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3. Grenzübertritt am 10. November

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwende Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

3. Grenzübertritt am 10. November

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Nicht alle brechen schon am Abend des 9. Novembers zur Grenze auf. Viele sind misstrauisch und glauben die Nachrichten nicht. Erst am 10. November erkunden sie Westberlin und schildern ihre höchst unterschiedlichen Erfahrungen.

Menschen feiern am 09.11.1989 den Mauerfall am Grenzübergang Helmstedt. (© picture-alliance/AP)

  • Interner Link:

    Interview mit Christa

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    Interview mit Paula

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    Interview mit Lore

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    Interview mit Kira

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    Interview mit Maria

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    Interview mit Alla

  • Gesellschaftspolitischer Hintergrund

    Die meisten Ostberliner/innen im Wendekorpus gehen erst im Laufe des 10. November über die Grenze nach West-Berlin. Die beruflichen Aktivitäten am Morgen des 10. (z.B. Schulunterricht) fallen aus. Alles fiebert nach dem Übergang in den Westen.


    Kurzerläuterungen zu Christa, Paula, Lore, Kira, Maria und Alla

    Christa

    Crista (a) geht mit einer Freundin in Pankow über die Grenze. Allein hätte sie es sich eigentlich nicht getraut. Beiden werden glücklicherweise von einem Trabi mitgenommen und entgehen somit dem stundenlangen Warten in der Schlange. Sie trifft verschiedene Kollegen und Freund/innen aus Ost-Berlin, gemeinsam geniessen sie den ausgelassenen Trubel, die Willkommensgrüße, die Atmosphäre des Sich-gegenseitig-Umarmens und -Beglückwünschens. Sie fühlten sich wie auf einem Fest "und ham da ham da jafeiert uff da straße".

    Paula

    (40, Hellersdorf, Lehrerin) misstraut, wie viele andere, der Nachricht die Grenze ist offen (" jedenfalls äh war dit erst überhaupt nich zu fassn ick sach dit kann kann nich sein"), obwohl sie rings um sich Feuerwerk sahen und Knallkörper tönen hörten. Die nächtliche Grenzübertrittslust des Mannes bremst Paula mit "du spinnst" aus. Am nächsten Vormittag schaffen sie es aber, sich durch die unendlichen Massen über die Oberbaumbrücke in den Westteil zu begeben. Wie überrascht waren sie (wie auch manche andere) über den ersen Eindruck: das sieht ja genauso aus wie bei uns. Im weiteren Verlauf des Westbesuchs treffen Paula und Mann Verwandte und Freunde – und feiern! Paula – eine der wenigen unter den Ost-Berlinern – lobt die Willkommensfreundlichkeit der Westberliner: sie und ihre Freunde "bewundern mit welcher ruhe un mit welcher freude sie die ostberliner aufgenomm habn".

    Lore

    Dass die Nachricht die Grenze ist offen in der Wirklichkeit zutrifft, erschließt sich Lore erst peu à peu, schrittweise: so undenkbar erschien ihr diese Möglichkeit. Sie ist umso glücklicher, als sie – wegen ihrer offenen kritischen Haltung – unter politischen Druck des Regimes geraten war. Sie lässt uns daran teilhaben, wie zögerlich die Öffnung der Mauer "langsam ins bewußtsein jedrungn is" und wie lange es dauerte bis sie sich gewiss war "die grenze is erst mal weg äh * und dit kann uns keener nehm".

    Kira

    Kira (36, Kinderärztin aus Hellersdorf) erobert sich den Westteil mit ihren beiden Kindern auf den Armen selbstbewusst und mit Humor. Sie überwindet die Widrigkeiten der Kontrollen und langen Schlangen geschickt, um ihre Tante in der Borussiatraße zu besuchen. Anstatt ihr auf die Frage nach dem Weg eine Beschreibung zu geben, kontert die gefragte westberliner Ladenangestellte, sie solle sich doch erstmal die 100 DM Begrüssungsgeld abholen. Und diese Direktive wiederholt sie ungerührt und als "Besserwessi" zum "Ossi" heruntersprechend, obwohl Kira klar zu verstehen gibt, dass sie sich nicht für Geld interessiere, sondern für die Tante. Diese Episode illustriert exemplarisch und bilderbuchartig den hegemonialen Alltagshabitus, den viele Westberliner gegenüber den "Ossis" praktizierten. Dahinter wird auch ein verallgemeinerbarer Unterschied deutlich: Westbürger dachten tedenziell materialistisch, die Ostbürger idealistisch.

    Maria

    Maria schließlich (41, Grundschullehrerin aus Marzahn) scheitert beim ersten Versuch, über die Grenze (Mauer) nach Westberlin zu gelangen. In drastischer und eindringlicher Form (siehe unten den Kommentar zur sprachlichen Gestaltung) schildert sie ihre diffusen ideologischen Vorstellungen von den Verhältnissen im Westteil: dort lebe ein "pennervolk", man habe "überfälle" zu befürchten, dem sogenannten "Ossi" drehe man den Hals um und stecke ihn / sie ins Gefängnis. Diese (ideologischen in der DDR inszenierten) Ängste sind in ihr so lebendig, dass sie – mehrfach wiederholt sie das, ihre Gefühlslage unterstreichend – ihrem Mann den Grenzübertritt verweigert. Beim zweiten Versuch gelingt dieser dann. Der Westen wird ihr ein Stück vertrauter, auch wenn es noch Wochen dauert, bis sie sich unbedenklich dorthin begeben kann. Auch anderen Ostberlinern mit ähnlichen Schreckbildern vom "Westen" ging es so – sie alle brauchten Zeit, bis sie sorgenlos in den Westteil gehen konnten. Marias Erzählung vom Scheitern ist in diesem Sinne sofern exemplarisch für die ideologisch eingeimpfte Angst vor der westlichen terra incognita.

