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1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall

/ 9 Minuten zu lesen

Gitta (Berlin-Treptow, Sekretärin, im November 1989 28 Jahre alt) entschloss sich im September 1989 mit ihrem Mann und den beiden Kindern in die BRD über Prag zu flüchten, nachdem sie Hans-Dietrich Genschers Rede dort gehört hatten. Wie tausende anderer DDR-Bürger gelangt die Familie auf höchst abenteuerliche Weise erfolgreich über die Prager Botschaft nach Westdeutschland. Gitta erzählt ihre Ausreise VOR dem Mauerfall in dramatischer und emotionaler Weise. Als ein Beispiel unter vielen.

Die Mauer ein Jahr vor ihrem "Sturz". Auf der Ostseite unnahbar, auf der Westseite (hier nahe dem Potsdamer Platz) ein Spazierweg. (© Holger Kulick)

Sound der Einheit: Gitta (BW_E_10)

001 GITTA
und denn saßen wa bei meim bruda ina wohnung und ham jefeiert und da ham wa halt gesehn daß der herr genscher auf em balkon stand in der prager botschaft^ ((Ausatmen)) und daß die leute dort ausreisen durften was uns natürlich noch mehr mut jege:bm hat^ * ja * und damit ham wir uns eigntlich die nacht entschlossen * wir fahren auch als familie wir versuchen dis auch * wir ham uns jesacht wenn so viele leute mit kindan die ganzen familien ((Ausatmen)) * wenn wir alle zusamm sind und zusammhalten dann kann uns eigntlich nich 'viel passiern sag ich mal

0002 GITTA
(1.3) u:nd naja dann bin ich halt nachts mit meiner schwägerin erst zu mein eltern gefahrn_ * hab mich dort verabschiedet * was uns sehr schwer fiel_ * aber wir ham jesacht wir gehn unsern eignen weg wir versuchen die möglichkeit * machen das beste aus unsam lebm ((Ausatmen)) dann sind wa halt inne wohnung gefahrn^ und ham die wichtigsten unterlagen geholt * paar * sachen noch * für die kinda * u:nd naja dann sind wa halt nächstn morgen losgefahrn zu den kindan ham wa gesacht wir fahrn in urlaub^ weil das warn montag gewesen^ * und dann sind wa üba die prager grenze gefahrn^ * wo wir halt dachten wir werden jetzt stark kontrolliert was nich war_ * da warn ja die kontrolln schon sehr verschärft jewesen_ * jedenfalls warn wa froh daß wir halt drübm warn_ * hattn wa die erste hürde schon geschafft^ * dann * sind wir rein zur prager botschaft was eigntlich 'auch erst nich so einfach war wir mußten erstmal die prager botschaft 'su'chen da hat uns halt n taxifahra geholfen_ ich bin vorgefahrn mit ihm und mein mann mit dem trabi hintaher^ * 'so_ * und dann ((Ausatmen)) ham wa * der ähm der taxifahra sagte ((Ausatmen)) wir solln uns nach leutn umschaun die halt auch aus der de-de-er sind nach merkmaln kindawagen und so

0003 OL
hm_ ja ja_

0004 GITTA
was ja doch einheitlich war * ((Ausatmen)) u:nd naja gut ham wa uns halt n paar leute gesucht^ und ham auch guten kontakt gleich gehabt wir warn erst essen_ und da hatten se uns halt erzählt ((Ausatmen)) daß sie schon zur botschaft jegangn sind und daß die sehr streng bewacht wird ringsherum * und daß da erstma gar kein reinkomm wäre ((Ausatmen)) und da ham wir uns entschlossn wir schaun uns die sache auch erstmal einmal an ham alles im 'auto gelassen_ wir ham gar nix mitgenomm und sind erstma hoch und ham uns würklich an diesen posten vorbeijeschlichen^ ((Ausatmen)) und da standn wa halt denn vor der botschaft und da warn fernsehteam jewesen und die frachten? wollt ihr 'rein^? *? o:da^ * wollt ihr ebend halt nur gucken_? und da ham wir jesacht na wir möchten unbedingt rein und da ham die denn jesacht wir solln klopfen wat det zeug hält * ((Ausatmen)) wat wir denn och gleich jemacht ham

