Diskutieren Sie mit auf dialog.bpb.de

André Nagel am 09.10.2012

„Wir lassen sie verhungern“ - Interview mit Jean Ziegler

Jean Ziegler ist Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats, Soziologe und emeritierter Professor der Universität Genf. Von 2000 bis 2008 war er UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung.Jean Ziegler ist Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats, Soziologe und emeritierter Professor der Universität Genf. Von 2000 bis 2008 war er UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. (© Verlag C. Bertelsmann )
Jean Ziegler, ehemals UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, spricht im aktuellen bpb:magazin über den Hunger in der Welt, das Diktat der Großkonzerne und die „Waffen“ der Demokratie. Hier das Interview in voller Länge.

Interview Robert Domes

Herr Ziegler, in Ihrem Buch „Wir lassen sie verhungern – Die Massenvernichtung in der Dritten Welt“ geben Sie eine deprimierende Zusammenfassung von Hunger, Tod und Elend auf dieser Welt. Sind Sie selbst deprimiert und frustriert?

Ziegler: Nein. Das Buch ist eine Abrechnung. Ich war von 2000 bis 2008 der erste UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Das Buch ist die Bilanz meiner Erlebnisse. Es hat drei Dimensionen. Erstens kann ich endlich sagen, wer die Halunken sind in den Konzernetagen und in den Präsidentenpalästen, die ich besuchen musste. Auch wo ich verraten habe. Ich habe unglaubliche Hoffnung geweckt, zum Beispiel in Guatemala unter den halb verhungerten Maya-Bauern. Die haben geglaubt, jetzt kommt die Agrarreform, weil ich das versprochen habe. Dann wurde meine Empfehlung sabotiert vom amerikanischen Botschafter in der UNO-Generalversammlung. Und drittens ist es trotz des Titels „Wir lassen sie verhungern“ ein Buch der Hoffnung.

Können Sie kurz die Fakten zusammenfassen?

Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. 57000 Menschen sterben pro Tag an Hunger. Eine Milliarde Menschen sind permanent schwerst unterernährt. Und das auf einem Planeten, der vor Reichtum überquillt. Der World Food Report der UNO sagt, dass die Weltlandwirtschaft heute problemlos fast 12 Milliarden Menschen, also fast das Doppelte der Weltbevölkerung, ernähren könnte.

Und doch heißt es, die nächste große Ernährungskrise stehe vor der Tür.

Sie ist schon da. Es gibt den strukturellen Hunger. Das ist das tägliche Massaker. Dieser Hunger ist implizit in der Unterentwicklung der Länder des Südens. Der unsichtbare Hunger, der jeden Tag Menschen vernichtet aufgrund der ökonomischen Unterentwicklung. Der Hunger, die Unterernährung und die unmittelbaren Folgen sind bei Weitem die wichtigste Todesursache auf diesem Planeten. Dann gibt es den konjunkturellen Hunger. Das ist der sichtbare Hunger. Der passiert, wenn eine Wirtschaft plötzlich implodiert durch Krieg wie in Darfur oder durch Klimakatastrophen wie jetzt am Horn von Afrika oder im Sahel-Gebiet. Das sind die sogenannten Hungersnöte. Dies erscheint dann kurz im Fernsehen. Kinder in Darfur, die sich nicht mehr auf den Beinen halten können, oder die hungernden Mütter mit halbverdorrten Kindern auf den Armen im Niger oder in Mali. Dieser konjunkturelle Hunger kommt zusätzlich zum täglichen Massaker.

Es ist also nicht so, dass es alle zwei, drei Jahre eine Krise gibt?

Es gibt eine permanente Hungerkatastrophe. Dazu kommen noch die Hungersnöte, und diese in immer schnellerem Rhythmus. Dabei gibt es zu Beginn dieses Jahrtausends keinen objektiven Mangel mehr. Wer jetzt am Hunger stirbt, wird ermordet.

Was sind die Ursachen?

