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24. März 1999

Deutschland-Chronik I: Alliierte Besatzungspolitik 1. Vorentscheidungen der Siegermächte 2. Die Teilung Deutschlands 3. Wirtschafts- und Sozialreformen 4. Interzonale Verflechtungen und Sonderfall Saargebiet 5. Berlin und Berlin-Blockade II: Gründerjahre der beiden deutschen Staaten 6. Konstituierung der beiden deutschen Staaten 7. Bipolare Außenpolitik und Wiederaufrüstung im Kalten Krieg 8. Deutschlandpolitik und Berlin-Status im Kalten Krieg 9. Wirtschaft, Sozialpolitik und Gesellschaft 10. BRD und DDR: Bildungs-, Kultur-, Familien- und Jugendpolitik 1949 - 1955 III: BRD und DDR als Vorposten ihrer Schutzmächte 11. Regierung und Innenpolitik 12. Außen- und Sicherheitspolitik der beiden deutschen Staaten 13. Deutschlandpolitik und deutsch-deutscher Konflikt 1955 - 1961 14. Wirtschaft, Arbeit und Sozialpolitik 15. BRD und DDR: Bildungs- und Familienpolitik 1955 - 1961 IV: Deutschland in der Ära der Koexistenz 16. Regierungen, Parteien und Verfassung im politischen Wandel 17. Außen- und Sicherheitspolitik zwischen Konfrontation und Normalisierung 18. Deutsch-deutscher und Berlin-Konflikt im Übergang 1961 - 1969 19. Wirtschafts- und Sozialpolitik 20. Entwicklungspolitik und Weltwirtschaft 1961 - 1969/71 21. BRD und DDR: Bildung und Familie 1961 - 1969/71 V: Die deutschen Staaten im Wandel vom Ost-West-Konflikt zur Entspannung 22. Innenpolitik in der Ära Brandt/Schmidt und Honecker 23. Außen- und Sicherheitspolitik in der Ära Brandt/Schmidt und Honecker 24. Zwei Staaten, eine Nation in Deutschland 1969 - 1982 25. Berlin-Regelung und Berlin-Politik 1971 - 1982 26. Ökonomie, Umwelt und soziale Sicherung 27. Entwicklungspolitik und Weltwirtschaft 1969 - 1982 28. Familie und Jugend, Bildung und Kultur VI: Von der Ost-West-Entspannung bis zum Vorabend der 'Wende' 29. Innenpolitik in der ersten Ära Kohl und am Ende der Ära Honecker 30. Außen- und Sicherheitspolitik 31. Deutsch-deutsche Sonderbeziehungen und Berlin 1982 - 1989 32. Wirtschaft und soziale Sicherung, Umwelt und Entwicklung 33. BRD und DDR: Familie und Bildung 1982 - 1989 VII: Von der friedlichen Revolution zur staatlichen Einheit 34. »Wir sind das Volk«: Die friedliche Revolution vor und nach dem 40. Jahrestag der DDR-Gründung 35. DDR und BRD: Von der Vertragsgemeinschaft zur Einheit 36. Internationale und sicherheitspolitische Rahmenbedingungen der deutschen Einheit 37. Die Wiederherstellung der Einheit Berlins als »kleine Wiedervereinigung« 1989 - 1990 VIII: Deutschland auf dem Weg zur inneren Einheit 38. Regierungssystem und Innenpolitik in der zweiten Ära Kohl 39. Deutsche Außen- und Sicherheitspolitik nach der Einheit 40. Wirtschaft, Steuern und Sozialpolitik in Deutschland 41. Weltwirtschaft, Dritte Welt und Umwelt 1990 - 1998 42. Familien-, Jugend- und Bildungspolitik in Deutschland 1990 - 1998 IX: Kontinuität und Wandel 43. Regierungswechsel und Innenpolitik 44. Deutschland in der internationalen Politik 45. Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik 46. Weltwirtschaft, Dritte Welt und Umwelt 1998 - 2000 47. Familie und Bildung 1998 - 2000 Über die Chronik Redaktion

24. März 1999

Bundeskanzler Schröder gibt in einer Fernsehansprache bekannt, dass deutsche Soldaten seit 1945 zum ersten Male direkt im Kampfeinsatz stehen; denn die Bundeswehr beteiligt sich mit Tornado-Flugzeugen an der Kosovo-Operation der NATO. Der Bundestag hatte NATO-Luftangriffe gegen Jugoslawien grundsätzlich bereits am Interner Link: 16. 10. 1998 gebilligt. Kosovo-Krieg vom 24. 3.@-@10. 6. 1999: Trotz der Kosovo Verification Mission (KVM) der OSZE und NATO (Interner Link: 16. 10. 1998) war die militärische Lage im Kosovo äußerst bedrohlich geblieben und von S erbien verschärft worden. Nach einem Massaker an albanischen Zivilisten im Dorf Racak bei Priština am 16. 1. 1999, das eine Zäsur markiert, stellte die institutionalisierte Balkan-Kontaktgruppe (KG), der Diplomaten Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, Russlands und der USA angehörten, den Konfliktparteien ein Ultimatum. Zwar gelang es, die verfeindeten Serben und Kosovo-Albaner ab 6. 2. 1999 an den Konferenztisch im Schloss Rambouillet bei Paris zu zwingen, doch scheiterten die Friedensverhandlungen an unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten. Zwar lenkten die Kosovo-Albaner in einer zweiten Verhandlungsrunde in Paris am 18. 3. 1999 ein, indem sie das von der Balkan-Kontaktgruppe vorgeschlagene Friedensabkommen unterzeichneten, nicht jedoch die Serben. Nach dem Abzug der Kosovo Verification Mission (KVM), die am 20. 3. 1999 aus Sicherheitsgründen nach Mazedonien evakuiert wurde, begannen die Serben eine neue Offensive gegen die UCËK und mit der planmäßigen Vertreibung von Albanern. Am 22. und am 23. 3. 1999 bemühte sich US-Sonderbotschafter Holbrooke zum letzten Mal erfolglos, Präsident Miloševic von der Notwendigkeit eines Waffenstillstands und der Stationierung von NATO-Truppen im Kosovo zu überzeugen. Ohne UN-Mandat beginnen am 24. 3. 1999 die angedrohten systematischen Luftangriffe der NATO gegen Jugoslawien im Rahmen der Operation Allied Force. Flankierend folgen humanitäre Hilfsmaßnahmen im Rahmen der Operation Allied Harbour, die Konsequenzen der versuchten »ethnischen Säuberungen«, d. h. der Vertreibung und des Völkermords im Kosovo, mildern sollten, vor allem in den benachbarten Republiken Mazedonien und Albanien. Zum ersten Male in ihrer Geschichte interveniert die NATO in eigener Regie außerhalb ihrer vertraglich festgeschriebenen Verteidigungsfunktion und außerhalb ihres Vertragsgebiets zum Zwecke der Friedens- und Rechtsdurchsetzung (peace- and law-enforcement). Interner Link: 11. 6. 1999