Proteste in Iran
Seit den 2000er-Jahren kommt es in Iran immer wieder zu Protestwellen – etwa 2009 nach der umstrittenen Wiederwahl von Mahmoud Ahmadinedschad sowie 2017/18 und 2019 im Zusammenhang mit Preissteigerungen und wirtschaftlicher Not. Ab September 2022 erreichen die Proteste eine neue Dimension: Ausgelöst durch den Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini in Polizeigewahrsam gehen unter dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ Menschen in vielen Teilen des Landes auf die Straße. Die Islamische Republik reagiert wiederholt mit Gewalt, Repression und Festnahmen. Ende Dezember 2025 kommt es vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschaftskrise erneut zu Protesten. Nachdem der Rial stark an Wert verloren hat, streiken zunächst Händler und Geschäftsleute im Basar von Teheran, anschließend kommt es zu Demonstrationen in vielen Teilen des Landes. Die Angaben zur Zahl der Todesopfer gehen auseinander, manche Berichte sprechen jedoch von bis zu 30.000 Toten.