0005 OL
hm_ hm_ *

0006 GITTA
und son herzklopfen glob ick hat ick noch nie dit war sone angst jewesen_ und wie die türn aufgingn auch sone erleichterung daß wir erstmal alle jeheult ham_ * ja_ * wir warn so froh jewesen uns war allet egal

0007 OL
hm naja sicher hm

0008 GITTA
was hintaher war nich^

0009 GITTA
papiere warn im auto was wa au nich mehr wiederjekricht habm *

0010 OL
hm hm

0011 GITTA
den trabi den ham meine eltern denn nachher aufjespürt ((Ausatmen)) mit einzelteilen von sachen den rest ham se jeklaut ne^

0012 OL
hm

0013 GITTA
samt unterlagen und so * also es-vau-ausweis und so

0014 OL
ach so dit hattest haste au nich weita mit ne ach so

0015 GITTA
nee na ick hab ja nüscht von mir hat ja nur ein

0016 OL
(in-a tasche oda so) ach gar nüscht von dir

0017 GITTA
nee_ w. hat halt seinn alten noch aber der neue

0018 OL
hm

0019 GITTA
is ebend auch weg ((Ausatmen)) naja denn warn wa in der botschaft gewesen ((Ausatmen)) * die sich würklich nach und nach würklich füllte_ * und denn ham wa immer schon ausschau gehalten nach den 'andern leuten die wa da jetroffen hatten in prag

0020 OL
ja

0021 GITTA
die ja nun och reinwollten ((Ausatmen)) und da ham wa denn nachher vom fenster vom 'toilettenfenster aus jesehen daß die ne barrikade jebildet ham kinda vor mit fraun und kinda ja^ ((Ausatmen)) und die männer hinterher weil die würklich

0022 OL
hm

0023 GITTA
mit waffen auf die jezielt hatten * und die sind einfach den leuten entgegenjegangn_ * und und die polizisten sind denn denn auch ausjewichen ja^

0024 OL
hm^

0025 GITTA
und denn warn ebend viele drinne die füllte sich so schnell die botschaft erst hatten wa 'ein bett für jedes kind^ * zum schluß lagen fünf kinder^ in eim bett und die mütter standen da rum_ * ja_ mipm essen war o:ch knapp jewesen^

0026 OL
hm hm

0027 GITTA
det war hieß immer lange anstehn^ * trinken war och wenich aber die de-r-ka schwestern ham würklich * für die klein kinder^ ham die

0028 OL
hm

0029 GITTA
jemacht und jeta:n wir hatten windeln da? ja? ((Ausatmen)) und babynahrung hat man jekricht

0030 OL
hm hm^

0031 GITTA
ja_ ((Ausatmen)) * naja_ und denn * denn hießet wir komm 'nich raus aus der botschaft ((unverständlich))/ doch erst hieß es wir sollten raus nach dem zweiten tag ((Ausatmen)) und da sachte honecker aba nee_ * wir komm nich raus * dann kam noch der vogel der anwalt und hat jesacht für die leute die mit rauskomm: die kriegen denn n richtjen ausreiseantrach und keine schwierichkeiten und so ja_ naja und da ham wir 'dem aber nich jeglaubt und einje ham sich och bereit erklärt da mit rauszugehn^ ja^

0032 OL
hm^

0033 GITTA
ham 'dem jeglaubt und die wurdn würklich 'ausjebuht die leute (0.6) denn kam der botschafter rein in die botschaft^

