilisierung gelingen kann. Sie benennt konkrete Schutz- und Handlungsmöglichkeiten für Betroffene und macht deutlich, welchen Beitrag Politik, Plattformen und Gesellschaft leisten können, um demokratische Debattenräume zu schützen und ihre Offenheit zu bewahren.