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5. Den Anderen anders wahrnehmen

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 40 Analysen & Essays. Fünf Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

5. Den Anderen anders wahrnehmen

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An der Kleidung und am Auftreten machen Westdeutsche und Ostdeutsche schnell Unterschiede aneinander fest. Abschätzend ist von Arroganz und menschlichen Fassaden die Rede. Aber auch Frauen stellen fest, dass sie in Ost und West ganz unterschiedlichen Rollenbildern entsprechen.

DDR-Bürgerinnen und -Bürger zwischen Verkaufsständen in einem West-Berliner Warenhaus im November 1989 (© Oliver Rüther/laif)

Die Lebenswelt und das Selbstverständnis der Frau in der BRD und der DDR unterschied sich allein aufgrund der Arbeitsbedingungen, da die DDR-Frau normalerweise Vollzeit arbeitete, die Frau in der BRD häufig reduziert und/ oder primär im Haushalt und für die Familie tätig war. Zudem ergaben sich unterschiedliche Formen der Selbstdarstellung hinsichtlich der mehr oder weniger vorhandenen Konsummöglichkeiten.


Lena BW-16, Lena (Osten)

Lena - Situativer Kontext und sprachlicher Kotext

Die Ostberliner Sekretärin Lena, 35, beschreibt das westdeutsche Styling und auch ihre Lebensart als Gegenentwurf zu den ostdeutschen Frauen und deren Lebenswelt: Während die DDR-Frau Arbeit und Familie miteinander verband, betrachtet sie die westdeutschen Frauen insofern als defizitärer, als sie entweder einer leichten Arbeit nachgehen oder eben nur eine Seite, d.h. Arbeit oder Familienleben, realisieren (dass die also weeß ick nur büroarbeit machen die arbeiten nich so viel wie wir die ham keen haushalt keene kinder) und alle andern frauen […] hausmütterchen seien.

Daher sei es erklär-lich, dass die westdeutsche Frau wesentlich mehr auf ihr Äußeres konzentriert und gepflegter sei. Der besondere Drang zur Selbstdarstellung zeige sich sowohl in der Kleidung als auch in der Sprache. Lena entwirft diesen Kontrast nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich, da sie selbst berlinert (z.B. g -> [j]: jeht, jestylt, anjestellter, jespräch; uffallende klunkern anne ohren, och), während die westdeutsche "berufstätige frau die muss halt was darstellen nach außen ebend och und im jespräch wenn die den mund aufmachen und die sprechen hochdeutsch n perfektet hochdeutsch".

Mitschnitt des Interviews mit Lena und Transkription

Sound der Einheit: Lena Teil 2 (BW_E_16)

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Sound der Einheit: Lena Teil 2 (BW_E_16)

Lena

0061 LENA
(2.0) also bei vielen sahste ja schon anhand der kleidung bei den frauen sahste wie se so zurechtjemacht sind die tragen ja doch mehr makeup im jesicht mehr große uffallende klunkern anne ohren und anne hände anne arme und (2.0) die haare dit is allet anders * jestylt und die hände muß ick sagen bei vielen frauen gepflegter mit langen lackierten fingernäjeln und * da siehste dass die also weeß ick nur büroarbeit machen die arbeiten nich so viel wie wir die ham keen haushalt keene kinder^ * die westfrauen ja eh nich die schaffen sich ihre kinder wenn se berufstätig sind sehr sehr viel später an^ * und alle andern frauen sind hausmütterchen da is och wieder n unterschied zwischen siehste jenau welche westfrau * ne hausfrau ist * die is also doch muß ick sagen doch besser gekleidet wie unsre frauen^ * aber nich so uffallend * kurz und schick elegant^ mehr sportlich^ für alle jelegenheiten immer gleich jekleidet^ * na die berufstätige frau die muss halt was darstellen nach außen ebend och und im jespräch wenn die den mund aufmachen und die sprechen hochdeutsch n perfektet hochdeutsch * und vornehm denn noch dabei * dann sag ick die kommt ausm westen oder der kommt ausm westen mit schlips das isn bankanjestellter ja ((lacht)) oder aber n vertreter der von tür zu tür jeht um seine ware anzubieten * und vielleicht dann noch son kleen diplomatenkoffer wo wir immer sagten dit sind unsre stasianjehörigen die imma mit som koffer spazierengehn ne^ ham ja die meisten außenvertreter ja och alle