0034 OL
hm hm^

0035 GITTA
und sachte paßt uff eure kinder uff die stasileute locken kinder raus mit schokolade und spielsachen

0036 OL
(damit se) die eltern (rauskriegn)

0037 GITTA
daß die eltern rauskomm ja

0038 OL
ach du schande_

0039 GITTA
na und so entwickelte sich ne unheimliche solidarität zwischen den 'eltern zwischen den 'müttern

0040 OL
ja_ ja

0041 GITTA
manche hatten ja mehrere kinder eigntlich die meisten ja und die eine mutter hat 'essen besorgt die andere hat uff die kinda uffjepaßt

0042 OL
hm hm^

0043 GITTA
und 'babys je'windelt also war doll jewesen

0044 OL
hm

0045 GITTA
unheimlich solidarität war jewesen_ muß ick sagn *

0046 OL
hm_

0047 GITTA
((Ausatmen)) naja und denn hießes ((Ausatmen)) * gorbatschaw sachte * er kommt nich zum siembten oktober wenn die leute aus da prager botschaft nich rauskomm_ da 'ein radio war da inner janzen botschaft gewesen_ hm

0048 OL
uh^ hmhm_ *

0049 GITTA
ja naja_ und da ham wa uns natürlich halt riesenhoffnung gemacht ((Ausatmen)) was och jeklappt hatte (da) sind wa nachts raus zum bus jelaufen ane amibotschaft vorbei * die dann och jejubelt habm und alles

0050 OL
hmhm_

0051 GITTA
und dann sind wa zum bahnhof jefahrn wordn^ * aber allet richtich abjeschürmt ja^

0052 OL
hmhm

0053 GITTA
von den * bürgern da von von prag * ((Ausatmen)) ja und denn sind wa halt in zug rein^ ((Ausatmen)) * die dann von außen verriegelt wurdn mit ketten^

0054 OL
ja^

0055 GITTA
* worüber wir eigntlich sehr entsetzt warn muß ick sagn_ wenn da wat passiert wär dann wärt reinste chaos jewesen ja^

0056 OL
wärst gar nich rausgekomm^

0057 GITTA
nee_ überhaupt nich hättste scheiben einschlagn müssn_ naja dann ham wa jesehen halt an den gleisen an den schien

0058 OL
ja^

0059 GITTA
stanse von den janzen fabriken und so und ham alle jejubelt da war unheimlich die hölle los jewesen ja^

0060 OL
hmhm

61 GITTA
dann sind wa halt im frankenwald anjekomm_ * und da kam dann schon die ersten mit kakao schokolade und ham uns in-n zug

Situativer Kontext

Gittas Familie verlässt die DDR (und die Verwandten) von einem Tag auf den anderen, ohne Hab und Gut. Es gibt offenbar eine resolute Entschlossenheit, "schlechtes" Leben mit einem "besseren" tauschen zu wollen. Für das Ziel, in den Westen zu kommen, opfert Gitta und ihre Familie viel: u.a. den Verlust des Autos ("Trabi") und der gültigen Papiere. Gitta und ihr Mann handeln unter dem Stern der großen Zuversicht: wir wollen in den Westen (=BRD), und wir schaffen das. Die Weggefährten, eine Familie mit Kindern, lässt sich von der tschechischen Polizei nicht von ihrem Ziel, die BRD-Botschaft, abbringen: mutig mit den Kindern vorneweg (als Schutz gegen Gewalt) gehen sie an den Polizisten vorbei hin zur Botschaft. Als der DDR-Anwalt Vogel via Antrag einen "sicheren" Grenzübergang in den Westen verspricht, wird ihm kein Vertrauen geschcnkt. Die DDR-Politik hat für die DDR-Bürger jede Glaubwürdigkeit verloren. Mehrmals hat die Familie grösste Angst – sie hält aber an ihrem Ziel fest; als sie dem Ziel näher kommen, gibt es Tränen des Glücks. "Umbruch" heisst hier: entschlossen sein, ein hohes Risiko für ein besseres Leben einzugehen – und jeder Schritt in Richtung auf die "neue Welt" ist von starken Gefühlen begleitet. Mit der Entschlossenheit, koste es was es wolle in den Westen zu gelangen, teilt die Familie mit vielen anderen große gegenseitige Solidarität.