Die Mechanismen, die für dieses tägliche Massaker verantwortlich sind, sind vielfach: Die Börsenspekulation auf Grundnahrungsmittel, die EU-Dumpingpolitik in Afrika, der Landraub, dann die Überschuldung der meisten Entwicklungsländer, die Investitionen in ihre eigene Landwirtschaft verhindern. Und letztlich der Agrartreibstoff.

Das heißt, unsere Entscheidung an der Tankstelle wirkt sich auf die Welternährung aus?

Natürlich. Unter dem Vorwand des Klimaschutzes haben zum Beispiel die USA letztes Jahr 138 Millionen Tonnen Mais und hunderte Millionen Tonnen Getreide verbrannt, um Bioethanol und Biodiesel herzustellen. Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dazu kommt: Die Produktionsmethode von Bioethanol ist total umweltschädigend. Die Herstellung eines Liters Bioethanol erfordert 4000 Liter Wasser und setzt Unmengen CO2 frei.

Was hat die Finanzkrise mit dem Hunger zu tun?

2008, 2009 hat der Banken-Banditismus riesige Vermögenswerte an den Finanzmärkten vernichtet. Dann sind die Hedgefonds und Großbanken umgestiegen auf die Rohstoffbörsen. Sie machen dort ganz legal astronomische Profite mit Mais, Getreide, Reis. Mit Wetten auf den Preisanstieg. Die Finanzkrise hat zu massiver Börsenspekulation auf Grundnahrungsmittel geführt, damit zur Preisexplosion, die weitere Millionen Menschen zu Opfern von Hunger macht. Die zweite unmittelbare Folge der Finanzkrise ist: Die Staaten des Westens haben Milliarden Euros und Dollars einsetzen müssen, um ihre Banken zu retten. Die europäischen und amerikanischen Beiträge an das World Food Programme, das für die humanitäre Soforthilfe zuständig ist, wurden gekürzt oder gestrichen. Das Budget des World Food Programme lag früher bei 6 Milliarden Dollar, heute sind es noch 2,8 Milliarden.

Mit welchen Folgen?

Das bedeutet, in den Hungerflüchtlingslagern in Daaba oder Nyala weisen die UNO-Beamten jeden Morgen hunderte Familien ab. Weil nicht mehr genug Vitamin-Biskuits, Milch für die Kinder oder intravenöse Sondernahrung vorhanden sind. Das alles, weil die Regierungen in Berlin, London, Paris und Washington die Beiträge gekürzt oder gestrichen haben.

Den Politikern müsste das doch klar sein.

Autonome Politiker gibt es selten. Die Konzerne diktieren ihr Gesetz auch den demokratischen Staaten des Westens. Sie funktionieren nach Profitmaximierung. Es herrscht eine kannibalische Weltordnung. Zehn weltumspannende Konzerne kontrollieren 85 Prozent der weltweit gehandelten Grundnahrungsmittel. Diese Konzerne entscheiden, wer isst und lebt oder wer hungert und stirbt. Die Frage von Leben und Tod ist die nach dem Zugang zur Nahrung und nicht nach der Produktion der Nahrung.

Ihre Beschreibung klingt nach David und Goliath. Kann man als Individuum überhaupt etwas ändern?

Die mörderischen Mechanismen, die für die Massenvernichtung in der Dritten Welt verantwortlich sind, sind menschengemacht und können von Menschen gebrochen werden. Die Bundesrepublik ist eine lebendige großartige Demokratie. Das heißt, wir haben alle Waffen in der Hand. Wir können morgen den Bundestag zwingen, das Börsengesetz zu revidieren und die Spekulation auf Grundnahrungsmittel zu verbieten.

Von welchen Waffen sprechen Sie?

Herr Schäuble ist ja nicht vom Himmel gefallen. Er ist Bundesfinanzminister durch Delegation des Volkes. Wir können ihn zwingen, bei der nächsten Generalversammlung des Weltwährungsfonds im Dezember in New York nicht mehr für die Gläubigerbanken in Frankfurt zu stimmen, sondern für die sterbenden Kinder. Das heißt, für die Totalentschuldung der 50 ärmsten Länder der Welt. Wir können auch erreichen, dass der deutsche Landwirtschaftsminister in Brüssel für die Abschaffung des Agrardumpings eintritt.

