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2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 40 Analysen & Essays. Fünf Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. 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Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? 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Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? 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2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989

/ 7 Minuten zu lesen

Eine Maueröffnung hatte sich der SED-Staat anders vorgestellt - allenfalls gegen Devisen. Tanz auf der Berliner Mauer vorm Brandenburger Tor am 10.11.1989. (© Holger Kulick)

Gesellschaftspolitischer Hintergrund

Günter Schabowski (© AP)

Am Abend des 9. November um 18 Uhr 53 informiert das SED-Politbüromitglied Günter Schabowski in einer live übertragenen Pressekonferenz über (bevorstehende) neue Regelungen zu "Reisemöglichkeiten" der DDR-Bürger. Der einzige der fünf im folgenden zitierten Sprecher, der den Sachverhalt zwar nicht detailliert, aber im Groben richtig verstanden hat, ist Egon (BW-47). Um welche Art von Reiseregelungen es geht, hat er als nicht betroffener Westberliner mit entsprechender Distanz richtig wahrgenommen. Die vier Ostinformanten, wohl emotional in eine euphorische Stimmung versetzt, nehmen die verwirrend vorgebrachte Mitteilungsvarianten in ganz unterschiedlicher Weise wahr:

  • (a) ick teile ihn hiermit 'mit die grenzen (1.0) (1.0) sind offen (Astrid, B_07)

  • (b) denn sacht schabowski * ja (0.8) könn könn jederzeit ähh einreisen^ oder ausreisen^ / muß also so um/ um einundzwanzich uhr gewesen sein^ (Yvonne, B_04)

  • (c) und dann kam diesa ausspruch * den a (Schabowski, ND/CP) selba nich verkraftn konnte (Dolly, Ost_11)

  • (d) (ich) kam grade zu recht (3.0) wie dieser schabowski^ da so (1.0) äh: angeblich so nembei so äh erzählte^ (2.0) daß man nunmehr also ohne irgendein: scheinchen oder so * äh die grenze passiern könnte (Lore B_17).

Die zeitlichen Angaben zu den Mitteilungen von Schabowski sind falsch oder vage. Viele meinen offenbar verstanden zu haben, dass die Grenzen "ab jetzt" offen seien. Das führte dann zu der Massenpräsenz an den Grenzübergängen Bornholmerstr. und Kochstr. (u.a.). Die Nachricht, zunächst ja etwas verwirrend formuliert (siehe Spiegelbericht unten in Teil C), wurde in Windeseile von den westlichen Medien verbreitet und von vielen Ostberlinern als "gegeben" wahrgenommen.


(a) Ausschnitt BW_47 Astrid & Dani (Ost) "die grenzen sind offen"

Sound der Einheit: Dani und Astrid (BW_E_07)

Audio

Sound der Einheit: Dani und Astrid (BW_E_07)

Dani und Astrid

0009 DANI
ja ick hab dit im fernsehn jehört_ * hab heutejournal jekuckt um sieben^ (1.1) (2.0) und * zwei nach sieben hab und hab telefoniert dabei so nebenbei fernsehn jekuckt^ * un uff eenma sagt tritt der schabowski dit weeß ick noch wie heute vorne war so pressekonferenz^ vorne stand-n tisch und dann tritt der nach vorne^ nee der saß vorne schon_ un kricht uff eenma-n zettel zujereicht^ von irgendjeman^ * un spaltet den zettel da auseinander^ * un dann hat-a so janz verdutzt jekuckt^ un dann hat-a uff eenma jesacht ja ick teile ihn hiermit 'mit die grenzen (1.0) (1.0) sind offen so hat-a zwar nich jesacht genau den wortlaut weeß ick nich mehr da hab-ick erst ma gleich-n gespräch abjebrochn hab erstma jehört

0010 OL
daß man sich-n visa holen kann? oder so^?

0011 DANI
ja dat man sich-n visa

0012 ASTRID
hm hm

0013 DANI
un dann hab ick gleich ne freundin im haus anjerufn^ (0.2) un die is denn gleich runterjekomm un da ham-ma erstma zusamm noch nachrichten jehört * wir konnten dit jar nich fassen * ja und denn ham-wa noch (ooch noch) andere sender schnell umgeschaltet weil et war ooch eigentlich nürgens wat^ weil keene nachrichtenzeit war^ * ham-wa jesacht jetzt eh fahrn-wa ma los_ und denn sind wa richtung eh brandenburger tor da warn schon menschen massen dit war son-so gegen vielleicht halb neun_ ja^