QuellentextSprache und Kotext

Wie fügen sich die Äußerungen zu einer Erzählung zusammen? Einer erzählt – die andern hören zu. Das erzählende Ego vermittelt dem zuhörenden Alter (Anderen) neue, diesem nicht bekannte Erfahrungen. Wie narrative Äußerungen aneinandergereiht werden, regeln Prinzipien (Verfahren) des Kotextes. Typisch für die kommunikative Gattung "Erzählung" ist, dass zunächst situative Umstände (Wer, wo, wann, wie …) angegeben werden, die eine Kette von Ereignissen rahmen, die meist in Vergangenheitsform (Präteritum, Perfekt) aufeinander abfolgen. Schließlich werden die Ereignisse bewertet. Oft geschieht das so, dass solche Bewertungen wieder den Bezug zum hier & jetzt der Erzälsituation herstellen. Erzählen ist eines der wichtigsten sprachlichen Handlungsmuster im Alltag. "Erzählen im Umbruch" handelt meist von extremen Ausnahmesituationen. Eine solche ist die Ausreise der Familie aus der DDR in die BRD über die Prager Botschaft.

Für Bredel (2019, siehe Internet-Link zum Buch Dittmar/Paul im Anhang) nennt das mit Bewertungen eng verwobene Erzählen von Ereignissen im Umbruch "exploratives Erzählen". In den ersten drei Redebeiträgen stellt die Ich-Erzählerin (Gitta) die Ausgangslage dar ("Rahmen"), die Ereignisse und Handlungen finden sich in den Redebeiträgen 4 bis 37, wobei diese oft durch mehr oder weniger lange Bewertungen einzelner Umstände und Geschehnisse unterfüttert werden. In den Redebeiträgen 51 bis 61 wird schließlich das Ergebnis ("Resultat") der Ereignisse präsentiert – wobei auch hier wieder Bewertungen eingeblendet werden. Typisch für das Erzählen im Umbruch ist somit das narrative Wechselspiel von Handlungsfolgen und Bewertungen, die auch durch "andere" Stimmen ergänzt werden und das Erzählen somit "vielstimmig" (polyphon) machen.

Gitta erzählt rasch und flüssig. Wenn die Situation unterstreicht sie ihre Gefühle (Angst, Tränen) durch stärkeres Berlinern. In den dramatischen Passagen flicht sie – zur Erhöhung der Spannung – direkte Rede ein (Redebeiträge 31, 35). Typisch für das Berlinische sind reduplikative Formen der Vergangenheitsmarkierung wie in

(i) dit war sone angst jewesen (ii) da war'n fernsehteam jewesen

Es handelt sich um typische mündliche Muster. Weitere Hinweise finden sich unter (9) "Doppelte Perfekt- und Präteritummarkierung".


BW 27 Wolf (West) Die Demonstration am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz

Individueller und gesellschaftspolitischer Hintergrund

WOLF (47, als Ingenieur ausgebildet, wohnhaft in Berlin-Mitte, später als Fliesenleger tätig) wohnte in Berlin-Mitte. Er war langjähriger Parteifunktionär (Mitglied der Kreisleitung) und arbeitete auch für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), bekannter unter dem Kurzwort Stasi (in der DDR zugleich Nachrichtendienst und Geheimpolizei). WOLF war am 4. November 1989 angewiesen worden, den Verlauf der Demonstration auf dem Alexanderplatz und die Verhaltensweisen der Demonstranten zu beobachten und auftretende Aufftälligkeiten unverzüglich an das MfS zu melden. WOLFs Erzählung ist eines der (raren) Dokumente für die Innensicht der Kader auf den fortlaufenden Prozess der Korrosion des Staates. Er gibt die Stimmung auf der Demonstration authentisch wieder – etwa so wie die psychologische Gemengelage (,"die DDR muss weg") auf einen teilnehmenden Beobachter wie WOLF gewirkt haben muss. WOLFs lntuition ist glaubwürdig und realistisch. Die Sensibilität, mit der er die Stimmung der Demonstranten an ihrem körperlichen Habitus abliest, ist ein Hinweis auf die umfassenden psychologischen Diagnosefähigkeiten der Stasi-Miarbeiter.