Viele Bauern könnten ohne Subventionen nicht leben. Warum sie also abschaffen?

Nicht die Produktionssubventionen, sondern die Exportsubventionen müssen abgeschafft werden. Auf jedem afrikanischen Markt können Sie heute deutsches, französisches, griechisches Gemüse, Früchte, Geflügel zu einem Drittel oder zur Hälfte des Preises des entsprechenden afrikanischen Inlandsprodukts kaufen. Und ein paar Kilometer weiter steht der afrikanische Bauer mit Frau und Kindern zehn Stunden unter brennender Sonne, rackert sich ab und hat nicht die geringste Möglichkeit, auf ein Existenzminimum zu kommen. Das alles kann gestoppt werden.

Sie meinen eine demokratische Revolution?

Das Vordringlichste ist, die „Waffen“ des Grundgesetzes zu gebrauchen, um die Regierung zu zwingen, radikale Strukturreformen zu vollbringen. Wenn die Politiker das nicht tun, muss man eben andere wählen. Es braucht neue soziale Bewegungen. Es braucht den Aufstand des Gewissens.

Das klingt utopisch. Woher nehmen sie ihre Hoffnung?

Che Guevara hat gesagt: „Auch die stärksten Mauern fallen durch Risse.“ Und man sieht heute diese Risse überall. Ich setze große Hoffnung in die neue planetare Zivilgesellschaft. Attac, Greenpeace, die Frauenbewegung, Via Campesina, die Bauernaufstände in den Ländern des Südens. Das neue historische Subjekt ist die weltweite Zivilgesellschaft.

Politik ist das eine. Kann man auch als Verbraucher etwas tun?

Sehr viel sogar. Erstens keine gentechnisch veränderte Nahrung kaufen, weil das die Finanzsklaverei für die Bauern bedeutet. Die müssen dann für die Aussaat nächstes Jahr Lizenzgebühren bezahlen. Dann in Weltläden einkaufen, dank derer der Produzent einen gerechten Preis erhält. Dann Vegetarier sein, wenn möglich. Die Weltgetreideernte beträgt in normalen Zeiten zwei Milliarden Tonnen. Davon gehen 500 Millionen Tonnen weg für die Intensivernährung von Schlachtvieh. Wer wenig oder kein Fleisch isst, setzt Nahrung frei für Menschen. Viertens nur saisonale Nahrung kaufen. Trauben aus Chile im Dezember in Berlin oder Stuttgart zu kaufen, ist ein totaler Blödsinn. Man soll nur das kaufen, was in der eigenen Region produziert wird, und nur dann, wenn es produziert wird.

Also auf den heimischen Biomarkt gehen?

Das ist gut. Damit tun Sie etwas gegen die kannibalische Weltordnung.

Sarah Wiener sagt, Kochen ist eine politische Tat. Stimmen Sie dem zu?

Natürlich, sie hat vollkommen recht. Es gibt einen Satz des französischen Schriftstellers Georges Bernanos. Er sagt: „Gott hat keine anderen Hände als die unseren.“ Entweder wir ändern diese Welt, oder es tut niemand.

Können sie noch unbeschwert ins Restaurant gehen mit all diesem Wissen?

Wenn man kein glücklicher Mensch ist, kann man nichts verändern. Die totale Absurdität, dass Millionen Menschen verhungern auf einem Planeten, der vor Reichtum überquillt, die Weltdiktatur der unglaublich mächtigen Finanzoligarchien – darüber kann man nur zornig werden. Aber man muss auch glücklich sein, damit man klar denken und wirksam kämpfen kann.