QuellentextSprache und Kotext

Das Ungewöhnliche der Mitteilung (janz verdutzt jekuckt) wird wiedergegeben. Typisch ist die Reaktion: "wir konnten dit jar nich fassen" (siehe Teil C: Schwitalla "Wie Ost- und Westberliner/innen ihren Unglauben, ihr Unverständnis und ihre Überraschung nach der Nachricht von der Öffnung der Berliner Mauer am 9. November 1989 narrativ rekonstruieren" in Dittmar/Paul 2019), ebenso typisch die prompte Vernetzung mit anderen (hier die Freundin), um sich wegen der Überraschung auszutauschen und die "Geltung" des Gehörten zu überprüfen.

Dani bedient sich des besten regelhaften Berlinisch: das [g] wird zu [j] palatalisiert, [ei] wird zu [ee], Silben mit Konsonanten werden vereinfacht, Hilfsverben und Pronomina zusammengezogen (hat-a), die Hebung des [a] zu [i] gehört ebenfalls zum modernen Berlinisch.

spaltet den zettel da auseinander: lexikalisch unüblich ausgedrückt; konzeptuell angewählt wird die Konstruktion "faltet … auseinander"; "spaltet" ist dagegen der Ausdruck für das Trennen von kompakter Materie wie Holz (u.a.) in zwei Teile. Papier dagegen lässt sich nicht spalten. Dieses Missverhältnis von kognitiver Anwahl und performativer Realisierung finden wir oft in der Reder der Ostberliner: vermutlich eine Interferenz zwischen dem formalen und dem umgangssprachlichen Register.


(b) Ausschnitt Yvonne BW 04 "die mauer (….) is jefalln (…) dit konnt-a jar nich begreifen"

Sound der Einheit: Yvonne (BW_E_04)

Audio

Sound der Einheit: Yvonne (BW_E_04)

Yvonne

0004 YVONNE
es war 'donnerstag^ * der hochzeitstag * bei 'uns^ * der neunte november neununachzich^ wir waren fünf jahre verheiratet^ und * ich hatte aber viel zu 'tun^ * ich bin lehrerin ich hatte also viel zu 'tun^ zu korrigiern und habe meinn mann zu den zu nachbars geschickt_ die waren dann also kartenspieln * ((Ausatmen)) ich * ähh hatte aber * während meiner korrek'tur den fernseher an^ (0.3) u ss weiß nich * war glaub ich nach zwanzich 'uhr^ * und schabowski sprach im fernsehn? weißt noch? * ond ähh die pressekonferenz_

0005 YVONNE
(0.3) und dann * äh ham-se (denn) berichte gezeigt^ von-da 'bornholmer straße^ (0.5) muß also so um/ um einundzwanzich uhr gewesen sein^ oder noch späta^ * jenfalls ähh konnt-ich gar nich richtich glaubm^ daß ähh da welche rübergegang sind und erstma geschrien ham (0.6) macht doch die * macht doch das 'tor auf * ((Ausatmen)) und ähh jaa_ und denn sacht schabowski * ja (0.8) könn könn jederzeit ähh einreisen^ oder ausreisen^ * man kann also rüberfahrn_ * so irgendwie so ähnlich_ ((Ausatmen)) also jenfalls schien mir_ daß die mauer praktisch dann geöffnet war_ * also * ich gleich zu unsern nachbarn rüber jeklingelt^ und die hattn karten gespielt * nichts angehabt * kein fernseha und kein rundfunk angehabt * und dann sag ich nur * 'name * mir standn die tränn in augn * name die mauer is gefalln_ da sacht-der? was für ne mauer? ((lacht)) ähh (0.3) dachte denn hier bei uns im 'hoof an die mauer *

