Artikel im

Ausländische Direktinvestitionen | Anthropozän | bpb.de

Ausländische Direktinvestitionen US-Dollar in Billionen

/ 2 Minuten zu lesen

Ein wichtiger Faktor für die wachsende wirtschaftliche Globalisierung ist die Zunahme von ausländischen Direktinvestitionen. Die Verteilung zwischen den Staatengruppen und den Übrigen zeigt ein finanzielles Machtgefälle. Ein Großteil der Investitionen fließt zunehmend in Entwicklungsländer.

Einführung

Ausländische Direktinvestitionen (ADI) bezeichnen Vermögensanlagen, die von einem Unternehmen (oder auch von Staatsregierungen) getätigt werden, um eine dauerhafte Beteiligung an einem im Ausland ansässigen Unternehmen zu erwerben. Das grundlegende Kriterium ist ein Anteil von mindestens 10% der Aktien mit Stimmrechten, durch die der Investor seinen Einfluss auf das ausländische Unternehmen ausübt. Zu den vielfältigen Gründen von ADI zählen die Erschließung neuer Absatzmärkte, die Nutzung günstiger Produktionsstandorte oder auch steuerliche Vorteile.

Historische Entwicklung

Die rasante Entwicklung ausländischer Direktinvestitionen nahm in den 1980er Jahren ihren Anfang. Die globale Finanzkrise von 2008 ist deutlich zu erkennen. Ebenso deutlich die schnelle Erholung bei den ADI. Ihr Anstieg kann als Indikator der wirtschaftlichen Globalisierung angesehen werden. Wie bei der Entwicklung des → realen Bruttoinlandsprodukts zeigt sich die Dominanz der OECD-Länder und damit ein wirtschaftliches Machtgefälle auf globaler Ebene.

ADI und Wirtschaftswachstum

Auch wenn der Großteil an ausländischen Direktinvestitionen zwischen den OECD-Ländern stattfindet, so steigt der Anteil an Investitionen, der in die sogenannten Entwicklungsländer fließt, kontinuierlich an. Ob sich ADI positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung im Zielland auswirken und eine Verbesserung der Lebensstandards zur Folge haben, hängt entwicklungsökonomischen Untersuchungen zufolge vor allem davon ab, inwiefern die Menschen des Ziellandes in die Unternehmen eingebunden werden.

Ein niedriger (Aus)Bildungsstand etwa führt häufig dazu, dass viele Positionen mit Fachkräften besetzt werden, die nicht aus dem Zielland kommen. Dies hat zur Folge, dass die für eine volkswirtschaftliche Entwicklung notwendige Aufbau von Humankapital nicht stattfindet.

Ausländische Großagrarinvestitionen

Ausländische Direktinvestitionen sind immer häufiger auch Agrarinvestitionen. Kapitalkräftige Investoren wie z.B. Saudi Arabien oder China sichern sich große Flächen vor allem in Afrika, um dort mittels industrieller Landwirtschaft Nahrung und Bioenergie zu produzieren, um eigene nationale Defizite auszugleichen bzw. Gewinne zu erzielen.

Solche Großprojekte sind oft intransparent und erfolgen meist ohne Beteiligung der Bevölkerung, was häufig zu Landnutzungskonflikt führt, welche die Lebensverhältnisse ansässiger Kleinbauern aber auch die allgemeine Ernährungssicherheit im betroffenen Land verschlechtern.

Fussnoten

Weitere Inhalte