Ihr Kommentar:

(*) Diese Felder sind Pflichtfelder

Ihr Kommentar wird von der Redaktion geprüft und dann freigeschaltet


Kommentare anderer Nutzer

Ulrike Englisch-Simons | 12.10.2012 um 12:22 [Antworten]

Interview mit Jean Ziegler

ich stimme dem vollkommen zu.

Sandra Lüdecke-Rial | 12.10.2012 um 14:07 [Antworten]

Interview mit Jean Ziegler

Vielen herzlichen Dank Herr Ziegler, Ihre Zusammenfassung der Zustände ist enorm wichtig! Es ist einerseits zum Verrücktwerden und dann auch wieder ein klarer Spiegel unserer ganzen ignoranten Lebensart als Homo sapiens sapiens auf diesem, ohne uns, vollkommenen Planeten! Sandra Lüdecke-Rial

Louis Gottschall | 12.10.2012 um 22:53 [Antworten]

Grosser Mann

Wieso gibt es denn nicht mehr Menschen wie Jean Ziegler. Ich sehr grossen Respekt vor diesem grossen Mann

Karla | 14.10.2012 um 20:15 [Antworten]

Jean Ziegler

KenFM im Gespräch mit Jean Ziegler über: Welthunger & Nahrungsspekulation
http://goo.gl/sgq3Z

Marion Müller | 23.10.2012 um 16:31 [Antworten]

Interview mit Jean Ziegler

Vielen Dank Herr Ziegler für die ehrliche Beschreibung dieser schockierenden Zustände.
Wäre es nicht schön, wenn wir in Deutschland/Europa solche Gesetze und Regierungen hätten, dass man alles mit gutem Gewissen einkaufen und essen könnte? Wird man eigentlich unfreiwillig kriminell, wenn man z.B. ein Stück "Deutsche Butter" kauft? Kann das bedeuten, dass dafür Regenwald abgeholzt wird, Menschen hungern, der Klimawandel beschleunigt wird, Gen-Soja angebaut wird, dieser dann nach Dtl. transportiert wird um als Futtermittel verwendet wird? Wenn es schon gentechisch veränderte Nahrung in Dtl. gibt, müsste dann nicht erstmal die Bevölkerung befragt werden? Das sind ja weitreichende ethische Fragen!?

Peter Wuttig | 05.11.2012 um 18:49 [Antworten]

Weltungleichgewicht

Es ist erstaunlich, dass auf der einen Seite der Welt, Menschen an Unterernährung sterben und auf der anderen Seite der Welt Menschen Mangelerscheinungen kranken und and Fettleibigkeit sterben. Wem nützt eigentlich diese "Ernährungspolitik"? Es ist allerdings nicht nur Politik - Es ist "Lifestyle" und ein Stück Wirtschaftssystem, dass sich zur Aufgabe gemacht hat ein paar Wenige reich zu machen und den Rest krank und tot und das mit dem Segen der Politik. Ich will die Absurdität unserers Agrarsystems und unserer Essgewohnheiten garnicht weiter erläutern. Es ist so absurd, dass es wie man sieht nur zu Krankheit und Tod führen kann. Was wir brauchen ist ein radikales Umdenken in unserer Ernährung hin zu Vegan und Politiker, die ihrem Gewissen unterworfen sind und nicht den Lobyisten. Nachdem ich mich mit der "China-Study" und einschlägigen Nachfolgewerken auseinandergesetzt habe, habe ich den veganen Weg gewählt nicht aus Mitgefühl für Tier und Mensch sondern um den Irrsinn dieses Systems, dass von Menschen betrieben wird und für alle nur Leid zur Folge hat, zu helfen ein Ende zu bereiten. Der Verzicht auf tierisches Protein ist nur der kleinste Teil - der Große Teil ist der Gewinn an Lebensqualität und die Freude daran etwas Nützliches für die Welt getan zu haben.