0006 OL
hm

0007 YVONNE
wo wo die garagen sind^ also wo die parkplätze sind^ ((lacht))

0008 OL

0009 YVONNE
? was * die mauer is umgefalln? und nu weil ick ooch noch treen in augn hatte * hat-a wirklich echt jedacht * daß da irgendwas pa'ssiert is_ * 'nein * die mauer hier * mauer * is is jefalln nu war ja sowieso ne brenzliche sache ähh lage aber trotzdem * dit dit konnt-a jar nich begreifen * wir fernseha an und dann ham wa dit ebend allet so jesehen_ ((Ausatmen)) und wir habm uns sind uns in die arme jefalln und habm jejubelt und jeweint und (0.4) na * war schon * ((Ausatmen)) sehr (0.5) (1.0) sehr schlimm für uns so * ick mein im positiven sinne? wa?

Situativer Kontext

Der 9. Nov ist der fünfte Hochzeitstag für Yvonne und ihren Mann – völlig unerwartet drängt sich der Mauerfall in die Feierstimmung. Wie bei vielen anderen Ostberlinern wird auch hier die "Sensation" durch das Fernsehen bekannt. Und gleich geht es zum Nachbarn, um zu prüfen, was DER weiss Dort war offenbar auch ihr Mann, Karten spielen. Und so wie die meisten Ostberlin dieses Ereignis nicht fassen konnten, so ist Nachbar nicht mal in der Lage, an die Mauer als Grenze zu denken, er dachte an die Mauer im Hof – undenkbar für ihn, dass es die "Grenzmauer" hätte sein können. Wie dramatisch dieser Gegensatz in der Erzählung: Yvonne weint vor Rührung, der Nachbar versteht den Hintergrund überhaupt nicht. Die Emotionen ("jejubelt und jeweint") kommen in der Erzählung stark – dafür ist auch befreiende, "loslassende" Ausatmen ein wichtiges Indiz.

QuellentextSprache und Kotext

Wegen der völlig unerwarteten Ausnahmesituation ist die Erzählung prototypisch. Und im Hintergrund hat das Dictum dit konnt-a jar nich begreifen ein starkes Gewicht. Besonders authentisch wirkt die direkte Rede: Yvonne stehen Tränen in den Augen und mit diesem emotionalen Gestus verbindet sich die an den Nachbar gerichtete emphatische Äußerung: (Name) die mauer is gefalln. Der Zustand der Euphorie über dieses völlig unerwartete Ereigniss wird als "sehr schlimm für uns" bezeichnet. Das emotionale Hochgefühl kann nur mit einem negativen Ausdruck Wort ausgedrückt werden (Kommentar: "ick mein im positiven sinne").


(c) Ausschnitt DOLLY BW 11 (Ost)

Sound der Einheit: Dolly (BW_E_11)

0005 DOLLY
…. und ((Ausatmen)) * naja nu hat man da vorm 'fernseha jesessn

(2.0) und des * die pressekonferenz da verfolgt wo günter schabowski da * an seiner großen tafel jesessn hat * und dann kam diesa ausspruch * den a selba nich verkraftn konnte und nochma wiedaholt und nochma wiedaholt und * konnte gar nich sein * die mauern die warn offn und (2.0) wie son (2.0) wie son 'alptraum * man kam sich vor wie * offm 'mond^ * man man wußte übahaupt nich wo man war und

0006 DOLLY
(2.0) det konnte ja nich sein_ * dadurch daß ich nun kleines kind habe * konnt ick nich raus wie die meisten * uff de 'straße un selbst sehn un f: 'anfühln und man konnte durch die mauer inn westteil (2.0) ick selba * kannte det ja nur ausm 'fernsehn und vom spaziergängn wenn man denn irgendwelchen besuch hatte man is da zum brandenburger 'tor jegangn und * man hat da nach hintn jeguckt und da janz weit woandas da wa die siegessäule und * mann da kamst du 'niemals 'hin * det war unvorstellbar * und auf 'einmal sollte det möglich sein und man konnte da * spaziern gehn und allet einkaufn und (2.0) ja der erste moment ((Ausatmen)) * einerseits 'hach 'schö:n das westgeld war da und man hätte 'reisen könn oda man würd reisn könn und man konnte allet 'sehn und* aba man hat natürlich och seine bedenkn jehabt_* bei uns wart gut * die soziale struktur und * als alleinstehende mutta mitm kind * man hatte sich da keine sorgen machn brauchn und irgendwie man hat imma * n 'weg findn könn * und denn fing aba det grübeln halt an *?

