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Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise.

Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise.

Erinnerung an den Mauerfall, East Side Gallery, Berlin 2020. Das Bildmotiv des Berliner Künstlers Kani Alavi aus dem Jahr 1990 heißt: "Es geschah im November" (© bpb/H.Kulick)



"Wir konnten dit jar nich fassen". Wie hörten sich nach Mauerfall und Deutscher Vereinigung Euphorie an, wie Skepsis, wie Resignation? Linguisten der Freien Universität Berlin bildeten damals Ost-Lehrkräfte weiter. Sie mussten Umfragen über die innere Einheit auf Tonband aufzeichnen. Die Aufnahmen erweisen sich heute als zeithistorischer Schatz. Sie belegen höchst unterschiedliche Wahrnehmungen aus der Zeit des mühsamen Zusammenwachsens. Hörbar werden dabei auch Vorurteile und Ängste, die sich bis in die Gegenwart ausprägen.

Zu dieser O-Ton-Sammlung und was Interessierte mit ihr anfangen können



Die nachfolgend präsentierten Audiofiles präsentieren ausgewählte Erzählungen über die Zeit nach dem Mauerfall und der Deutschen Vereinigung, gesammelt von Ost-Berliner Lehrern und Lehrerinnen ab 1990. Der Linguistikprofessor Norbert Dittmar unterrichtete damals auf der Grundlage eines Beschlusses des Berliner Senats DDR-geprägte Lehrkräfte an der Freien Universität Berlin (FU), um sie fit für das sich wandelnde Schulsystem zu machen. Eine der Aufgaben war es, Zufalls-Umfragen zu erheben, egal ob auf der Straße oder unter Freunden und Bekannten, das Projekt hieß "ethnographischer Ansatz mittels Tonbandaufnahmen" . Die O-Töne ließen schon damals erkennen, wie schwer das Zusammenwachsen der beiden deutschen Gesellschaften werden sollte. Bis heute.

Mauerbresche Ende November 1989 nahe dem Reichstagsgebäude in Berlin. (© Holger Kulick)