    Alla

    Letzteres bestimmt auch das Verhalten von Alla. Im Laufe iher 54 Lebensjahre (Lehrerin, Hellersdorf) hat sie natürlich die Normen des öffentlichen und Alltagslebens voll internalisiert. Nie werde sie diesen Tag vergessen – einen der "schlimmsten" sagt sie an anderer Stelle im Gespräch. Die Hochglangzreklame der Geschäfte, die materielle Vielfalt der Angebote, der Geschäftsrummel stösst sie so ab, dass sie Kopfschmerzen bekommt, nichts kauft, gleich wieder in den Osten zurückkehrt und sich "schwört", Monate vergehen zu lassen, bis sie wiederkommt.


    (a) Crista BW 08 (Ost)

    Situativer Kontext und sprachlicher Kotext

    Crista (23, Studentin, wohnhaft im Studentenheim Berlin Mitte in der Nähe der Leipziger Str.) präsentiert einen ganz typischen, von vielen Ostberlinern ähnlich erlebten Grenzübertritt. Sie glaubt erstmal der Mauerfallnachricht nicht und wartet den nächsten Morgen ab. Früh holt sie sich ein Visum, gerät in die riesiglangen Schlangen, lässt sich aber von einem Trabi recht schnell in den Westteil mitnehmen und gelangt u.a. auch auf dem Kudamm. Sie beschreibt die euphorische Stimmung Ostberliner, besucht Freunde und erst nachts in den Ostteil zurück. Typisches berlinern: " denn ham wa imma wieda die autofahra * bequatscht * daß die uns nu mitnehm und son paar jungsche typn die ham dann jesagt okee steigt ein",

    Ausschnitt des Interviews mit Christa und Transkription

Sound der Einheit: Christa Teil 2 (BW_E_08)

0103 CHRI
? hast du dit/ hast du dit so och so live miterlebt^ oda hast du dit dann erst mh: nächsten tach oda?

0104 OL
nee ick hab dit emd übahaupt nich mitkricht am nächstn tach am nächstn morgn hab ick ebend dit radio anjemacht ((Ausatmen)) * und hab dann jehört daß alle leute nachts * äh rüberjejang sind * äh daß die uff der mauer jetanzt ham und und daß äh da jetzt imma noch welche drübm sind im westteil und so ((Ausatmen)) * und naja da ick 'wat kann ja nich 'wahr sein * und ick hab damals da * ina nähe och vona grenze jewohnt^ * und * ja also ick * wußte eignlich ja nich so richtich dit * dit hieß 'ja jetz muß man sich da früh anstelln bei den polizeidienststelln und mußt dir da irgendwie son 'visa holn^ ((Ausatmen)) * naja und da hab ick ebend och jedacht die visas die gibts bloß noch heute also nüscht wie hin^ * ick hätt ja eignlich 'schule gehabt^ * aber ick hätte an diesem tag erst um zehn anjefangn * ha ick jedacht naja denn schaffst it ja noch bin janz früh uffjestandn und hab mich da um acht anjestellt ((Ausatmen)) da stand dann schon ne 'riesen schlange

0105 CHRI
((lacht))

0106 OL
dit is da * in pankow da jewesn da vorm: ka kollosseum nee * vorm tivoli da^ * und jednfalls stand ick da * bis um neun_ * bis um zehn_ mh: : dann hab ick uff de uhr jekuckt dachte 'ach du 'schande jetz hättest de ja schon 'schule * und dit wa eisekalt an dem tach? ick weiß nich ob de dich noch daran erinnan kannst? * da kam dann noch leute ham tee vateilt und so ((Ausatmen)) * so und jenfalls * äh wa ick dann irgndwann dran hab da: diesen stempel jekricht oda wat dit war ((Ausatmen)) und bin nach hause^ * inne woh:nung und schule hatte sich ja sowieso ale:dicht da ha ick natürlich och irgndwo n schlechtet jewissen jehabt und hab jedacht ach du schande mensch * standn die kinda heut ohne dich da so und nun hatt ick n stempel^ war in meina wohnung und dachte hm wat machstn nun^ jetz könntest de ja 'rübajehn aba ick hab mich nich jetraut^ * ick wußt jenau

0107 CHRI
? mußtest erst ma mußtest erst ma irgndwo hinjehn und jemand anrufn oder so daß e:na mitkommt oda wie?

0108 OL
nee ick wußt nee * ick wußte jenau wo lang dit ja nun lief da die bornholmer lang aba * na und uff eenmal klingelt dit und uff eenmal stand da meine freundin vor da tür_

0109 CHRI
hm_

0110 OL
die sagt 'los komm * 'mach * zieh dich an * wir jehn jetz rüba_ * ja^ * würklich^ meinste^ *? wolln wa würklich^? also ick hab mich da irgndwie übahaupt nich jetraut und da sind wa die bornholmer lang und da standn ebend schon riesn autoschlang^ * die hattn schon schilda inn autos * ((Ausatmen)) da stand dann schon drin wir nehm keinn mit_ * naja dit war dann schon besonders freundlich wieda

0111 CHRI
((lacht))

0112 OL
also sind wa nach * janz vorne * jelaufn * da ham wa jedacht na kuckn wa ma bei den fußgängern und die schlange die ging bestimmt bis zur (0.1) schönhausa allee und da ham wa jedacht 'nee also 'so lange könn wa nich wartn eh wa uns 'da hinten anjestellt ham dit haltn wa 'nich aus_

0113 CHRI
hm_

0114 OL
denn ham wa imma wieda die autofahra * bequatscht * daß die uns nu mitnehm und son paar jungsche typn die ham dann jesagt okee steigt ein ((Ausatmen)) * und vorher hattn wa noch ne flasche 'sekt gekooft ((Ausatmen)) * und ham wa jedacht naja dann * könn wa die ja anstoßn und die ham wa dann gleich im auto uffjemacht_ und sind dann ebend da rüba jefahrn üba die brücke * und dann war dit emd o:ch so daß die leute da uffs auto jeklopft ham und * ((Ausatmen)) äh * 'hurra und 'herzlich willkomm und 'alles gute jeschrien ham und * naja und denn * m: * denn is: da: die freundin von mir ((Ausatmen)) * weil die damals ina apotheke jearbeitet hat erstma * uff da andan seite da * inner * ja_ pankstraße oder wo dit is gleich in die erste apotheke rin und kannte da 'zufällich noch