Anton BW 44 (West) über Kleidung, Stil, Selbstbewusstsein im Osten

Anton - Situativer Kontext und sprachlicher Kotext

Während unterschiedliche Kleidung und Stilbewusstsein den Ost- und Westdeutschen insbesondere kurz nach dem Mauerfall auffielen, blieb das Auftreten beider Bevölkerungsgruppen auch noch Jahre nach dem Mauerfall ein wiederkehrendes Thema. Interessanterweise thematisieren beide Seiten das Selbstbewusstsein: So beschreibt der Westberliner Schulleiter Anton den ostdeutschen Kleidungsstil, beispielsweise die originellen Hüte als Zeichen des anderen, ostdeutschen Selbstbewusstsein, da die Westdeutschen sich eher in der Masse duckten.

Der ostdeutsche Musiker Dirk (31) und Gerda bezeichnen die Westdeutschen als arrogant, "so-n bißel die art dieset dieset* dieset selbstbewußtsein" als eine Unnahbarkeit, so dass man gar nicht mit den Westdeutschen ins Gespräch kommen möchte. Die Wahrnehmung wird als Vorurteil und Fassade entlarvt, eigentlich seien sie ja "ganz nett". Auch Christa, 23, ostdeutsche Studentin, beschreibt "dieset selbstbewußtsein" der Westdeutschen als unangenehm, einerseits, weil sie es als Fassade entlarvt, andererseits weil ihr ein weniger großspuriges Auftreten angenehmer sei. Umgedreht nehmen auch die westdeutschen Brüder Nico (Rechtsrefendar, 30) und Axel (Einrichtungsfacharbeiter, 28) die Ostdeutschen als "arrogant" war, womit sie ihre Unsicherheit kaschierten.

Mitschnitt des Interviews mit Anton und Transkription

Sound der Einheit: Anton (BW_E_44)

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Sound der Einheit: Anton (BW_E_44)

Anton

0126 ANTON
na an der kleidung denk ich mal konnte man eh de-de-er bewohna erkennen das is ganz klar nach dem nach dem warenangebot da gabs also wenich das hat sich sichalich angepasst ((Ausatmen)) was mir auffällt wenn ich in den östlichen bezirken spaziern gehe oder rumfahre eh ist das eh sagemal der der mut zur zur aussergewöhnlichen mode_ * eh das fällt mir also eh auf eh * denke stärka als in in westlichen bezirken hier ist man doch eha angepasster und 0127 BL
Hm

0128 ANTON
und geht so mehr in: mainstriem und also ich sehe eh * auffälligere sachen in in den östlichen bezirken

0129 BL
bezieht sich jetz dis jetz auf jugendliche oder ehm ältere?

0130 ANTON
eh na ältere nich sagen wa bis: so bis fümmundreissich etwa also so junge und und und jung mittelalterliche eh generation:

0131 BL
denn grade hier so an-na schule also ich find das is jeda sehr individuell angezogen und

0132 ANTON
ja ne individuell geklei individualität

0133 BL
Hm

0134 ANTON
mein ich damit auch nich also einfach mal so-n bischen: pepp mal ürgendwas ganz andres auch also weiß ich xxx ich hab selten so viele hüte gesehn wie im im prenzlauer berg wenn ich da rumlaufe oder in in pankow oda schrille klamotten eh mehr als hier eh nach meim dafürhalten

0135 BL
vielleicht selba geschneidat oda so

0136 ANTON
ja nach meim dafürhalten nich ümma besondas passend aber einfach den mut zu haben mal was ganz andres anzuziehn

0137 BL
Hm

0138 ANTON
und das denk ich is einfach-n: n: ausdruck von anderem bewusstsein das also viele da mitgebracht haben_ mehr selbstbewusstsein ich denk ma hier * duckt man sich doch eher in die masse


(b) Selbstbewusstsein und Arroganz (Westdeutsche) – Unsicherheit (Ostdeutsche)


Dirk und Gerda BW 02 (Osten)

Sound der Einheit: Dirk und Gerda (BW_E_02)

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Sound der Einheit: Dirk und Gerda (BW_E_02)

Dirk und Gerda

0166 GERDA
also ick finde sie sind sehr höflich * und sehr hilfsbereit * wenn de off jemanden droff zugehst ooch wenn er zu anfang arrogant is oder so oder du den ` eindruck hast viele machens ja auch schon durch die kleidung wa ((unverständlich))

