Freiheitsturm in Teheran

Iran

Die Islamische Republik Iran verbindet republikanische und theokratische Institutionen. Der "Herrschende Rechtsgelehrte" hat eine zentrale Machtstellung, zugleich gibt es politischen Wettstreit im Land. Viele Iraner und Iranerinnen fordern mehr politische Freiheit. Zunehmend geht es ihnen aber auch um Arbeit und soziale Gerechtigkeit. Denn 40 Jahre nach der Islamischen Revolution kriselt die Wirtschaft: Das Land leidet unter internationalen Sanktionen und unter Korruption. Die Ökonomie wird dominiert durch das Militär und religiöse Stiftungen, die in erster Linie sich selbst bereichern. Nicht zuletzt sieht sich das Land mit gravierenden Umweltproblemen konfrontiert.

Neben diesen inneren Krisen baut Iran außenpolitisch seinen Einfluss in der Region aus. Doch nicht nur die Rivalität mit Saudi-Arabien ist bedrohlich, auch die Konflikte mit Israel und den USA eskalieren immer wieder. Erfahren Sie im Dossier mehr über ein facettenreiches Land, das aktuell gleich mehrere Krisen zu lösen hat.

Eine Frau hält ein Foto des geistlichen Oberhauptes Ajatollah Ali Chamenei in die Höhe, 5. Juni 2018.

Wilfried Buchta

Machtkonstante Theokratie: Iran nach 1979

Irans politisches System ist einmalig: Es verschränkt republikanische und theokratische Institutionen. Trotz ideologischer Widersprüche sowie innen- und außenpolitischer Krisen ist die Islamische Republik bemerkenswert stabil. Der Iran-Experte Wilfried Buchta erklärt, warum.

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Revolutionsführer Ali Chamenei hat Angehörige der Revolutionsgarden zu einem Treffen in Teheran eingeladen. Chamenei sitzt auf einem Podest, vor ihm stehen hunderte von Gardisten (18.09.2016).

Alessandro Topa

Machtgefüge Iran: Kleriker, Garden – und eine Generation ohne Einfluss

Irans Machtverteilung ist komplex: Es gibt Formen des politischen Pluralismus – und zugleich einen Revolutionsführer mit enormer Machtfülle. Alessandro Topa skizziert das Machtgefüge – von den "Gründungsvätern" über die Revolutionsgarden bis hin zur Gruppe der unter 40-Jährigen.

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Ein Mann trägt die Flagge der USA und die des Irans von einer Bühne; im Juli 2015 wird in Wien über das internationale Atomabkommen verhandelt.

Cornelius Adebahr

Das internationale Atomabkommen: ein Erfolg mit Verfallsdatum

Das internationale Abkommen zum iranischen Atomprogramm von 2015 galt als großer diplomatischer Erfolg. Dann stiegen die USA aus. Der politische Analyst Cornelius Adebahr skizziert die Vorgeschichte und was vom "Deal" geblieben ist.

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Eine Frau läuft durch das Bild. Im Hintergrund steht eine Boden-Boden-Rakete sowie eine große Plakatwand, die das Konterfei des Revolutionsführers Ajatollah Ali Chamenei zeigt; beide sind Teil einer Ausstellung der Revolutionsgarden in Teheran, 24. September 2017.

Azadeh Zamirirad

Regionalmacht Iran: Interessen, Mittel und Verbündete

Iran hat den Zusammenbruch des Iraks und die Folgen des Arabischen Frühlings nutzen können, um seinen Einfluss in der Region auszubauen. Teheran wird dabei von drei wesentlichen Interessen getrieben, sagt die Iran-Expertin Azadeh Zamirirad.

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In Teheran läuft eine Frau über eine Straße, sie trägt einen Mundschutz. Im Hintergrund ist ein großes Plakat zu sehen, das auf die Gefahr durch Covid-19 hinweist (17.03.2020).

Interview mit Bijan Khajehpour

"In der Coronakrise sind die Sanktionen eine Katastrophe für Iran"

Iran ist besonders hart vom Ausbruch des neuartigen Coronavirus betroffen. Zum Missmanagement des Staates kommt das fehlende Vertrauen der Bürger hinzu, sagt der Wirtschaftsexperte Bijan Khajehpour. Das Gesundheitssystem leide zudem unter den US-Sanktionen.

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In Teheran, Irans Hauptstadt, laufen laufen Passantinnen über eine Straße. Sie tragen Kopftuch, teils auch Sonnenbrille (17. Mai 2014)

Shabnam von Hein

Das Herz der iranischen Zivilgesellschaft – die Frauenbewegung

Seit fünf Generationen kämpfen Frauen in Iran für mehr Rechte. Ihre Bewegung ist tief verwurzelt in der Gesellschaft – auch, weil sich viele dieser Frauen stets für die Rechte aller eingesetzt haben. Die Journalistin Shabnam von Hein skizziert die Frauenbewegung in Iran.

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Iran in Infografiken

Eine junge Frau steht inmitten von Rauchwolken und hebt einen Arm als Geste des Widerstands in die Luft; während Demonstrationen an der Universität von Teheran wurde eine Rauchgranate geworfen, 30. Dezember 2017.

Katajun Amirpur

Irans Zivilgesellschaft: Die Hoffnung auf Reformen ist verflogen

Die Wirtschaft in Iran kriselt. Hinzu kommt die Gefahr eines Krieges. Doch obwohl Perspektiven fehlen, gibt es Freiräume und mutige Menschen. Katajun Amirpur wirft einen Blick auf die aktuelle Situation.