Priyanka | 07.11.2012 um 21:30 [Antworten]

Interview mit Jean Ziegler

Meines Erachtens nach, hat Ziegler mit all dem was im Interview gesagt wird recht. Er fasst den Leser mit der Struktur seines Interviews, sodass es immer spannender wird und man nicht mehr aufhören will zu lesen. Es sind viele negative Wörter in seiner Beschreibung vorhanden, wie z.B. mörderische Mechanismen, kannibalische Weltordnung, „Wir haben die Waffen in der Hand“. Diese zeigen dem Leser, wie schlimm es auf der Welt zugeht. Dennoch finde ich den Begriff kannibalische Weltordnung nicht passend. Die meisten Menschen auf der Welt, wissen gar nicht, dass sie auch etwas gegen diesen Hunger tun können, und dass sich unsere Entscheidung an der Tankstelle auch auf die Welternährung auswirkt. In den Nachrichten wird von den verschiedensten Sachen der Welt berichtet, doch selten wird gesagt, das jeder einzelne von uns ein Stück zur Besserung der Welt beitragen kann. Ich bin mir sicher, dass wenn die Medien uns auf die Welternährung aufmerksamer machen würden, mit Sicherheit mehr Menschen acht darauf geben wo sie einkaufen und dass es dann auch nur Weltläden sein könnten mit einem gerechten Preis. Natürlich, wird dieser „Heilungs- Prozess“ lange dauern, aber fängt man einmal an und machen alle mit, wird auch das machbar sein. Es kann schon mit kleinen Sache anfangen, wie z.B. an seinem Geburtstag Essen für mehrere Leute zu bestellen und an bestimmen Orten das Essen zu verteilen. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen so wie Jean Ziegler denken und sie die Lage nach dem Interview auch ernster nehmen, damit sich die gravierenden Zustände der Hungersnot in der Welt endlich bessern.

Amanda B. | 08.11.2012 um 21:07 [Antworten]

Interview mit Jean Ziegler

In der Tat eine sehr drastische Wortwahl welche J. Ziegler in dem Interview trifft, dennoch aber eine sehr alamierende. Meiner Meinung nach vielleicht die einzig wirksame Vorgehensweise in unserer heutigen Gesellschaft. Ziegler fasst die aktuellen Zustände in unserer Welt sehr treffend zusammen, hierzu nennt er Fakten, erklärt die jetzigen Zustände und gibt verschiedene Ursachen an. Allerdings beklagt er nicht nur aktuelle Zustände, er zeigt auch Möglichkeiten auf, etwas im eigenen Verhalten zu ändern, in Form der Wahlbeteiligung und/oder dem eigenen Ess- und Kaufverhalten. Ich denke dennoch, dass das nicht ausreichen wird um wirkliche Veränderungen herbeizurufen, was wir brauchen ist ein radikaleres Umdenken und zwar bei jedem Einzelnen. Eine Welle der Empörung alle paar Monate, wenn wieder eine Hungersnot durch die Medien wandert, Spekulanten Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben haben oder Firmen wie Monsanto Bauern verurteilen und einsperren lassen, es braucht mehr als das. Wir müssen bereit sein einen Teil unseres Wohlstandes aufzugeben und wir müssen, im wahrsten Sinne des Wortes, bereit sein einen höheren Preis zu zahlen. Man kann nicht immer mit dem bösen Finger auf die Industrie oder die Politik zeigen und gleichzeitig aber niedrige Preise von Kleidung bis Lebensmitteln und ein allumfassendes Angebot erwarten. In anderen Worten, die Industrie ist darauf ausgelegt im Rahmen bestehender Gesetze profitorientiert zu handeln und im eigentlichen Sinne ist dies auch ihre Aufgabe, sie geht in der Regel nur dem nach, was der Verbraucher nachfragt. Ändert der Verbraucher massiv sein Kaufverhalten, müsste sich auch die Industrie zwangsweise umstellen. Letztlich muss sich jeder selber Fragen: In wie weit bin ich bereit meinen Lebensstandard aufzugeben und inwieweit bin ich für ein Umdenken bereit?

d1905 | 11.11.2012 um 15:07 [Antworten]