0167 DIRK
ja dis is ooch e bißel die art

0168 GERDA
du stufst ja die leute so automatisch ein

0169 DIRK
ick sag ja dis is so-n bißel die art dieset dieset* dieset selbstbewußtsein oder * und du hast den eindruck mensch den * den würd ick nich mal nach de straße fragen da würde der mich soo angucken und wenn man den denn fragt is der ganz nett is n doofes beispiel jetzt ja^ (0.3) oder oder sowat ja^ dit is dit wat ick meine dieset dieset (1.0) ((unverständlich)) die erscheinung einfach so sag ick mal so

0170 GERDA
wobei unsre vorurteile n bißchen größer manchmal sind


Nico, & Alex, BW-029 (Westen) W über O: Arroganz aufgrund von Unsicherheit

Sound der Einheit: Nico Teil 2 (BW_E_29)

Audio

Sound der Einheit: Nico Teil 2 (BW_E_29)

Nico

0292 NICO
ja * nee is ja auch richtig so * sie versuchen oftmals über dinge zu reden von den sie einfach keine ahnung haben vielleicht kann man dit 'so sagen^ und * um sich das nich anmerken zu lassen das das sie für gewisse sachen keine ahnung haben * wird sehr viel arro'ganz manchmal auch aufjefahren is vielleicht das richtije wort ja * sie kommen mir manchmal sehr 'arrogant aber ooch 'hilflos vor (1.2) (1.0) sie wissen man muß zu gewissen dingen ne position und ne meinung haben 'haben aber keine * is aber peinlich sie nich zu haben also 'mach ich mir eine * ist oftmals sehr unausgegoren * wenn man wenn man über 'politische entwicklungen spricht ja^ * was ich ja selten mache dadurch daß ich halt wenig wenig umgang * mit ehemaligen de-de-er bürgern habe (1.0) sehr unausgegorn oft

0293 AXEL
ja aber diese arroganz die se da an den tach lejen dit is meistens * nur n schutz den se aufbauen * also wirklich sehr* meistens noch sehr unbeholfen sind also * zum anfang halt * da

0294 NICO
dit durschaut man halt

0295 AXEL
jaja dis hat man mitjekriegt ne^ * dis is also son arroganter hund weil * in wirklichkeit der * 'total unsicher war * mittlerweile würd ick sagen ((unverständlich))


Christa BW 08 (Osten) O über W: Selbstbewusstsein: großkotzig vs. Zurückhaltend

Sound der Einheit: Christa (BW_E_8_01)

0096 CHRI
is schon möglich aber * is irgendwo * die leute sind mir ebend och janz die sind ebend weitaus 'selbstbewußter is mir uffjefalln und oftmals ebend sind se ebend selbstbewußt und * ham eignlich jar nich so den 'grund dazu und und * unsre leute hier also zumindest 'meine bekannten oder so * die sind doch * mehr zurückhaltend und und nich so * naja nich so 'großkotzich und * mir eigntlich 'anjenehma_

0097 OL
hm_ * hm_

0098 CHRI
obwohl^ wenn man mit diesen: * leuten die nun we:ß ick nich ausn alten bundesländern oder so wenn man die denn 'näher kennenlernt und so (0.2) die die könn vielleicht och janz nett sein und so * dit is vielleicht so * wurde vielleicht och so 'anerzogen und dieset selbstbewußtsein und und

0099 OL
da trügt (ja o:ch) dann vielleicht o:ch der erst oder so hm_


(c) Verhalten, soziales Miteinander


Ilona BW 41 (West) "die sind netter; die sind (.) natürlicher offener"

Ilona - Situativer Kontext und Sprache

Die Westberliner (Lichtenrade) Kindergärtnerin und Heilpraktikerin Ilona, 44, erzählt, dass sie aufgrund ihrer Tätigkeit als Heilpraktikerin ausgesprochen viele Kontakte zu Ostdeutschen und auch einige ostdeutsche Freunde habe. Sie ist begeistert von der ostdeutschen Art und zeichnet ein sehr positives Bild der Ostdeutschen Natürlichkeit und Herzlichkeit, die ihr mehr liege als das westdeutsche Auftreten, "die mit ihren KLUNkern […] KLAPpern. Ilona spricht natürlich hochdeutsch und konzipiert eine Liste der positiven Eigenschaften der Ostdeutschen, die viel viel naTÜERlicher viel EINfacher viel HERZlicher seien.