Der Ausschnitt beginnt mit dem Hinweis, dass der "Mauerfall" selber für ihn (Wolf) keine wirkliche Überraschung dargestellt habe. Die Demo vom 4. November sei für ihn ein klarer Hinweis darauf gewesen, dass das DDR-Regime ausgedient habe.

Ausschnitt des Interviews mit Wolf und Transkription

Sound der Einheit: Wolf (BW_E_27)

Ausschnitt WOLF BW 27 Ost "für mich war eigentlich der víerte november der entscheidende tag. nicht der neunte"

21JD
hmhm;

22WOLF
das war eigentlich dann schon wiederum * eh nur noch ein logischer schrítt; was mich vielleicht überrascht hat; das war eher der zéitpunkt, aber nich die tatsache ansich. (0.9) und wíe das nun gewesen is; ist völlig unabhängig jetzt aber * eh für mich hat sich die eh wénde am vierten * vollzogen.

23 JD
aufm alex.

24 WOLF
aufm alex.

25 JD
bei der demo.

26 WOLF
ja da war ich dabéi;

27 JD
hm:

28 WOLF
eh * sozusagen im áuftrag; das wird is auch ne story schon wieder für sich. also wir hattn auftrag bekommen von der kreisleitung oder bezirksleitung kreisleitung. eh an der demo téilzunehmen. * und eh (2.0) einfach mitzubekommen was da so läuft. da trafen wir uns; * in eh in der ehemaligen kreisleitung für bauwesen, da in * kleinoldstraße heißt die (glaub ich xx) und eh * wir sind dann lósgezogen; (1.2) sehr frühzeitig schon; bevor also die víelen hunderttausend menschen (0.1) aufm platz kamen; u:nd zu einem zeitpunkt als * sagen wir vielleicht erstmal * zwei drei vier tausend da warn. * zu einem sehr zu einem séhr eh frühen zéitpunkt eh schon. und eh * ich hab dann so das treiben beobachtet was sich dort so * tat. * eh * die plakate * mir angeguckt (1.3) (2.0) transparente * und die menschen; vor allen dingen in die gesichter geschaut; (0.2) und eh (2.0) ab und zu wieder hingegangen * eh zu unserm treffpunkt um da zu berichten; es war nüscht zu berichten.

29 JD
((lacht)) ((lacht))

30 WOLF
ich bin dann auch ich bin dann auch nich wieder hingegangen,

31 JD
ja,

32 WOLF
eh * weil * ick so ein blóedsinn zu berichten was da passiert; jeder wéiß was da passiert; und warum soll ich da noch noch was berichten.

33 JD
da gab es also nichts zu berichten von dem eh

34 WOLF
ich bin dann auch nicht wieder ich bin dann auch nicht wieder hingegangen um irgendwas zu berichten. ich hab mir die leute so angeguckt, * und eh hab mich auch ne zéitlang genau entgegen des * eh stromes bewegt der da zum alex strömte;

35 JD
hmhm;

36 WOLF
vor allen dingen die gesichter zu sehen. * und eh (0.7) was mir damals so aufgefallen war; erstmal diese enorme ruhe; nich wie das sonst so üblich is wa bei demos so marschmusik oder;

37 JD
hmhm;

38 WOLF
oder soetwas. sondern éinfach diese ruhe. * das geräusch des láufens hab ich so (0.2) im ohr. so das die die trítte; ja, oder auch der der wind der so durch die sachen so so fegte. das hab ich noch genau im ohr. * die gespräche; * eh die die sagen wir mal die blicke die sehr intressíert warn; néugierig; spannung eh * auch in den gesíchtern verrieten; * und auch wiederum spannung auslösten. (1.4) eh aber ich ich hab das mit schwerem herzen ges eh eigentlich erlebt. mit schmerzen in der brust; *