0115 CHRI
((lacht))

0116 OL
ne freundin von der se wußte ach die is rübajejangen und die arbeitet in der apotheke und die hatse da och gleich anjetroffn * 'so und die hat uns nun jesagt 'wo was is und ((Ausatmen)) * wo wa 'langfahrn müssn weil * wir kannten uns* äh wir kannten da ja alles nich * naja und denn: * äh hatte die freundin damals n bekanntn und der is kurz vorher * irgndwie üba ungarn abjehaun und da wußten wa 'ach der is im * aufnahmelager da irgndwo * im wedding und komischaweise obwohl wir dit 'erste mal da warn wir ham da allet jefundn da sind wa den da besuchn gleich jegangn * ((Ausatmen)) und der war auch zufällich 'da und dann ham wa den noch mitjenomm und ham denn och n bekannten ((Ausatmen)) von 'mir noch uffjesucht * ((Ausatmen)) ja und denn sind wa schließlich och zum 'kudamm und * tja und ham da ham da jafeiert uff da straße also

0117 CHRI
hm_ *

0118 OL
so war dit ja * naja und dann bin i sind wa och nachts irgendwann zurück und dann bin ick erst nächsten tach dann wieda arbeiten jejangn


(b) Paula (BW 14 Ost)

Individueller und gesellschaftspolitischer Hintergrund

Paula, zur Zeit der Datenaufnahme 42 Jahre alt, wohnt in Hellersdorf. Die spontan-zweifelhaften Mitteilungen Schabowskis nehmen Paula und ihr Mann mir Argwohn auf (nich zu fassn, du spinnst). Trotz sichtbarem Feuerwerk und Geknalle überwiegt das Misstrauen.

Ausschnitt des Interviews mit Paula und Transkription

Sound der Einheit: Paula (BW_E_14)

0004 PAULA
ja jedenfalls äh war dit erst überhaupt nich zu fassn ick sach dit kann kann nich sein wartn wir erstmal ab aber es war ja doch so ringsrum um uns hörten wa dann schon feuerwerk un knaller und die leute mußtn das ooch * eben noch mal frisch mitbekomm ham (2.0) äh jedenfalls mein mann sachte * mensch zieh dich an wir ziehn los ich sachte du spinnst ich geh doch jetz nich in der nacht los nachher is an dem überhaupt nichts dran wir wartn erst mal ab so nächsten tag kam wa dann in die schule und da war natürlich ooch ein/ eine ungeheure stimmung die leute begrüßten sich alle freundlich lachend also ja dit war irgendwie wie weihnachten als ob mann besonderes geschenk bekomm hat ((lacht)) alles strahlte so richtig an unterricht war kaum zu denkn wir mußtn erst mal so mit-n kindern/ das heißt nich wir mußtn/ wir besprachen mit den kindern alles und äh ja es geht mir heute immer noch durch den kopf^ was ich damals ooch nich so richtig verstandn hatte wir hattn immer gelernt die entwicklung geht vorwärts * eine rückentwicklung in der gesellschaft gibts nich ja ick kann mich noch an die worte von dem erich honecker erinnern die mauer wird nie falln ick hätt-s ooch nie geglaubt weil weil man ja auch in dem sinne erzogen war ja^ und dadurch * daß ich eh ja praktisch immer mit der mauer jelebt habe nichts anderes kennengelernt habe * ((Ausatmen)) war das für mich ooch eigntlich/ dis war halt so und damit basta ja damit hatte man sich abgefundn * ((Ausatmen)) jedenfalls * naja dis warn warn großes ereignis * am nächsten tag die kinder wie gesagt in der schule warn auch aufgekratzt die erzähltn ooch das was ihre eltern so erzählt hattn und so und unsere großen schüler warn kaum zu bremsen die mußtn in der großn pause gleich runter zur polizei und sich ein visum holn^ in den ausweis reinstempeln lassn^und mein mann hatte das iner/ inner mittachspause jemacht ((lacht)) jedenfalls nach-m unterricht trafen wa uns * s war ja freitag und zogen los * wir kam * äh warschauer straße^ * an man sah schon leute die alle zur grenze hinströmtn die hielten sich ooch nich an die verkehrsregeln die liefen der straße ich sa das war so eine euphorische stimmung^ ((Ausatmen)) sis eigentlich sis erstaunlich ja (2.0) ja wir kam dann an den übergang äh wie hieß denn der^ baum nee

0005 OL
oberbaum

0006 PAULA
oberbaumbrücke richtich oberbaumbrücke kam wir an den übergang und sahn schon eine rie:senlange^ menschenschlange da mußtn-wa uns ja nun hintn anstelln ((lacht)) ((Ausatmen)) aber man nahm das alles gelassn die leute ringsrum lachtn und erzähltn un phh die zeit verging ganz schnell * ja un eh: man durch diesn kontrollpunkt durch war phh naja so zwei drei stunden ham wa schon jestanden es wa: ja ooch nich der wärmste tag man fror doch schon n bißchen ja^ und durch den kontrollpunkt durch^ ja und auf der brücke^ * zwischen naja de-de-er und und westberlin also ostberlin und westberlin äh ja die brücke war ja praktisch niemandsland * über die spree

