Inhaltsbeschreibung
Für die Nationalsozialisten stellte das neue Medium Tonfilm ein zentrales Propagandainstrument dar. Die Filmindustrie wurde nach der Machtübernahme rasch auf Linie gebracht, jüdische und politisch missliebige Künstler wurden entlassen und verfolgt. Die Produktion wurde vollständig in den Dienst des Regimes gestellt. Dabei bilden die ab 1933 entstandenen Filme keinen einheitlichen Bestand. Scheinbar unpolitische Unterhaltungsfilme erfüllten ebenso eine ideologische Funktion wie Filme mit expliziter propagandistischer Aussage.
Rainer Rother analysiert vier beispielhafte Filme des Nationalsozialismus aus der Zeit vor Beginn des Zweiten Weltkrieges: Hitlerjunge Quex (1933), Triumph des Willens (1935), Der Herrscher (1937) und Urlaub auf Ehrenwort (1938). Diese Filme zeigen, wie die NS-Propaganda Führerstaat und „Volksgemeinschaft“ verherrlichte, Geschichte umdeutete und Feindbilder konstruierte. Der Autor erläutert den jeweiligen Entstehungskontext und analysiert die Botschaften sowie die erzählerischen und ästhetischen Strategien der Filme. So legt er Mechanismen der Manipulation offen, die nicht nur die vorgestellten Beispiele prägten, sondern die nationalsozialistische Propaganda insgesamt.
Mit einem Vorwort von Lea Wohl von Haselberg.