Jean Ziegler

"Können sie noch unbeschwert ins Restaurant gehen mit all diesem Wissen? " Wenn so viele Menschen, Inhaber der genannten Konzerne, Politiker, Produzenten und Konsumenten von gentechnisch manipulierten Produkten ohne Gewissensbisse nachts in ihrem Bettchen liegen können, dann kann auch diese Herr mit diesem Wissen ins Restaurant gehen. Die Informationen, die er uns leitet, sind meiner Meinung nach keine Neuigkeiten. Es herrscht ein "System", indem die einen so viel wie möglich profitieren und die anderen so viel wie es geht Verhungern von Millionen Menschen leiden. Und die, die sich in der mittleren Ebene befinden, tun entweder nichts oder ihre Wirkung wird verdrängt. Dass alle nichts tun kann man nicht sagen, denn es gibt zwar viele Organisationen, die für gute Taten kämpfen, jedoch sind sie gegenüber der Finanzwelt anscheinend zu schwach. Ich denke an das Essen in den großen Hotels, das tonnenweise im Müll gelangt, an Lebensmittelgeschäfte, in denen Produkte des Haltbarkeitsdatum wegen mit einem roten Ettiket versehen werden, aber zum großen Teil wieder im Müll gelangen etc. Das was die Menschen im Westen als "Abfall" bezeichnen, ist für die hungernden Menschen in Afrika was Besonderes, ein Bedarf, eine Notwendigkeit. Erst, wenn die Menschen zur Priorität werden und nicht das Geld, was sehr, sehr unwahrscheinlich ist, dann können die Menschen, die für viele sehr offensichtlich leider nichts Wert sind, wie "normale" Menschen leben können.

Gil | 14.11.2012 um 20:39 [Antworten]

Interview mit Jean Ziegler

Ich finde es sehr wichtig, dass jemand die Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, sich selbst ein Bild zu machen, darüber informiert wie es wirklich in ärmeren Ländern aussieht und warum es dort so schlecht aussieht. Das Interview müsste in regionalen und populären Zeitungen gedruckt werden, um mehr Menschen diese Misstände/Ungleichheiten aufzuzeigen, damit die Politiker nicht mehr der Verantwortung aus dem Weg gehen können, weil sie ihre Wähler vertreten müssen.

Badr | 15.11.2012 um 17:25 [Antworten]

Empört euch!

Wir sind erstmals dazu in der Lage die ganze Welt zu ernähren. Wir sind dazu in der Lage die Nahrungsmittelspekulation zu stoppen, sie zu verbieten. Dennoch sieht die Bilanz die wir ziehen grotesk aus: Jede 5. Sekunde verhungert ein Kind. Wieso passiert nichts? Wird jede 5. Sekunde ein Kind ermordet? Gewähren wir das Unrecht sind wir mitverantwortlich.... Unterlassene Hilfeleistung. Beihilfe zum Massenmord! Wer ist für das Schicksal dieser Menschen verantwortlich. "10 Nahrungsmittelkonzerne kontrollieren heute 85 % des Nahrungsmittelhandels auf der Welt." Jean Ziegler

Es sind gigantische Banken, die Gier verantwortungsloser Spekulanten, Nahrungsmittelkonzerne. Diese mögen unantastbar klingen. Jedoch nur, weil wir uns nicht währen. "was verlangt ihr vom schakal, daß er sich häute; vom wolf? soll er sich selber ziehen die zähne?" - Verteidigung der Wölfe gegen die Lämmer

Jean Ziegler stellt sehr gut dar, welche gigantische Macht in jederm von uns Bürgern liegt. Der Hunger ist "Menschengemacht", wir können ihn verhindern! Wenn die Bürger dieses Landes sich erheben! Wir müssen ein Bewusstsein entwickeln, ein Bewusstsein dafür, dass wir eine gigantische Macht darstellen. Empört euch! Konventionelle Hilfsorganisationen sind ein Tropfen auf dem heißen Stein, sie entmachten die Wurzeln des Übels nicht, leider bekämpfen sie bloß seine Symptome. Nein, wir müssen radikaler einschreiten, wir müssen die Politik in die richtige Richtung lenken: Und das ist möglich: Jede Revolution begann mit einer Idee und Menschen die sie verteidigten... Wir sind NICHT machtlos. Und wir haben es viel einfacher als die "Helden" der französischen Revolution... Guten Morgen, wir leben in einer Demokratie.