0007 OL
hm

0008 PAULA
drüber weg * die leute standn dicht gedrängt nun bestand ja die schwierichkeit daß äh auf der anderen seite nach westberlin nur ein ganz kleiner durchgang war nur so groß wie hier so-n normaler türdurchgang un so viel leute da ja nich durchkonntn jedenfalls dauerte das relativ lange die leute auf der brücke wurden ungeduldig und fingen an zu rufn macht auf oda laßt uns durch dis klang alles so schön gleichmäßig daß man da drauf wirklich angst bekomm konnte daß durch die schwingungen die dort entstandn irgendwas schlimmes passieren konnte ja^ mein mann sachte bloß oh gott haltet euch fest^ thh ((lacht)) hoffn wa nur daß wa hier heil durchkomm ja naja nach ner ganzen weile warn wa dann endlich auf westberliner gebiet sah genauso aus wie bei uns da war nüscht nüscht anderes ((lacht)) ((Ausatmen)) und na ja mein mein mann hatte äh in westberlin n bruder der besaß dort * ne kneipe^ und wir ham uns auf den weg zu meim schwager jemacht ich kannte den überhaupt nich meine tochter ooch nich mein mann wußte noch nich ma jenau wo der wohnte^ so nur so unjefähr * jednfalls liefn-wa dorthin * kamn in die kneipe rein ja mein schwager war nich da^ aber die bedienung und naja wie dis so is wo is er denn^ un so weiter sie holte ihn un er kam runter^ * stand in der tür * kuckte^ * schloß sein bruder in die arme ihm kam die trän^ ick stand da und hab jeschluckt th mußte mich wegdrehn und die leute bekam dann ja ooch mit daß wir aus-m ostn warn un ick muß janz ehrlich jesacht die die westberliner leute * ja * bewundern mit welcher ruhe un mit welcher freude sie die ostberliner aufgenomm habn ja nich nur am ersten tag sondern so ooch alle folgenden tage ja^ was die dort alles so verteilt ham und so also det war schon n schönes^ erlebnis * wirklich un dieses erlebnis wird man ooch imma im gedächtnis behaltn

Situativer Kontext und sprachlicher Kotext

Paula bremst ihren nachtabenteuerlichen Mann (mensch zieh dich an wir ziehn los) ab ( wir wartn erst mal ab). Erst am nächsten Tag (10. Nov) gehen sie über die Grenze nach Westberlin. Allerseits herrschte beste Stimmung (wie weihnachten). Von den Ereignissen dieser euphorischen stimmung zu erzählen, macht nur einen Teil der Narration aus. Der komplementäre ist die (alltagsphilosophische) Bewertung (es geht mir heute immer noch durch den kopf): an die Mauer habe man sich gewöhnt, eine Rückwärtsentwicklung würde es, laut offizieller Ideologie, nicht geben … die gesellschaftliche Entwicklung sei nach vorne ausgerichtet. Auf der Folie dieses Widerspruchs von Zukunftsdenken und gegenwärtigem Kontrollverlust fährt Paula fort, 'den Auszug der Ostberliner nach Westberlin' zu erzählen (viele Details: Visum holen, Wegstrecken, Grenze überqueren, Teil der euphorischen Stimmung sein, Verwandte treffen, sich durch die Massen hindurchwinden etc.). Die Passage steht exemplarisch für die allgemeine euphorische Stimmung der Ostberliner an diesem 10. November: det war schon n schönes^ erlebnis * wirklich un dieses erlebnis wird man ooch imma im gedächtnis behaltn.

Was den interaktiven Austausch der Ostberliner untereinander ausmacht, müssen wir auch mal berücksichtigen, dass sie unter sich als Gesprächspartner viel mehr Respekt gegenüber dem Anderen praktizierten. Man läst den Anderen grundsätzlich ausreden und grundsätzlich ein ruhiges Nacheinandermitteilen walten – anders als die Westsprecher/innen, die oft gegeneinander um den Redebeitrag konkurrieren.

Paula lobt die große Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft der Westberliner/innen – ein Zeichen dafür, dass zur Zeit des Mauerfalls, als politische Fragen noch nicht dominierten, die wiedergewonnene persönliche Nähe am wichtigsten war.


(c) Lore BW 17 (Ost)

Lore (50 Jahre) kommt aus Treptow und ist Lehrerin (???).

Ausschnitt des Interviews mit Lore und Transkription

Sound der Einheit: Lore (BW_E_17_02)

0011 LORE
ähm * das kam (3.0) das kam * pö-a-pö immer n stückchen mehr immer n stückchen mehr immer n stückchen mehr * hattn paar tage bestimmt gedauert (3.0) und * als mir das dann klar wurde richtich * eigentlich richtich klar wurde * das war dann am tag danach * am zehntn november * als * ich aus der schule kam und meine straße die wisbyer straße die ja da sone grenzstraße is bornholmer brücke überjang ((Ausatmen)) * als die (2.0) überfüllt war überfüllt die die menschen * die liefn die straße lang die straßenbahn die autos laut hupend * äh manche autos warn anjemalt * äh uff trabis stand * äh drauf hurra frei oder irgendsolche dinge ja oder die mauer is weg die mauer is weg oder solche dinge * ähm * die * die verkäuferin: standn vor der kaufhalle * naja und * dit wa son jefühl * muß ick sagn dit hab ich eigentlich immer noch ja wenn ick mir mir dessen bewußt werde man denkt ja nich immerzu daran aber wenn ich mir dessen bewußt werde und manchmal sinds so kleinichkeiten daß ick nich abhebe von der straße ja^ * daß ich nich irgendwo * äh: mh: schwebe * immer noch

0012 LORE
(2.0) ähm (2.0) da ick äh doch eigentlich in in in der letztn/ in den letztn jahrn durch die: äh eisenschmadt/ schmidt * und die janzen repressalien dort also ziemlich nervlich ziemlich anjegriffen war * ((Ausatmen)) ähm (2.0) konnte dit eigentlich nur zur folje ham daß ich einfach pausenlos jeheult habe * * und wenn ick (3.0) jetz noch dran denke jehts mir immer noch so ute ja^