Situativer Kontext

Das Ereignis Schabowski (sein Ausspruch "die Grenzen sind offen") ist für Dolly in der Erinnerung höchst undenkbar ("det konnte gar nich sein", "det war unvorstellbar"). Die Absurdität dieses Ereignisses fasst sie in Bilder (Metaphern): es war wie ein "albtraum", sie fühlte sich "wie auf dem mond" bzw. "man wußte übahaupt nich wo man war"; es handelte sich um ein Phänomen, das es eigentlich nicht geben konnte. Die narrativen Anteile an der Erzählungen treten ganz hinter den Ausdruck der emotionalen Befindlichkeiten zurück.

Der Westteil Berlins wie die Siegessäule oder das Brandenburger Tor waren für sie weit weg (so fremd) wie eine Mondlandschaft (und daher konnte das (Ereignis) nicht sein). Unvorstellbar, in den Westteil zu gehen und z.B. dort einzukaufen. Wie sollte es, im Widerspruch zu den ehernen Gesetzen der DDR (= die Mauer zu haben ist überlebenswichtig), jetzt plötzlich möglich sein, sich einfach in den Westen zu begeben? Die Annahme, das könnte möglich sein, stürzt Dolly ins "Grübeln": wäre das überhaupt gut? Hatte man als DDR-Bürger nicht viele soziale Sicherheiten und Vorteile ? In der Rückblende im Gespräch Ende 1993 überwiegen Dollys Zweifel: Sind Sicherheit und soziale Berechenbarkeit wie in der ehemaligen DDR nicht mehr wert als Reisemöglichkeiten und innovativesmateirelles Konsumgut? "denn fing aba det grübeln halt an" ist das Indiz für Ambivalenz, das viele Ostberliner (und Ostdeutsche) miteinander damals (und auch noch heute ?) miteinander teilen.

QuellentextSprache und Kotext

Den Ausspruch, die Grenzen seien nun offen habe Schabowki (nach Dolly) offenbar selber nicht "verkraften" können, d.h. gemeint ist, dass Schabowski selber im Zweifel war, ob er das hätte sagen dürfen. Im Register von Dolly bedeutet nicht verkraften können so etwas sich darüber unsicher sein, ob die gewählte Formulierung legitim ist. - Typisch für das Ostregister zahlreicher Ostberliner ist der Gebrauch des unpersönlilchen Pronomens man. Anstatt, wie üblich, in der Ich-Form zu erzählen (die Erzählerin ist das Subjekt ihrer Erfahrungen), benutzt Dolly fast durchgängig das referenzleere, unpersönliche, weitere anonyme Menschen einschließende Pronomen man. Damit (man) hebt sich die Sprecherin von einer subjektiven Ereignisbeteiligung ab; sie rückt sich in eine fernere Reichweite zur erlebten Wirklichkeit. Gleichzeitig signalisiert das man kollektive Bedeutung: statt Eigenerleben unterstellt es überindividuelles, kollektives Erleben. Das man gestaltet eine Art solidarisch-kollektive Perspektivierung; es ist ein Routinemuster des DDR Sprachgebrauchs.


(d) Ausschnitt Lore BW 17 (Ost)

Sound der Einheit: Lore (BW_E_17.1)

0004 LORE
((Ausatmen)) ph: der neunte november * das warn tach an dem wa in der schule n * ne sitzung hattn ((Ausatmen)) ähm: aber alle wußtn daß * irgend so eine pressekonferenz übertragn würde im fernsehn und jeder wollte die eigenlich sehn und die ging bis siebn * und ((Ausatmen)) also ham wa in der schule wie auf kohln gesessn * also jednfalls ich (2.0) wie auf kohln gesessn^ (2.0) bin flugs nach hause * wenn ich mich nich alles täuscht sogar mipm taxi und kurz vor siebn erschien ich dann saß auf meiner couch * hatte die hosn schon in den kniekehln saß dort * äh den fernseher an^