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Drei Besucherinnen schauen sich Bilder an auf der Teer Kunstmesse in Teheran, Juni 2019.

Hannah Jacobi

Zeitgenössische Kunst in Iran – zwischen Kreativität, Kommerzialisierung und Kontrolle

Iran ist bekannt für seinen Film, seine Literatur und seine bildende Kunst. Die lebendige und kreative Szene, die sich trotz Wirtschaftskrise und Zensur ihre Freiräume schafft, skizziert Hannah Jacobi.

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Im Schrein der Fatima Masuma beten viele Menschen, vor allem Frauen, Juli 2013.

Guido Steinberg

Schiiten und Sunniten – ein politisch-religiöser Konflikt der Gegenwart

Die zwei wichtigsten Strömungen im Islam sind das Sunniten- und Schiitentum. Wie sich ein alter religiöser Gegensatz zu einem aktuellen politisch-religiösen Konflikt entwickelt hat, erklärt der Islamwissenschaftler Guido Steinberg.

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Eine kurdische Familie sitzt vor einem Haus in der Stadt Palangan in der Provinz Kurdistan im Nordwesten Irans.

Charlotte Wiedemann

Vielvölkerstaat Iran: Das Misstrauen der Regierung

Iran ist ethnisch und kulturell reich – im Westen ist das kaum bekannt. Die Situation der ethnischen Minderheiten ist unterschiedlich. Die Journalistin Charlotte Wiedemann erklärt die Diversität Irans.

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Eine Familie läuft in Teheran unter einer Brücke hindurch, vermutlich eine Autobahnbrücke (17. Juni 2019).

Interview mit Amir Hassan Cheheltan

Gefangen in Arbeitslosigkeit und Inflation

Die Iraner haben das Vertrauen in ihre Regierung verloren, sagt der iranische Schriftsteller Amir Cheheltan. Die Menschen seien enttäuscht, die Wirtschaft steckt in einer Krise. Doch der anhaltende Konflikt in der Region spiele dem Regime in die Hände.

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Zwei junge Frauen sitzen im Freien auf Stufen und unterhalten sich. Eine von den beiden blickt auf ihr Smartphone. Beide sind modern gekleidet und tragen ein Kopftuch (2. Juli 2019)

Interview mit Marcus Michaelsen

Zensur und Sperre: Iran arbeitet an nationalem Internet

In Iran wird die digitale Infrastruktur ausgebaut. Gleichzeitig wird das Netz zunehmend staatlich kontrolliert, und das Regime arbeitet an einem nationalen Internet. Marcus Michaelsen spricht über Gegenkulturen und die politische Schlagkraft des Internets.

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Das Geschäft mit dem Öl dominiert Irans Wirtschaft.

Martin Beck

Erdöl, Klientelpolitik, Sanktionen: Irans sozioökonomische Entwicklung

Nach einer langen Wachstumsphase steckt Irans Wirtschaft tief im Abschwung. Auch aufgrund internationaler Sanktionen. Derweil kämpft die Gesellschaft mit Arbeitslosigkeit und sozialer Ungerechtigkeit. Martin Beck analysiert die sozioökonomische Entwicklung des Landes.

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Eine Frau läuft auf der Straße vor einem Wandbild entlang, das Irans Flagge zeigt, 22. Mai 2019. (© picture-alliance/dpa)

Alessandro Topa

Irans Geschichte: 1979-2019 – Zwischen Revolution, Reformversuchen und regionalem Hegemonieanspruch

1979 wurde die Islamische Republik Iran gegründet. Es folgten ein Krieg, Wiederaufbau, Reformbemühungen und deren Scheitern. Heute lahmt Irans Wirtschaft, internationale Sanktionen sind wieder in Kraft. Der Iran-Experte Alessandro Topa blickt auf 40 Jahre iranische Geschichte.

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Große Demonstration gegen den Schah in der Innenstadt von Teheran, 9. Oktober 1978.

Monika Gronke

Irans Geschichte: 1941 bis 1979

Mit Duldung des Westens steigt Mohammed Reza Schah ab den 1950er Jahren zum Alleinherrscher auf. 1963 wird erstmals Ajatollah Ruhollah Chomeini politisch aktiv, der später zur identitätsstiftenden Figur der Islamischen Revolution werden sollte. Monika Gronke fasst die Ereignisse zusammen.

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Videoprojekt

Atlas des Arabischen Frühlings

Die Video-Edition des Atlas des Arabischen Frühlings nimmt die Umbrüche in Tunesien, Libyen, Syrien, Ägypten und ihren Nachbarländern unter die Lupe und berichtet über deren überregionale Folgen.

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Informationen zur politischen Bildung

Naher Osten

Was führte zum Arabischen Frühling, der 2011 im Nahen Osten die herrschenden Machtverhältnisse erschütterte? Und welche Bilanz lässt sich fünf Jahre später ziehen? Blick auf eine Region in der Krise.

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Dossier

Antisemitismus

Antisemitismus ist eine antimoderne Weltanschauung, die in der Existenz der Juden die Ursache aller Probleme der heutigen Welt sieht. Das Dossier beleuchtet Geschichte und Gegenwart der Judenfeindschaft und hilft, sie zu entlarven.

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Zuflucht gesucht

Navid aus Iran

Navid gehört zur Volksgruppe der Kurden und ist in Iran Unterdrückung ausgesetzt. Mit seiner Mutter flieht er nach Europa. Die Eingewöhnung fernab der Heimat fällt ihm nicht leicht.

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