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Aus russischen Blogs: Krim: Kriegsszenarien und Sanktionen gegen Russland | Russland-Analysen | bpb.de

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Kommentar: Rettungskräfte im Fadenkreuz: Russlands gezielte Double-Tap-Angriffe auf Notfalleinsätze Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Kunstausstellungen über den Krieg / Außenkulturpolitik im Iran (18.11.2025) Analyse: Kunstausstellungen in russischen Museen über den Krieg gegen die Ukraine Dokumentation: Bilderteil zur Analyse „Kunstausstellungen in russischen Museen über den Krieg gegen die Ukraine“ Analyse: Russische Bildungs- und Kulturpolitik im Iran Umfragen: Die Einstellung der russischen Bevölkerung zum Iran Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Atomenergie als Waffe (11.11.2025) Analyse: Das "kriegerische Atom" in der Ukraine: Wie Russland Reaktoren in Instrumente des Krieges verwandelt Dokumentation: Russische Atomreaktoren weltweit Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Desinformation / Wahlen (13.10.2025) Analyse: Russlands Propagandapyramide: Ein Modell zur Analyse staatlich organisierter Desinformation Umfragen: Informationsquellen Umfragen: Nationale Interessen Dokumentation: Kampf gegen Desinformation (Reporter ohne Grenzen) Wahlbeobachtung: Russian Election Monitor (REM): Stellungnahme zu den Regional- und Kommunalwahlen in Russland 2025 Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Regimeresilienz (30.07.2025) Analyse: Russlands wirtschaftliche Eliten im Krieg: Gewinner, Verlierer und die Umverteilung von Reichtum und Macht Ranking: Russen auf der Forbesliste der Milliardäre weltweit 2025 Analyse: Wie Putin die russische Nomenklatura beherrscht dekoder: Ministerselbstmord erschüttert Russlands politische Elite Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik (De-)politisierter Aktivismus (11.07.2025) Analyse: „Unpolitischer Aktivismus“ in Russland nach Kriegsbeginn: Widerspruch zwischen Politisierung und Entpolitisierung Umfragen: Protestpotenzial mit politischen Forderungen Umfragen: Interesse an Politik Statistik: Zivilgesellschaftliche Partizipation und Protestaktionen in Russland dekoder: Auflösung einer unabhängigen Wohltätigkeitslandschaft Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Hybride Einflussnahme (16.06.2025) Analyse: Die russische Propaganda wirkt Dokumentation: Russlands Auslandspropaganda Analyse: Russlands transnationale Repression gegen die deutsche Osteuropaforschung Dokumentation: Transnationale Repression durch Russland Dokumentation: Sabotage Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Zivilgesellschaft und unzivile Gesellschaft (23.05.2025) Analyse: Unsichtbarer Widerstand: Handlungsfähigkeit und Solidarität im Angesicht des Autoritarismus Analyse: „Auch der Rasen vor meinem Haus ist Politik“: Die (Ent)Politisierung des urbanen Aktivismus nach dem Februar 2022 Kommentar: Horizontale Verzerrungen: Engagement in zivilgesellschaftlichen Organisationen und die Unterstützung des Regimes Dokumentation: Zivilgesellschaft und Repression in Russland seit 2022 Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Russland – Georgien (12.05.2025) Analyse: Die georgisch-russischen Beziehungen: Von der Beeinflussung zur ideologischen Konvergenz Analyse: Die georgisch-russischen Beziehungen: Begibt sich Georgien in eine zu große Abhängigkeit von Russland? Kommentar: Georgien und Russland – „im selben Zug“ mit der Besatzungsmacht Analyse: Gemeinsame Grundlagen finden: russische und georgische zivilgesellschaftliche Initiativen in Tbilissi Statistik: Wirtschaftsdaten Umfragen: Die Meinung der georgischen Bevölkerung zu den Beziehungen zu Russland Dokumentation: Die georgische Elite, russische Unternehmen, Direktflüge Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Soziale Medien und Internet (31.03.2025) Analyse: Die Hüter des russischen Internets: Netzbetreiber und ihre Rolle bei der Umsetzung von Informationsbeschränkungen Analyse: Warum und wie YouTube in Russland allmählich der Garaus gemacht wird Statistik: Soziale Medien in Russland Statistik: Drosselung von Youtube Analyse: Nach dem Aufstand: der Untergang von Jewgenij Prigoschins digitalem Imperium Dokumentation: Prigoschins Mediengruppe "Patriot" Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Wissenschaft (06.03.2025) Dokumentation: Bericht Academic Freedom in Russia Analyse: Der Stand der Wissenschaftsfreiheit in Russland 2022–2024 Analyse: Veränderungen bei den Forschungsthemen Dokumentation: Wissenschaft und Hochschulbildung in Russland seit 1991 Verhandlungen unter Trump / Kriegs- und Wirtschaftsentwicklung (27.02.2025) Kommentar: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine: Trump als Game-Changer? Kommentar: Was hat Russland von der US-amerikanischen Verhandlungsinitiative? Kommentar: Frieden à la Trump? Drei Probleme und zwei Szenarien Kommentar: Stellen die USA und Russland die Ukraine und Europa beim Friedensprozess aufs Abstellgleis? Kommentar: Verhandlungen ohne zu verhandeln Kommentar: Millionen für eine Unterschrift: Russlands Rekrutierung in den Regionen Kommentar: Ernüchterung nach dem Fest der Haushaltsausgaben Kommentar: Drei Jahre Krieg: Die Lage der Dinge an den Fronten und in den Armeen Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Russlands Krieg gegen die Ukraine: Umfrageergebnisse / Rolle der russischen Exilopposition (25.02.2025) Analyse: Russland im Security Radar 2025 Analyse: Opposition – aber gegen wen und wogegen? Zu den Motiven der ukrainischen Skepsis gegenüber der russischen Exilopposition Umfragen: Einstellungen in der Ukraine gegenüber Russland und der russischen Antikriegsopposition Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Gender / Gasversorgung (03.02.2025) Analyse: Russlands Kampagne für eine Rückkehr des Patriarchalen: Förderung „traditioneller Werte“ mit dem Ziel demographischer und sexueller Souveränität Umfragen: Gendergerechtigkeit und -rollenbilder Analyse: Folgen der Beendigung des Gastransports durch die Ukraine für EU-Länder und Moldau Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik

Aus russischen Blogs: Krim: Kriegsszenarien und Sanktionen gegen Russland

Berlin Sergey Medvedev

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Herausgeber der Länderanalysen

Die Russland-Analysen werden von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V., dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien, dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) gGmbH gemeinsam herausgegeben. Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb veröffentlicht die Analysen als Lizenzausgabe.

Kriegsszenario auf der Krim

Die Lage auf der Krim ist angespannt. Die russischen Truppen, die laut Wladimir Putin "Selbstverteidigungskräfte in russischer Uniform" seien, kontrollieren die wichtigsten Infrastrukturobjekte, das Gebäude des Parlaments der Krim sowie regionale Telekommunikationseinrichtungen. Ein besonderes Problem stellen die Militäreinheiten der ukrainischen Armee dar, die zwar noch immer auf der Halbinsel stationiert sind, gleichwohl von den russischen Spezialeinheiten in ihren Kasernen eingesperrt werden. Das russische Militär hat mehrmals versucht, ukrainische Stützpunkte auf der Krim zu stürmen, die eine Kapitulation und eine Überlassung der Munitionslager verweigerten. Die Attacken wurden bisher ohne Waffeneinsatz abgeblockt. Das Referendum am 16. März und eine Annexion der Halbinsel an Russland können dazu führen, dass das ukrainische Militär als ausländische Truppen auf dem Territorium eines fremden Staates gilt. Eine solche Situation könnte von Russland als Gefahr für die staatliche Sicherheit interpretiert werden und letztendlich einen bewaffneten Konflikt in der Region auslösen.

"Ich hoffe mich zu irren, aber die Logik der Entwicklung auf der Krim legt ein Blutvergießen nahe" von Sergej Kondraschow, 9. März 2014 Externer Link: http://www.snob.ru/profile/10815/blog/73285

"Ich bin 80 Jahre alt, aber ich nehme ein Gewehr und werde mein Land verteidigen"

Leonid Krawtschuk, der erste Präsident der unabhängigen Ukraine, empört sich über die Besatzung der Krim durch russische Truppen. Er kritisiert den Kreml scharf wegen des Verstoßes gegen das Völkerrecht und warnt Russland vor gefährlichen Konsequenzen im Falle des Krieges mit der Ukraine: "Ich rufe die russische Regierung zum Einhalten auf. Zwischen unseren Völkern darf es keinen Krieg geben […] Alle Länder Europas werden die Ukraine unterstützen. Ich habe keine Zweifel daran. Wir sind Objekt einer Aggression. In dieser Situation müssen wir nur noch klug sein und dürfen keine abrupten Vorstöße zulassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es die Nürnberger Prozesse. Ja, das war in Deutschland, kann sich aber auch an einem anderen Ort wiederholen."