Ausschnitt des Interviews mit Ilona und Transkription

Sound der Einheit: Ilona Teil 1 (BW_E_41)

Audio

Sound der Einheit: Ilona Teil 1 (BW_E_41)

Ilona

Ilona
und eh denke die sind einfach eh auch noch nich so eh (6.3) so drauf aus eh sich viel anzuSCHAFfen und zu eh eh mit ihren KLUNkern zu zu KLAPpern. sondern die sind viel viel naTÜERlicher viel EINfacher viel HERZlicher.

Um
hmhm, (2)

Ilona
ich hab eh inzwischen ja etliche kontakte drüben die eh die sind einfach/ die sind ANDers als hier.

Um
ja. versuch mal noch mehr zu beschreiben. also ich find das sehr intressant; weil (.) dis gibt es unter JUNgen leuten AUCH das (.) gef/ also das da/ ich hab halt selber eigentlich nur (.) EInen freund aus ostberlin aber (.) ja da merk ich auch das er anders is; aber es gibts eben auch/ immer wenn du so hörst ja (.) ich hab jemand kennengelernt aus=m osten oder so oder ick hab freunde im osten, die sind ANDers; die sind netter; die sind (.) natürlicher offener eh versuch/

Ilona
beSCHEIdener auf jeden fall auch;

Um
hmhm;


Micha BW 03 (Osten) O über W -> "sehr viel Fassade"

Micha - Situativer Kontext und Sprache

Der Ostberliner Micha, Facharbeiter und LKW-Fahrer, 33, beschreibt die Westdeutschen über das Wort "Fassade", was er gleich drei Mal verwendet. Die Fassade beschreibt Micha als fragil, ein "jewisses kartenhaus wat eigentlich ooch sehr schnell zusammenbrechen kann". Michas Sprache steht für seine Bodenständigkeit, er berlinert (och, ick, nu), verwendet eine einfache Hauptsatzstruktur und macht keine Umschweife (z.B. ich bin bescheuert). Diese Direktheit steht im klaren Gegensatz zur beschriebenen Inszenierung der Westdeutschen und beinhaltet eine gewisse Systemkritik, indem er sich mit Wörtern "sogenannt" den Wohlstand infragestellt und ihn als dekadent und unvernünftig, indem man sich aus vor lauter Geld und Langeweile selbst in Gefahr.

Mitschnitt des Interviews mit Micha und Transkription

Sound der Einheit: Micha (BW_E_3)

0131 MICHA
jo * also ick hab ick hab ja gleich von vornherein jesagt * wie sie die fraje je * es is würklich sehr viel * fassade ja^ * es wird 'viel wert uff fassade jelegt von 'außen * wenn man hinterguckt hinter die leute (1.0) um sich zu belustjen oder was jeht imma die stufe etwas höher * ooch im sport is dis zum beispiel * sport is ja ooch ne art kultur wenn man so will (0.9) um sich auszudrücken * naja und dann ham wa hier äh die ham geld die ham langeweile und dann müssen se ebend vom berg springen so unjefähr is dit (0.1) ja^ * ((unverständlich)) jumping springen ja^ * nu dis is faszinierend aber ick (0.7) die sajen ja selber äh ick * ich b ich bin bescheuert und ich spring * vom berg * runter mit so-n seil ja^ * also welcher normale mensch ((Ausatmen)) äh setzt sich soner 'jefahr aus^ * von vornherein ja^ (2.0) ja

0132 FK
ja

0133 MICHA
und daß se eigentlich äh sehr hart arbeiten müssen für ihre fassade für ihren sogenannten wohlstand * den se sich imma einreden wollen * ja^ * so seh ich das

0134 FK
hm

0135 MICHA
dis is eijentlich och n * n jewisses kartenhaus wat eigentlich ooch sehr schnell zusammenbrechen kann * dit hat-s jaa geschichtlich imma wiederr bewiesen ja^