0013 OL
hm

0014 LORE
furchtbar (3.0) furchtbar * is so tja * und dann jing ich die straße lang * immar (1.0) so verkniffm * krichte dit ooch noch inne reihe (0.5) aber als ick dann eben über die über die grenze da wuselte mit tausenden * äh anderer * wie jesagt schon am zehntn november (2.0) und die westberliner uns da empfangn ham (2.0) % mich hat zum beispiel n junge empfang * vielleicht so elf oder zwölf * und hat jesacht ick soll doch nich heuln is doch allit vorbei ((lacht))

0015 OL
((lacht))

0016 LORE
(2.0) oder uff de schulter jekloppt (2.0) na * ich * weeß nich * dit kann man ebend nich beschreibn * ich ich war eigentlich nich dazu in der lage (1.1) (2.0) ähm * na ebend n kla:ren gedanken zu fassn obwohl äh * dit wie jesagt langsam ins bewußtsein jedrungn is die grenze is erst mal weg äh * und dit kann uns keener nehm * aber welche konsequenzen das alles hatte oder so dit äh war überhaupt noch nich * ähm (2.0) abzusehn dit is also ooch dit spielte sich überhaupt nich ab in mein graun zelln irgendwie so was * was also mit konsequenzen oder so zu tun ham könnte * eben nur nur diesis gefühl es is alles vorbei sis alles vorbei ähm

Situativer Kontext und sprachlicher Kotext

Lore geht auf den Prozess ein zwischen "Erfahren vom Mauerfall" (Nacht des 9. November) und sich dessen bewusst werden, was der Mauerfall langfristig bedeutet. "pö-a-pö immer n stückchen mehr immer n stückchen mehr immer n stückchen mehr." Das eingedeutschte "pö"geht auf Französisch peu ("wenig, ein bisschen") zurück. Die dreimalige Wiederholung verdeutlicht, dass die Unabänderlichkeit der Mauer tief im Bewusstsein verankert war – und dieses die neue Situation nur langsam, schrittweise erfassen konnte. Das Darüber-Klarwerden erreicht seinen Kristallisationspunkt, als sie am 10., einen Tag nach dem Mauerfall, aus der Schule kommt, unterwegs zum Grenzübergang und in den Westen. Sie schildert das quirrlige Leben auf der und rundum die Wysbier Str., ihr Überfülltsein, die übermütigen Launen ihrer Landsleute auf dem Weg in den Westen, ob per Strassenbahn oder per Trabi. Getragen von all dieser Aufbruchsmobilität, im Strom dieses so plötzlichen Neuen, wird ihr bwusst, WAS für eine Befreiung dieser Fall der Mauer für sie ist, sie, die im schulischen Alltag nervlich so belastet war in den letzten Jahren wegen kritischer Kommentare. Im Gegensatz dazu ihre Euphorie: sie könnte "schweben" vor Glück, sie muss "pausenlos heulen"- und das geht ihr eigentlich immer noch so, zwei Jahre später. Und sie hätte sich doch mit den Konsequenzen des Mauerfalls mehr auseinandersetzen müssen – das aber gerade war ihr in dieser Situation nicht möglich.

Erzählende und bewertende Passagen halten sich die Waage. Das Erzählen im Umbruch von Bewertungen durchsetzt. Die Folgen der Ereignisse werden mitreflektiert. Nirgendwo sonst werden so detailliert die Veränderungen in der Bewusstseinsbildung beschrieben wie hier. Wiederholungen dienen der emotionalen Intensivierung der Geschehens. Interessant auch, dass besonders positive Werte des Glückszustandes negativ ausgedrück werden müssen (furchtbar (3.0) furchtbar)


Kira (BW12)

Ausschnitt des Interviews mit Kira und Transkription

Sound der Einheit: Kira (BW_E_12)

O-Ton

Sound der Einheit: Kira (BW_E_12)

Kira

KIRA
ich hab also der neunte novemba fängt bei mir am 'zehntn novemba an_ *

0013 OL
aha *? warum das? *

0014 KIRA
ja wal-ick am neuntn novemba schon im 'bett war * als herr krenz seine rede jeredit hat_ * ((Ausatmen)) und am zehntn novemba früh äh * zum 'dienst uffkreuzte^ * und mein 'chef he:rr 'sowieso^ *? ne?

0015 OL
hm

0016 KIRA
strahlnd sachte * 'er is heute durch-s brandnburger 'tor zum dienst jefahrn_ und da hab-ick jedacht * der * hiea * spinnt^ * ja: hab-ick jesacht * ick auch^ * mach-ick übrijens 'jeden morgn (2.0) und da kuckte-er mich etwas dumm an und sachte? sie ham wohl noch gar nichts mitjekricht^? * ick sa nee *? wieso? ((lacht))

0017 OL
((lacht)) ((lacht))

0018 KIRA
und da ((Ausatmen)) erzählte er * na * die 'grenze is auf^ * % ick-sa ach so^ (3.0) hmhm * so war dit_

0019 OL
na: dit-is ja herrlich_ (2.0) und *? wie hast-e da reagiert?

0020 KIRA
ja also ick hab-s würklich erst n tach späta naja * ick hab-s nich jeglaubt * ne_ * ick hab jedacht * der vakackat^ mich oda so^ (2.0) hm (2.0) und denn war große uffrejung^ de-janze abteilung stand kopp^ * kee:n patient wurde mehr behandlt^ * alle hingn am 'radio^ (2.0) um zu hörn * wat denn nu los is_ * und denn denn stellte sich so raus^ so we:ß ick * jegn zehn^ * daß-et stimmt_ (2.0) na und wat war-n* det 'muß-n (3.0) freitach jewesn sein *? wa? * der zehnte muß-n freitach jewesn sein * ick hatte mittachs schluß_ * un name hatte spätdienst^ * un dann war also für mich klar^ * wenn ick fertich bin^ * hol-ick meine kinda^ * ((Ausatmen)) un-denn jeht-s ab

0021 OL
((lacht))

0022 KIRA
meine tante besuchn_ (2.0) ((Ausatmen)) ja * und so ham-wa dit denn o:ch jemacht_ (2.0) und * eh * name hatte 'spätdienst wie jesacht * den hatt-ick noch anjerufn^ daß-ick also ((Ausatmen)) 'nich nach hause komme^ * sondern gen westn sausn werde_ * % ahnungslosa engl der ick war * ne * ((Ausatmen))