0005 LORE
(2.0) ostn jestellt (1.0) jeguckt^ (2.0) und kam grade zu recht (3.0) wie dieser schabowski^ da so (1.0) äh: angeblich so nembei so äh erzählte^ (2.0) daß man nunmehr also ohne irgendein: scheinchen oder so * äh die grenze passiern könnte * so danach war erstmal stille und ick saß mit offnem mund * habe dit überhaupt nich interpretiern könn gar nich * saß also mit runterjelassn hosn da wie jesacht * ähm: obwohl noch paar presseleute hinterher gefragt haben und er sachte ja ja ja wenn ick dit * den zettel entnehme * denn is dit so * kann man so ohne und so * ich saß immer noch so da * ähm: dann stand ich auf^ * äh: m stellte den: * westn^ weil da * die die * abendschau kommt * zwanzich nach siebn^ * a-er-de (2.0) und da hat der moderator das dann äh:

0006 LORE
(2.0) also noch mal gesacht * in und er hats also auch interpretiert* und da^ hab ich s erst gecheckt * wenn man sich überlegt dis verging mindestens zwanzich * oder dreißich minutn bis das * äh: f richtich vordrang (2.0) daraufhin sprang ich auf * äh: zog die hosn wieder in richtung taille^ schmiß die haustür hinter mir zu (2.0) und wetzte wie verrückt * zu meiner tochter * ähm: * hab ihr das erzählt (2.0)

Situativer Kontext

Lore streicht in ihrer Erzählung das strategische Verhalten von Schabowski heraus: "angeblich so nebenbei" hätte er die Öffnung der Mauer erwähnt. Für sie kam das mehr als überraschend, sie konnte es beim besten Willen nicht interpretieren. Sie war sehr gespannt auf diese Pressekonferenz: sie tut alles, um schnell nachhause zu kommen und rechtzeitig vor dem Fernseher zu sitzen. Bemerkenswert, wie natürlich und frei sie ihre körperlich-emotionale Haltung vor dem Fernseher in Erwartung / Verarbeitung brandneuer Nachrichten ausdrückt. Entspannt auf ihrer Couch sitzend "hatte (sie) die hosn schon in den kniekehln "; nach dem Schabowskischen Ausspruch sitzt sie völlig perplex da "mit offenem mund (…) mit runterjelassn hosen" und sass schliesslich völlig überrascht "immer noch so da", darüber nachdenkend, ob die Nachircht denn wahr sein könne. Als sie die Nachricht im Westfernsehen bestätigt sieht, springt sie auf, " zog die hosn wieder in richtung taille^ (und) schmiß die haustür hinter " sich zu, (2.0) und läuft rüber zu ihrer Tochter. Ein druchgängiges Muster in den meisten Erzählungen ist, dass die Nachricht von der Öffnung der Grenze erst geglaubt wird, wenn der "Westsender" sie bestätigt hat.Kurzum: Lore gerät in Aufregung, verbale und nicht-verbale Emotionen gehen in ihrer Schilderung Hand in Hand.

QuellentextSprache und Kotext

Die narrativen Passagen werden von körperbezogenen Mitteilungen begleitet. Die freimütigen Kommentare zur körperlichen Befindlichkeit sind unseren Beoachtungen nach gebräuchlich im Alltagsdiskurs der damaligen "noch"-DDR Frauen. In Diskursen von Westfrauen haben wir derartige Einsprengsel nicht gefunden. Sie betonen die kniggeunabhängige Natürlichkeit des weiblichen Ostalltags. "ohne irgendein scheinchen" : ironische Formulierung. Lore bedient sich einer mässigen Variante des Berlinischen. Last and least: es dauerte etwa eine halbe Stunde, bis das was Schabowski mitteilen wollte, richtich vordrang. Wieder ein Problem der Wortwahl: bis man in etwa verstanden hatte, was er mitteilen / sagen wollte, so lässt sich der Ausdruck paraphrasieren.


(e) Ausschnitt Egon BW 47 (West)

EGON (34, aus Wilmersdorf,West-Berlin) hat am Aufbau der SPD im Osten (Raum Halle) entscheidend mitgewirkt. Aufmerksam hat er die Republikaner und den beginnenden Rassismus in den 90iger Jahren beobachtet.Er war lange und oft im Osten, setzte sich mit allen politischen Strömungen auseinander und war offen für "andere" ….