39 JD
warum?

40 WOLF
es gab plakate die eh * die störten mich.

41 JD
zum beispiel?

42 WOLF
eh also * man spricht ja hinterher immer oder man hat hinterher gesprochen von * von sehr lústigen plakaten oder sehr intressánten plakaten; aber eh * man mag zu honecker oder krenz oder wem auch stehn wie man will; aber ihn am gálgen zu sehn; (0.8) eh das is das maß der dinge bei weitem überschritten. (0.8) und sólche plakate eh * gab es öfter. und eh das hat mir das hat mir schón angst gemacht, weil ich eigentlich so im hinterkopf och so hatte; * richtig angst gemacht. also honecker und krenz und co und wie auch immer eh hängen is die eine sache; aber das wirda nie bléiben, * es gab schon öfter situationen in der deutschen geschichte; wo ürgendwann mal etwas ángefangen hat; und das ende ganz woanders nachher war. also solche solche dinge ham mir sehr mißfallen. also zu diesem tag eigentlich war mir bewußt; nee die ddr die wird es wahrscheinlich nicht mehr lange geben. die die führung is is óhnmächtig; unfähig * eh die wird die wird hinweggespült werden. wann das sein wird weiß ich nich; aber für mich war eigentlich der víerte november der entscheidende tag. nicht der neunte.

Situativer Kontext

Wolf schildert im ersten Teil seiner Erzählung detailliert und situationsgetreu die Stimmung auf der Demo. Der narrative Teil endet mit es war niischt zu berichten. Durch Wiederholen der Konsequenz "ich bin dann auch nich wieder hingegangen" unterstreicht Wolf, dass es nichts gab, was meldepflichtig gewesen wäre. Stattdessen aber zeichnet der stimmungssensible Flaneur ein feinsinniges Porträt der Stimmung der Demonstranten. Stasigeschulter Kenner der Befindlichkeiten Opositioneller sieht er deutlich, dass die DDR am Ende ist. Das steht für ihn fest, er erlebt es mit "schmerzen in der brust". Die kompromisslose Härte, mit der der Staatsapparat abgelehnt wird, findet seinen radikalsten Ausdruck in den Plakaten, auf denen die ,,Genossen" Honecker und Krenz am Galgen gezeigt werden. Solche Plakate haben Wolf "sehr missfallen", andererseits erkennt er an ihrer Radikalität, dass es ,die ddr ...nicht mehr lange geben" wird. Diese Gesamtstimmung führt ihn zu der Schlußfolgerung, dass die DDR reif ist für den Untergang. Manche Plakate findet er stark übertrieben ("das hat mir schon angst gemacht"), den Untergang der DDR erahnt er schon – die Ohnmacht der Führung ist seiner Meinung nach Schuld.

QuellentextSprache und Kotext

Wolfs Darstellung ist ein Beispiel für exemplifizierendes Erzählens (siehe Bredel in Dittmar / Paul 2019, ). Am Beispiel der Demomanstration vom 4. November auf dem Alexanderplatz, von deren Beobachtung er erzählt, gelangt er zu dem Schluss, dass es die DDR nicht mehr lange geben wird. Die erzählten Ereignisse dienen vor allem den schlussfolgernden Bewertungen: die DDR wird untergehen. Dies ist eine andere Variante des Erzählens vom Umbruch. Wolfs Darstellung ist eine Art Stimmungsbericht, teilweise historisch-philsophisch. Sie drückt Distanz anm Geschehen aus. Die sprachliche Präsentation ist eher intellektuell gefärbt. Dazu passt, dass Wolf Hochdeutsch spricht. Es fehlt das dialektale Kolorit der Nähe, mit dem Sprecher die emotionale Betroffenheit von bestimmten Ereignissen ausdrücken.

Fussnoten