0023 KIRA
name aus-m 'kindajatn geholt^ (2.0) ((lacht)) ((lacht))

0024 OL
sausn ist jut (3.0) ((lacht)) ((lacht))

0025 KIRA
name aus-m 'kindajatn geholt^ zu hause jetramplt^ * daß die große aus der schule kommt^ * ((Ausatmen)) un-dann hab-ick mein: kindan aklert * wir fahrn jetz tante liese besuchn_ na die sind umjefalln^ wa (2.0) weil name sachte (dit)/ hat ja schon 'ümma jefracht * warum wir nich 'hinfahrn dürfn * wenn sie uns besuchn kann_ * ne * ja * naja^ * und denn sind-wa losjefahrn (3.0) hm

0026 OL
hm

0027 KIRA
hm * obabaumbrücke hm * also dit-dit war-n schon alebnis^ deshalb vajeß-ick-s nich_ ((Ausatmen)) parkplatz jesucht * also warschaua straße^ bahnhof^ * weil war äh: : schwarz vor menschn_ ne^ * die straße war-ja blockiert_ (2.0) und den/ da standn-se nun an^ und wolltn durch dieset schmale tor da durch_ (3.0) ((Ausatmen)) ha-ick een kind links^ * een kind rechts^ ((Ausatmen)) % mensch? wie alt war-n der name damals? * der war ja noch 'kleen der war der war fünwe wa

0028 OL
hm

0029 KIRA
? viernachzjer baujahr? fünf

0030 OL
hm

0031 KIRA
hm * also und denn ham-wa uns so pchpchpch da: durchjeschummelt^ (0.4) (3.0) hundertdreiunneunzich patienten * die alle wissen wolltn * ob ick o:ch wieda 'zurückkomme

0032 OL
((lacht)) ((lacht))

0033 KIRA
ick sa ja logisch^ * wa^ (2.0) ((Ausatmen)) so_ * und denn ham-wa uns da 'rinjedrängelt^ un ham-uns o:ch relativ jut * ((Ausatmen)) vorjeschobn_ * denn sind-wa da rin^ (2.0) ((Ausatmen)) da: dieset 'häuschen^

0034 OL
hm (hm)

0035 KIRA
und da 'dachtn wa nun * wir ham-s jeschafft ja hm ja würklich äh: hm

0036 OL
hm (hm) (3.0) ((lacht)) ((lacht))

0037 KIRA
((unverständlich)) rauskamn aus dem häuschen^ * ((Ausatmen)) warn-wa denn einjekeilt in einer 'menschnmenge * ick hab den name uff-n 'arm jenommn^ * weil der hat jebrüllt wie am spieß^ * ((Ausatmen)) ick-hab jedacht ick komm da nich lebend raus^ ((Ausatmen)) zu'rück jings nich^ * wa * 'vorwärts jings nich^ (2.0) al-ick we:ß nich * wieviel stundn se uns da plattjematscht hattn * mir fieln die 'arme ab^ weil-ick ümma den zwerg jehaltn hab^ (2.0) ((Ausatmen)) un-denn als-es anfing zu dunkln^ * warn wa denn durch_ (2.0) hm * ja * so 'war dit * und denn obabaumbrücke * da landest-e ja mittn im tiefstn 'kreuzberg (h^)

0038 OL
nja_

0039 KIRA
eh * ick wußte zwar die adresse^ meiner tante aba-ick hatte kein: schümma wo dit is^ (2.0) also ick in den nächstn ladn rinnjerammilt^ war so sanitärkeramik^ * ick-sa jutn tach^

0040 OL
hm

0041 KIRA
* ick-sa ick will in die borussjastraße (2.0)? borussjastraße?*? ham sie * ham sie sich denn schon ihr 'geld abjeholt? * ick-sa? watt-denn für-n jeld * ick-sa ick

0042 OL
((lacht)) ((lacht))

0043 KIRA
brauche kee 'jeld * ick will zu meina 'tante und die wohnt ((Ausatmen)) in-a borussjastraße * ((Ausatmen)) ja-na: *

0044 OL
((lacht))

0045 KIRA
ich weiß 'auch nich * wo dit is ich-sa na * (dit) kann do ni 'sein * wa * ich sa jetz bin-ick hier im 'westn * und keena we:ß wo die 'straße is *

0046 OL
fürsorgliche menschn ((Ausatmen)) ((lacht))

0047 KIRA
hm (2.0) na ick sa * det 'muß ürgntwo beim flughafn tempelhof sein (2.0) aha_ * ja-gut * naja sacht-se * aba 'holn se sich doch erst mal ihr begrüßungsgeld ab_ (2.0) ick-sa * wozu brauch ick begrüßungsjeld wa ick will zu meina tante und da * brauch ick keen geld * nein * sacht-se * sie kriegn doch^ * sie ham doch ihre kinda mit^ * sie kriegn doch für jedn hundat mark^ * name fieln glei die 'augn aus-m kopp wa oh: * hundat richtjer mark^

0048 OL
((lacht)) ((lacht)) ((Ausatmen)) ((lacht))

0049 KIRA
und die schlangn * ick-sa nee * hier stelln wir uns nich an_ wa * na sacht-se * fahrn-se mal da pft ürgntwo hin^ * da is-is nich so voll_ (3.0) naja und da sind wa denn dahinjefahrn^ und ham uns anjestellt^ un ham nach-ner vürtelstunde unsar dreihundat mark jehabt^