(d) Arbeit

Das Feld der Arbeit bietet unendlich viele Diskussions- und Abgrenzungsmöglichkeiten zwischen Ost- und Westdeutschen. Der ökonomische Erfolg der BRD im Gegensatz zur DDR, die keine Arbeitslosigkeit im westdeutschen Sinne kannte und die Umgewöhnung an das für Ostdeutsche neue und anders funktionierende Arbeitssystem der BRD führte dazu, dass sich die Ostdeutschen neben der Umgewöhnung auch noch mit dem Vorurteil konfrontiert sahen, sie seien "arbeitsscheu" (z. B. Roth in Dittmar/Paul 2019, vgl. aber auch Publikationen mit provokanten Titeln wie die des westdeutschen Soziologen Roethe (1999) "Arbeiten wie Honecker und Leben wie Kohl"). Einen Ausschnitt zu Erfolg und Misserfolg in der Arbeitswelt unter den gleichen vorurteilsbelasteten Einstellungen zeigen die Beispiele des westdeutschen Sprechers Aldi und der ostdeutschen Kinderärztin Kira.


Alfred BW 33 (West)

Alfred - Situativer Kontext

Der westdeutsche Sprecher Alfred, 53, Angestellter der Discounterkette Aldi, beschreibt seine Erfahrungen mit den Ostdeutschen, mit denen er zusammengearbeitet hat, wobei er ein ausgesprochen negatives, vorurteilsbelastetes Bild der Arbeitsmoral der Ostdeutschen, mit denen er zusammengearbeitet hat, entwirft. Unhinterfragt stellt er den westdeutschen Arbeitsethos als non plus ultra dar, wobei seiner Meinung nach die Ostdeutschen von den Westdeutschen lernen sollten: "die mußten sich ja an unser arbeitsklima ge''wö::hnen". Gerade hinsichtlich der Tätigkeit im Supermarkt stellt sich natürlich die Frage, inwieweit die Ostdeutschen tatsächlich "fachlich jesehn [..]also schlecht [warn]". Sprachlich ist interessant, dass auch der Westdeutsche Alfred leicht berlinert (g -> [j] jemacht, jewachsen).

Auschnitt des Interviews mit Alfred und Transkription

Sound der Einheit: Alfred (BW_E_33_02)

0184 ALFRED
und dann kam die ersten ostler zu uns arbeiten^

0185 UM
hm^

0186 ALFRED
* und da hattn wir * glaub7 oder8 nach und nach so eingestellt^ * und na^ na mit denen ham wir dann auch so einige trübe erfahrungen jemacht^ die mußten sich ja an unser arbeitsklima ge''wö::hnen (0.9) (2.0) wu wurden dann schnell nach einer woche krank oder nach zwei wochen und warn auch noch gleich zwei oder drei wochen krank^ * und eh dann hat man also gemerkt daß die * der belastung nicht jewachsen warn und natürlich nich dem druck und dem tempo

0187 UM
Hm

0188 ALFRED
überhaupt nich

0189 UM
Hm

0190 ALFRED
und fachlich jesehn warn sie also schlecht

0191 UM
hmhm^

0192 ALFRED
sehr schlecht muß ich sagn

0193 UM
hmhm^

0194 ALFRED
* die ham nich viel drauf jehabt * und eh die ham also dann so in der probezeit nach drei monaten^ muß ich sagn * denn von den 8 ist eine einzige übriggeblieben die war gut die ham wir als kassiererin übernommen

0195 UM
hmhm^

0196 ALFRED
und die jungen leute im alter zwischen 22 und 30 die sind dann alle wieder * gegangen worden wie man so sagt


Kira BW 12 (Osten)

Kira - Situativer und sprachlicher Kontext

Als ostdeutsche Kinderärztin mit einem anderen Selbstwertgefühl ausgestattet entwirft Kira, 36, ein ganz anderes Bild der arbeitenden Bevölkerung. Sie arbeitet häufig im Notdienst in Westberlin, wo sie viel Zuspruch erhält. Zudem übt sie scharfe Kritik am System, es gäbe keine Kinderärztinnen und die Männer, die diesen Beruf ausüben, wäre es keine Herzensangelegenheit, im Gegensatz zum Osten "und der hat sich aufn hintern jesetzt um dit werden zu dürfen". Mit großem Selbstbewusstsein entwirft sie daher als Gegenbild die leidenschaftlichen Kinderärzte bzw. -ärztinnen. Kira ist auch wieder ein Zeugnis dafür, dass in Ostberlin berlinert wird und VertreterInnen aller sozialen Klassen (zumindest leicht) berlinern konnten (g -> [j], jearbeitet, jesetzt etc.).