"Ich bin 80 Jahre alt, aber ich nehme ein Gewehr und werde mein Land verteidigen" von Leonid Krawtschuk, 2. März 2014 Externer Link: http://www.snob.ru/profile/28139/blog/72834

"Es wird keine Sanktionen gegen die Putinsche Administration geben"

Der Journalist des Radiosenders "Echo Moskwy" Matwej Ganapolski zweifelt an einer Einführung sowie einer Wirkung der Sanktionen gegen Moskau. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Ländern der Europäischen Union und Russland sind eng und für beide Konfliktseiten sehr wichtig. Europa müsste dafür zu hohen Preis zahlen: "So brummelt Frankreich etwas von Visafragen und Sanktionen und traut sich in Wirklichkeit nicht mal, den Namen Wladimir Putin zu erwähnen, weil die Franzosen für uns den Flugzeugträger "Mistral" bauen [eigentlich geht es um zwei Hubschrauberträger, S.M.], und dieser Vertrag wird Russland 1 Milliarde Euro kosten. Sollte sich Frankreich jetzt für Sanktionen entscheiden, würde Russland sehr wahrscheinlich auf den Kauf verzichten. Und so funktioniert es überall. Die UNO kann nichts machen, weil sofort ein Veto käme, und die mächtigsten Staaten sind durch ihre Wirtschaftsbeziehungen, durch Gas, Pipelines usw. mit Russland verflochten, was Ehrlichkeit und gesunden Menschenverstand raubt."

"Ihr macht euch vor Angst in die Hosen!" von Matwej Ganapolski, 7. März 2014 Externer Link: http://www.echo.msk.ru/blog/ganapolsky/1274402-echo/

Kann sich Russland einen Sanktions-Krieg leisten?

Sanktionen als Strafe sind in erster Linie auf eine Schwächung der Volkswirtschaft eines Aggressors gerichtet. Im Fall Russland hätten Brüssel und Washington zumindest aus makroökonomischen Gründen mehr Spielraum als Moskau. Die russische Wirtschaft ist im Vergleich zur amerikanischen oder zur europäischen rund sieben Mal kleiner. Russland könnte sich bei einem Sanktions-Krieg kaum wehren, ohne sich selbst zu schaden. Theoretisch hätte Russland die Gas-Geschäfte, seine Währungsdevisen, ausländisches Eigentum und Tochterunternehmen internationaler Konzerne aufs Spiel setzen können. Eine genaue Betrachtung dieser Instrumente zeigt ebenfalls, dass ihr Einsatz unwahrscheinlich ist, meint der Prorektor des Higher School of Economics Konstantin Sonin. Für einen effektiven Einsatz ausländischer Währungen verfügt Russland über viel zu geringe Devisenbestände in US-Dollars oder Euros. Das Procedere einer Beschlagnahmung ausländischer Unternehmen wäre äußerst schwierig, da von diesen viele de jure als russische Unternehmen registriert sind. Die eigenen Verluste wären dabei deutlich höher. Viel wahrscheinlicher scheint der Einsatz von "leichteren Sanktionen", die sich der Kreml durchaus leisten kann. Dazu gehören beispielsweise Importverbote für bestimmte Lebensmittel. Die Wirkung solcher Instrumente ist allerdings gering.

"Ach, du willst mit dem Helm prügeln…" von Konstantin Sonin, 10. März 2014 Externer Link: http://www.echo.msk.ru/blog/ksonin/1275900-echo/

"Dawai, Barak, Dawai!"

Der Kommunalpolitiker Oleg Dubow aus Twer kritisiert die US-Politik wegen Doppelstandards in der Ukraine-Frage: "Als zum Jahreswechsel auf dem Maidan statt Väterchen Frost der ›liebe Onkel‹ McCain erschien und Victoria Nuland die ›Rebellen‹ mit Piroggen fütterte, hat kein Mensch von Sanktionen gegen die USA gesprochen." Gleichzeitig verweist Dubow auf mögliche positive Auswirkungen, die Sanktionen für die Wirtschaft Russlands könnten. Das Sperren von ausländischen Konten russischer Beamten würde die Politik Putins zur "Deoffshorisazija" (Entoffshorisierung) befördern. Ein Ausschluss Russlands aus der G8-Gruppe würde lediglich symbolische Bedeutung haben: "Das heutige China bemüht sich nicht um die G8-Mitgliedschaft und fühlt sich wohl dabei". Ein Ausscheiden Russlands aus dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wäre undenkbar. Durch die Suspendierung der Mitgliedschaft bei den sonstigen Organisationen und "Partnerschaften" würde der Westen Russland nur einen Gefallen tun, behauptet Dubow und plädiert für einen Austritt Russlands aus dem Europarat, "einer weiteren nutzlosen Organisation, die so gern alles und jeden ein Leben nach liberaler Manier lehren möchte". Im Falle von Sanktionen müsste Moskau allerdings adäquate Antworten geben: Die Sperrung des Luftraums für NATO-Flugzeuge sowie den Tausch der Dollarreserven in andere Währungen.

"Dawaj, Barak, dawaj!" von Oleg Dubow, 10. März 2014 Externer Link: http://www.echo.msk.ru/blog/oleg_dubov/1275990-echo/

Ausgewählt und zusammengefasst von Sergey Medvedev, Berlin (Die Blogs, auf die verwiesen wird, sind in russischer Sprache verfasst)

Fussnoten