Situativer Kontext und sprachlicher Kotext

In ihrer zupackenden energischen Art (dann hab-ick mein: kindan aklert * wir fahrn jetz tante liese besuchn) begibt sie sich auf die Reise, ihre Tante Liese in West-Berlin zu besuchen. Die Menschenmassen machen ihrem Fortkommen zu schaffen, das eine Kind heult dauernd, es ist schwierig voranzukommen. Schließlich gelangen sie aber über die Oberbaumbrücke nach Kreuzberg, von wo sie nach Schöenberg weiterkommen müssen, um ihre Tante zu besuchen. Trotz großer Widrigkeiten behält Kira ihren Humor bei. Als sie dann in einem Sanitätsgeschäft fragt, wo die Borussjastr. sei (dort wohnte ihre Tante), antwortet die Sanitätsangestellte herablassend und besserwissend, sie solle sich erstmal die 100 DM Begrüssungsgeld abholen. Kira antwortet, "Geld" interessiere sie nicht, dagegen gehe es ihr darum, möglichst schnell ihre Tante zu besuchen. Das lässt die Angestellte auch ein zweites Mal nicht gelten : "ja-gut * naja sacht-se * aba 'holn se sich doch erst mal ihr begrüßungsgeld ab"; das empört Kira, allerdings kann sie nicht verhindern, dass die beiden Kinder mithören, erfahren, dass auch sie 100 DM bekommen und nun auf die Mutter einwirken, das Geld erstmal zu holen und DANN zur Borussjastr. zur Tante zu gehen..So holen sie sich 300 DM – die Kinder bekommen Süssigkeiten und andere Geschenke. Das Beispiel zeigt, wie arrogant die "Besserwessi" auf die Ostberliner "heruntergeschaut" haben. Eine Frage nach dem Weg mit einer Gegenfrage zu kontern, die erstgestellte Frage kalt unbeangtwortet lässt, , ikann nicht anders als diskriminierendes Heruntersprechen wahrgenommen werden.

Kira präsentiert sich als forsche Ostberlinerin, die selbstbewusst ihr Recht wahrnimmt, den Westteil zu entdecken. Sie hat sich durchjeschummelt, in das Nadelöhr der Schlangestehenden 'rinjedrängelt und ist, um nach dem Weg zu fragen, in einen Laden "Sanitätskeramik rinnjerammilt " (bestes Berlinisch). Ihr ist ein action-Stil eigen. Neben abenteuerlicher Forschheit zeigt Kira aber auch Humor und Lebenslust.


Maria (BW 15)

Individueller und gesellschaftspolitischer Hintergrund

Maria, zur Zeit des Gesprächs 41 und Lehrerin an einer Grundschule in Marzahn, war viele Jahre SED-Genossin und teilte im wesentlichen die "großen" Werte der DDR. In ihrer Kindheit war sie umgeben von Freunden und Verwandten, die dem Regime kritisch gegenüberstanden und sich in diesem Geiste oft im Rahmen der christlichen Kirche trafen. Es muss ihr mehrmals passiert sein, dass sich diese Freunde und Verwandten ihr gegenüber – Details haben wir nicht – arrogant verhalten haben. Das gab den Ausschlag, dass sie sich der "staatlichen" Seite zuwandte – symbolisch eindrucksvoll von ihr dargestellt mir dem Bild des "Bürgersteigwechsels": traf sie jemanden von der "anderen" Moral, wechselte sie einfach den Bürgersteig. Sie und ihr Mann hatten die offizielle Ideologie der DDR gegenüber Westberlin voll internalisiert: dort herrsche Raubkapitalismus, als DDR-Bürger käme man gleich ins Gefängnis, es gäbe keine normale Bürgermoral, viele nähmen Drogen … es herrsche Willkür und Ungerechtigkeit.


Ausschnitt des Interviews mit Maria

Sound der Einheit: Maria (BW_E_15)

28 MARIA
und mein mann wollt so jerne mit mir dann rübergehn * als die grenze nun jefalln war^ oder besser jesacht die mauer * jafalln war sagt er mensch komm wir gucken mal und er konnt mich nicht bewegen weil * ick hatte so ne panischen ängste in mir^ ick dachte wenn ick jetzt da rüberjehe^ * erst ma dacht ick * grundsätzlich muß ick dit wort so formulieren ick dachte nur an pennervolk ick dachte jar nich an die jehobene klasse ick dachte nur an überfälle^ dachte nur an * wenn die jetzt mich als ossi sehen drehn die mir den hals rum^ und hatte sorgen^ * eh daß man mich als ostler sofort drüben erkennt^ * weil ja och immer jesagt wird der ossi is zu erkennen^ wat ick nachher als gegenteil beweisen werde^ eh da hab ick jedacht nee da gehste nich rüber * und ick hab och zu meen man gesacht ick kann nich * ick sage es tut mir leid ick kann nich * ick sage du kannst jetzt sagen los und * ick sage ick schaffe et noch nich dit is einfach nich drin und zu meiner freude hat er t eigntlich einjesehn und hat jesagt er kann dit vastehn * denn er war ja nun vor eem jahr drüben und weeßte wie det ihm danach ging^ er war total durchnander und konnte die alebnisse jar nich so jut vaarbeiten er hat bald n halbet jahr jebraucht um die eindrücke da wegzustecken ja^ die er dort arlebt hat und deswegen hat er s eigentlich verstandn wenn ick sage ick bin noch nich so weit * so_ denn kam aber die sache mit den hundert mark die man umtauschen kann * na ja und * man hat ja nischts zu vaschenken sagt n sprichwort ne^

29 Ol
mußt dir och holn

30 MARIA
also hab ick jedacht du mußt dir och die hundert mark holn * und da hat mein mann dit so einjafädelt daß wa durch die kalte küche in den westen jejangen sind * der is nich mit den öffentlichen vakehrsmitteln mit mir rüber jefahrn^ sondern der hat mich hinten * langgeführt * ehm (2.0) wo sind wir da langjegangen * na ja jedenfalls hat er mich hinten durchjeführt so qua so daß ich quasi bloß zwee straßen übaquert habe und da sind wa da an der u-bahn langgelofen^ in richtung neukölln war dit jewesen * und dann sind wir rüberjelaufen und dann mußten wir noch durch so n tunnel jehn und als wir den tunnel überwunden hatten^ war ebend der westen * und meine erste reaktion * na dit is ja n scheißhinterhof * den hast du im osten och

