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Asylanträge in Deutschland Infografiken zu Asylanträgen und Asylsuchenden

/ 4 Minuten zu lesen

Im Jahr 2022 beantragten 244.132 Menschen Asyl in Deutschland. Im laufenden Jahr 2023 sind es bislang 188.967 Asylanträge. Wie haben sich die Antragszahlen seit 1980 entwickelt und in welchen Bundesländern werden die meisten Anträge gestellt?

Hinweis: Fluchtzuwanderung aus der Ukraine

Die Antragszahlen zu Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erfassen im Jahr 2022 und 2023 nur einen Teil der tatsächlichen Fluchtzuwanderung nach Deutschland. Dies gilt auch für die meisten Grafiken in diesem Angebot.

In Folge des russischen Angriffskriegs auf die gesamte Ukraine am 24. Februar 2022 sind mehrere Millionen Menschen aus der Ukraine nach Europa geflüchtet. Im deutschen Ausländerzentralregister waren Anfang April 2023 Externer Link: mehr als eine Million Schutzsuchende aus der Ukraine registriert. Mit dem Interner Link: Inkraftsetzen der sogenannten EU-Massenzustromrichtlinie im Februar 2022 können ukrainische Staatsangehörige unbürokratisch einen vorübergehenden Aufenthaltstitel in EU-Staaten erhalten und müssen dafür kein Asylverfahren durchlaufen. Sie dürfen arbeiten und erhalten Zugang zu Sozialhilfe, medizinischer Versorgung und zum Bildungssystem.

Die große Mehrheit der ukrainischen Schutzsuchenden stellt keinen Asylantrag und wird damit nicht von den Zahlen des BAMF erfasst. 2022 stellten laut Externer Link: Asylgeschäftsstatistik 705 ukrainische Staatsangehörige einen Erstantrag auf Asyl, 2023 waren es Externer Link: bis Ende April 160 Anträge.

Wie viele Asylanträge werden in Deutschland gestellt?

Bei Asylverfahren wird seit 1995 zwischen Erst- und Folgeanträgen unterschieden: Beantragt ein Asylsuchender das erste Mal Asyl, liegt ein Erstantrag vor. Wird ein Asylantrag zurückgenommen oder vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgelehnt, hat der Asylsuchende die Möglichkeit, einen Folgeantrag zu stellen. Ob ein Folgeverfahren aufgenommen wird, entscheidet das Bundesamt.

Im laufenden Jahr 2023 (Januar bis Juli) gingen beim BAMF 175.272 Erstanträge und 13.695 Folgeanträge auf Asyl ein (Stand: August 2023). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Zahl der Erstanträge um 78,1 Prozent gestiegen, die Zahl der Folgeanträge sank um 7,3 Prozent. Im Jahr 2022 wurden insgesamt 244.132 Asylanträge in Deutschland gestellt.

Nachdem die Zahl der in Deutschland gestellten Asylanträge Mitte der 1980er Jahre stark angestiegen war, war sie Interner Link: nach einer Grundgesetzänderung und dem sogenannten "Asylkompromiss" seit Mitte der 1990er Jahre kontinuierlich zurückgegangen. Seit 2007/2008 stiegen die Zahlen erneut.

Interner Link: 2016 erreichte die Anzahl der Asylanträge einen Höchststand: Zwischen Januar und Dezember 2016 zählte das BAMF 745.545 Erst- und Folgeanträge auf Asyl und damit mehr als im Vorjahr. 2015 hatten 476.649 Menschen in Deutschland Asyl beantragt.

Seitdem sind die Antragszahlen wieder zurückgegangen. Zwischen Januar und Dezember 2017 nahm das Bundesamt insgesamt 222.683 Erst- und Folgeanträge auf Asyl entgegen, im selben Zeitraum des Jahres 2018 waren es noch 185.853 Anträge, 2019 noch 165.938 Anträge und 2020 insgesamt 122.170 Anträge. 2021 wurden 190.816 Asylanträge in Deutschland gestellt.

Wie verteilen sich die Anträge auf die Bundesländer?

Im laufenden Jahr 2023 haben Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg die meisten Asylerstanträge entgegengenommen. Im Jahr 2022 und den drei Jahren davor waren es ebenfalls diese drei Bundesländer. Sie müssen nach dem sogenannten Externer Link: Königsteiner Schlüssel die meisten Asylsuchenden aufnehmen. Der Königsteiner Schlüssel regelt die Verteilung der Asylbewerber auf die einzelnen Bundesländer.

Rückblick: Wie viele Asylsuchende kamen zwischen 2014 und 2018 in Deutschland an?

Zahlen zu bei ihrer Ankunft in Deutschland registrierten Asylsuchenden werden seit Mitte 2018 nicht mehr veröffentlicht. Daher ist hier nur ein Rückblick möglich.

Die Anzahl der monatlich gestellten Asylanträge lag in den Jahren 2017 und 2018 leicht höher als der Zugang von Asylsuchenden. Von Januar bis Dezember 2017 wurden 186.644 Asylsuchende in Deutschland registriert, zwischen Januar und April 2018 gab es 54.790 Registrierungen. Die meisten von ihnen stammten aus Syrien, Irak und Nigeria, aber auch die Türkei und die Russische Föderation waren unter den zehn meistgenannten Herkunftsländern.

Bis Ende 2016 waren nur die Asylantragszahlen zentral vom BAMF erhoben worden. Seit 2017 gab es eine offizielle Asylgesuchstatistik, in der auch alle ankommenden Flüchtlinge und Asylsuchende zentral erfasst wurden, die noch keinen Antrag auf Asyl gestellt haben. Die Asylgesuchstatistik hat die Erfassung durch das sogenannte EASY-System ersetzt. Bei den im EASY-System erfassten Asylsuchenden konnten Fehl- oder Doppelregistrierungen nicht ausgeschlossen werden. Ein direkter Vergleich der Asylgesuchstatistik mit den EASY-Zahlen der Vorjahre ist daher nicht sinnvoll.

Kurz erklärtEASY-System

Zahlen zu in Deutschland ankommenden Asylsuchende wurden bis Ende 2016 dezentral über das sogenannte Externer Link: EASY-System erfasst.

EASY heißt eine Software, die die Verteilung der Asylsuchenden auf die Erstaufnahme-Einrichtungen in den Bundesländern regelt. Zwischen Januar und Dezember 2016 wurden 321.371 Zugänge von Asylsuchenden im EASY-System registriert. Die tatsächliche Zahl lag Externer Link: laut BMI darunter: Nach vorläufiger Berechnung des BAMF könne "von gut 280.000 asylsuchenden Menschen ausgegangen werden".

2015 lag die Zahl der EASY-Registrierungen deutlich höher. Von Januar bis Dezember 2015 wurden im EASY-System 1.091.894 Zugänge von Asylsuchenden erfasst. Auch hier lag die tatsächliche Zahl Externer Link: nach Angaben des BMI darunter: bei rund 890.000 Asylsuchenden. Die Differenz habe sich aus "Mehrfachmeldungen" und "späteren Weiter- oder Rückreisen" von Asylsuchenden ergeben.

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