Sound der Einheit: Egon Teil 1 (BW_E_47)

Audio

Sound der Einheit: Egon Teil 1 (BW_E_47)

Egon

0002 EGON
((Ausatmen)) * eh: * ja den neunten elften eh: hab ich so erlebt ich kam ich weiß nich mehr woher jedenfalls-kam ich ((Ausatmen)) eh: abends nach hause und eh: hab mich einfach vor-n fernseher gesetzt und eh: wollte so die (1.0) ((Ausatmen)) neuen politischen ereignisse mitverfolgen am fernseha nachrichten undsoweita und hab denn eh: diese pressekonferenz eh: * von diesem herrn schabowski eh: im fernsehn miterlebt also diese live veranstaltung sozusagen

0003 BL
? wofür war die nochmal genau damals?

0004 EGON
ehm: naja es ging darum eh: ef um die leicht reiseerleichterungen für die ddr bürger

0005 BL
ahja

0006 EGON
da war also n neues reisegesetz ehm: hatte man vorbereitet das also ddr bürger die möglichkeit gehabt haben oda hätten für dreißich tage im jahr sozusagen (0.2) eh: och in-n westen fahrn zu könn ((Ausatmen)) eh: und dis hat wurde gleich wieda verworfen und diesr herr schabowski gab also eh: dort vor der interanationalen presse ein interview und eh: ich hab gesehn wie diesem mann irgendjemand was in die tasche gesteckt hat und als diese pressekonferenz wirklich schon fast zu ende war da zog er diesen zettel aus der tasche rauf raus und ehm: las ihn vor und ehm: und übalegte dreima ((Ausatmen)) und meinte dann EBEND heute ab vierunzwanzig uhr wern die grenzen geöffnet ((Ausatmen)) und eh: ich konnte es übahaupt nich glauben und eh: (0.9) (1.0) bin denn so zwei stunden später und dis wa denn auch kurz vor vierunzwanzig uhr bin ich denn eh: zum grenzübagang sonnenallee gelaufen dis is also nur nen paar meta von mir zu hause ((Ausatmen)) und hab denn also denn die eh: menschen rübakomm sehn ((Ausatmen)) und eh: also dis wa-n gefühl dis also wirklich nur leute beschreiben könn die dis eh: auch so wirklich tatsächlich miterlebt haben.

Situativer Kontext

Egon erzählt nicht, sondern beschreibt die Vorgänge um Schabowski. Aus der Perspektive des Nicht-Betroffenen (den es aber etwas angeht) schildert er "was Sache war". Er bringt die Sachverhalte auf den Punkt, so als müsse er als Sachkundiger seiner Gesprächspartnerin erklären, worum es ging. Seine emotionslose Beschreibung aus der Distanz ist korrekt. Denn die damit verbundenen Gefühle könnten "wirklich nur leute beschreiben (…) die dis eh: auch so wirklich tatsächlich miterlebt haben". Immerhin hat sich Egon persönlich davon überzeugt, ob die Nachrichten stimmen – er ist spät abends zum Grenzübergang Sonnenallee gegangen.

QuellentextSprache und Kotext

Die Formulierungen sind umgangssprachlich formuliert (typisch West-Berlin) – keine auffälligen Spuren des Berlinischen. Egon ist ein sehr interessierter Beobachter der Vorgänge, besondere Emotionen spiegeln seine Äußerungen aber nicht wieder.


Fragemöglichkeiten an Schülerinnen und Schüler

Aufgaben zum Thema

  • (a) Versuche zu rekonstruieren, wie der Hergang der Pressekonferenz war und welche Sprechhandlung Schabowski offenbar vollzogen hat, um die "Offenheit der Grenze" zu deklarieren. Fragt euch, welche "Legitimität" die Nachricht auf dem Zettel gehabt haben muss.

  • (b) Vergleiche die emotionalen Reaktionen auf diese überraschende Mitteilung. Beschreibe mit deinen eigenen Worten die Gefühlslage der ostberliner Fernsehzuschauer.

  • (3) Konfrontiere zwei sehr unterschiedliche verbale Stile, mit denen das Ereignis der "Mitteilung" über den Fernseher dargestellt wird.

Fussnoten