31 OL
((lacht)) ((lacht)) ((lacht))

32 MARIA
und damit war meine angst weg * ick habe dort die alten häuser jesehen die ick als hinterhof k kulisse kenne^ * und dachte mensch * dit sieht ja jenauso aus wie bei mir zu hause * und damit wurd ick mutich und als er dann noch mit mir da in den eenen türken stürzte und dort weintrauben kaufte die wir unterwegs erstmal zu uns nahmen^ ja^ da war also meine hemmschwelle erstmal weg *

QuellentextSituativer Kontext und sprachlicher Kotext

Marias Mann wollte mit ihr dann eines Tages über die Grenze gehen. Sie ließ sich aber zu diesem "Ausflug" nicht bewegen, zu stark steckte noch die Angst in ihr, die sie mit der offiziellen DDR-Ideologie internalisiert hatte. ER akezeptiert das, war sein eigener erster Besuch im Westen offenbar nachhaltig negativ. Schließlich schafft er es aber mit einem Trick, sie durch eine U-Bahnunterführung direkt in den Westteil zu führen – ja so, dass sie den Unterschied zwischen den beiden Teilen Berlins gar nicht merkt ("und meine erste reaktion * na dit is ja n scheißhinterhof * den hast du im osten och "). Schließlich war ihre erste "hemmschwelle erstmal weg"

Eine besondere Sequenz stellt der Schulterschluss von narrativen und evaluativen Sätzen in der Form einer konversationellen Liste dar. Sie wird eingeführt durch die Äusserung ick hatte so ne panischen ängste in mir^ . Es folgen parallelisierte syntaktische Muster: ich dachte (nur) an X, Y, Z …., wobei diese Variablen semantisch variieren: {pennervolk}, {an die jehobene klasse}, {überfälle}, {drehn die mir den hals rum^ } (u.a.). Die Liste besteht also aus einer stets identischen syntaktischen Struktur und einer semantisch variierenden Prädikation. In der Gesprächsanalyse gelten solche Muster als rhetorischer Kunstgriff.

Dass sie aufgrund der ideologischen Aufladung ihres Bewusstsein über Partei und "Herrschaft" nicht den Gedanken haben konnte, unversehrt im Westen zu sein und auch problemlos wiederzurückzukommen, wird durch intensivierende Wiederholungen deutlich. Das dialogische Prinzip kommt gestalterisch hinzu: eine Art inneren Monolog führt sie mit sich selbst als auch mit ihrem Mann. Schließlich schafft es der Mann, sie durch einen unauffälligen Nebenweg ("U-Bahn-Unterführung") in den Westen zu führen. Sprachlich in ihren Worten: hat mein mann dit so einjafädelt daß wa durch die kalte küche in den westen jejangen sind...Für den Zeitgenossen der 60iger, 70iger, 80iger Jahre klingt natürlich in der kalten Küche der kalte Krieg an. Zum Land des "kalten Krieges" ging Maria durch die "kalte Küche" … das Bild passt!


(f) Alla BW 25 (Ost) "ich war VÖLLIG fertig an dem tag"

Sound der Einheit: Alla (BW_E_25_02)

44 ALLA
ich persönlich jetzt? ja ich habs gemacht; ach den tag vergeß ich nie. eh und zwar (0.4) hab ich mich damals mit meiner jüngsten schwester verabredet; wir sind dreizehn jahre auseinander und * habe dann eh mit ihr darüber gesprochen; paß ma uff; eh wir müssen uns mit der ganzen sache ehm identifizíern; und eh in dem beruf und überhaupt als eh bürger eines eh zukünftigen gemeinsamen landes muß man schon einiges wissen; also jedenfalls ham wir uns an einem tag verabredet nach wedding zu fahrn; da wußte ich schon son bißchen wie man da hinkommt; und sie kam und kam nicht und ich bin dann alleine los; ehm der tag war eigentlich einer der schlimmsten für mich; weil * ich war derartig aufgeregt als ich dann über * oder da durch bin; wo w wahrscheinlich früher die pässe oder was kontrolliert worden sind für die leute die die möglichkeit hatten; und # als ich dann die ersten

45 ALLA
(0.6) ansichten sah, und die ersten geschäfte; * ich war also noch nie in westdeutschland und * konnte hab mir das bild eigentlich nur ausm fernsehn gemacht; aber wenn mans nachher selber sieht; also ich war VÖLLIG fertig an dem tag; ich bin also nur die straße hoch und runter gelaufen; hab mir die geschäfte von áußen angeguckt; ich war in keinem geschäft drin; ob da herti oder was da alles kam; und * habe SO SCHLIMME kopfschmerzen dann bekommen; bin dann nach hause gefahrn und hab mir geschworn; du läßt jetzt MONATE darüber eh hinweggehn; eh du nochmal den weg machst;

Situativer Kontext und sprachlicher Kotext

Alla nimmt sich vor, mit der jüngeren Schwester in den "Westen" zu gehen. Die Motivation ist wohl eher ethisch denn persönlich (man muss was wissen von dem Land, in dem man künftig zusammenlebt,u.a.). Als die Schwester nicht kommt, geht sie allein in den Wedding. Es wurde ein schlimmer Tag für sie. Sie bekam starke Kopfschmerzen, ging in kein Geschäft rein und fährt gleich wieder nach Hause. Innerlich schwört sie sich, möglichst nicht mehr in den Westen zu fahren. Sie macht keine guten Erfahrungen.

Eigentlich kein narrativer Text … die narrativen Eigenschafttreten hinter den evaluativen, kommentierenden zurück. Alla vermittelt ihre Enttäuschung und ihre Gefühle. Die Geschäfts- und Kaufwelt, die sie in Wedding verbreitet findet, bedeutet ich gar nichts.

Fussnoten