Ausschnitt des Interviews mit Kira und Transkription

Sound der Einheit: Kira (BW_E_12)

Audio

Sound der Einheit: Kira (BW_E_12)

Kira

0353 KIRA
wenn ick notdienst hab ick hab ja fast also ick hab noch nich einmal mit ner frau zusammen jearbeitet * sind immer männer^

0354 OL
hmhm^

0355 KIRA
wer bei uns kinderarzt jeworden is^ der wollte kinderarzt werden *

0356 OL
ja_

0357 KIRA
und der hat sich aufn hintern jesetzt um dit werden zu dürfen (0.3) wer drüben kinderarzt jeworden is der hat ke:ne andre stelle gekricht weil dit sind freiwillig ist det niemand jeworden * also ja wat heißt dit is villeicht och jeschwindelt * aber det gros derer die dort pädiater jeworden sind sinds jeworden weil se ne andre stelle nich bekommen ham und HALT in diese ausbildung jerutscht * und dit sind wesentlich mehr männer


(e) Wendehälse

Nach dem Fall der Mauer wurden Personen als "Wendehals" bezeichnet, die zu DDR-Zeiten das politische System unterstützt hatten, in der Wendezeit sich aber gegen das politische System der DDR und auf die Seiten der Demonstranten stellten. Dies betraf nicht nur führende DDR-Politiker und Funktionäre, sondern auch kleinere Unterstützer des politischen Systems. Ganz allgemein gelten Personen als Wendehälse, die ihre politische Gesinnung an der politischen Lage des Landes orientieren bzw. an der Frage, was vorteilhaft für sie ist. "Wendehals" wurde zu Wendezeiten im privaten wie in der Presse zu einem geflügelten Wort.


Vera BW 19

Vera - Situativer Kontext und sprachlicher Kotext

Mit dem Begriff "Wendehals" bezog man sich nicht nur auf die politische Führungselite der DDR, die versuchte, nach der Wende die Zeiten opportunistisch zu nutzen. Auch im Privaten traf man auf Wendehälse. So bezeichnet Vera einen Bekannten als Wendehals, da dieser sich "völlig verändert hat um hundertachtzig grad jedreht zu ostzeiten war er sa ick mal 'der kommunist und zu westzeiten eh is er jetze na ja * 'der westler". Dieses aus politischer Sicht chamäleonartige Verhalten führt zum Bruch, einen Wendehals kann man Vera nicht als Freund bezeichnen.

Ausschnitt des Interviews mit Vera und Transkription

Sound der Einheit: Vera Teil 1 (BW_E_19)

Audio

Sound der Einheit: Vera Teil 1 (BW_E_19)

Vera

0029 OL
man sagt ja daß sich das 'wahre gesicht einiger personen innerhalb des bekanntenkreises oder auch familienkreises sich gewandelt hat und sich jetzt nach der wende * eh einige so richtig eh erst ihr wahres gesicht gezeigt ham *? konntest du die erfahrung auch machen * daß sie * diese sogenannten wendehälse sag ick mal jetzt so^?

0030 VERA
tja also (2.0) nun ja also ehm * direkt wendehälse ja also einer im bekanntenkreis schon der hat sich ürgendwie (2.0) der gehört im prinzip nich mehr zum freundeskreis der hat sich so rauskristallisiert der is im prinzip jetzt einzelgänger jeworden in meinen augen her der is zwar schon n bißchen älter aber * da besteht halt auch nich mehr der kontakt dazu weil er sich wie jesagt völlig verändert hat um hundertachtzig grad jedreht zu ostzeiten war er sa ick mal 'der kommunist und zu westzeiten eh is er jetze na ja * 'der westler der allet kann und * wie jesagt kontakt der kontakt bricht dadurch ab daß man sich so * verändert hat oder so is nich mehr die freundschaft die früher ma war und freundschaften von außerhalb die bestehen dann nich (mal) kontakt reißt ab also * man muß sich seine neuen freunde suchen und wenns richtje freunde sind dann halten die auch jetze noch zusammen * och wenn ürgendwat jetzt passiert so is also * wahre freunde erkennt man in der not sagt man ja immer so schön und die: denk ick ma hab ick zu größten teil behalten oder freundschaft ausjebaut gefestigt * so in der art

Fussnoten