Die Politik muss Nahrungsmittelspekulation und Aggrartreibstoffe verbieten! Entmachtet die Nahrungskonzerne: Nahrung wird nicht produziert um Menschen zu ernähren, sondern um Geld zu generieren. Das ist eine absurde Perversion! Wir haben einen gigantischen Einfluss, es obliegt unserer Verantwortung diese korrupten Strukturen zu zerstören. - Während sie diesen Text gelesen haben, verhungerten mehrere 100 Kinder, weil WIR nichts unternommen haben!

Lena | 15.11.2012 um 17:39 [Antworten]

Interwiew mit Jean Ziegler

Ziegler macht in diesem Interwiew mit sehr schockierenden Fakten auf ein Problem aufmerksam, mit dem sich meiner Meinung nach dringend mehr Menschen auseinander setzen sollten. Es scheint so paradox, dass der Hunger in bestimmten Teilen der Welt so viele Menschenleben fordert, während woanders unzählige Mengen an Nahrungsmitteln weggeworfen werden und Menschen an Übergewicht leiden/sterben. Diese Ungerechtigkeit macht mich persönlich sehr betroffen und ich hoffe, viele setzen die Tipps um, die Ziegler den Verbrauchern gibt, um im Rahmen ihrer Möglichkeiten, beispielsweise beim Einkaufen etwas positiv zu verändern. Jedoch stellen sich mir ein paar Fragen bezüglich der "Waffen" die wir laut Ziegler in der Hand haben. Was passiert z.B. nach einer Totalentschuldung der Entwicklungsländer mit den Gläubigern? Die werden vermutlich nicht nochmal einen Kredit an ein Entwicklungsland vergeben. Außerdem kann bei einem Schuldenerlass kein Lerneffekt auf Seiten der Entwicklungsländer garantiert werden. Und auch nach der Erhöhung der Exportkosten werden sich diejenigen, die deshalb ihre Arbeit verlieren, bestimmt nicht bedanken, wenn schließlich ein anderes Land die preiswerten Lieferungen an die Entwicklungsländer übernimmt. Damit die heimischen Bauern ihre Produkte verkaufen können, muss eine weltweite Abschaffung des Agrardumpings durchgesetzt werden. Ziegler stellt es, meiner Ansicht nach, weiterhin etwas zu einfach dar, als Bürger bei konkreten politischen Entscheidungen mitwirken zu können. Falls es keinen Volksentscheid gibt, ist das Volk konkreten Entscheidungen gegenüber so gut wie machtlos. Was wir tun können, ist Hilfsorganisationen zu unterstützen, die die Menschen in Entwicklungsländern über ihre Rechte aufklären und ihnen helfen, diese wahrzunehmen. Nur wenn geschlossen z.B. gegen die unzumutbaren Arbeitsumstände vorgegangen wird, sind die großen Konzerne gezwungen etwas zu verändern. Auch wenn das eine große Hürde darstellt, kann nur so eine langfristige Verbesserung bewirkt werden.

sin_nombre | 15.11.2012 um 18:39 [Antworten]

Interview mit Jean Ziegler

Ein Interview wie dieses trägt sicherlich zur Aufklärung der vorherrschenden Verhältnisse in der dritten Welt bei, jedoch nützen alle diese Bemühungen nichts wenn sie nicht groß publik gemacht werden. In unserer heutigen Gesellschaft geht es doch überwiegend um Profitmaximierung, da bleibt der ein oder andere schon mal auf der Strecke. Sicherlich wird es mittlerweile Zeit an diesem System etwas zu ändern, doch was kann der einzelne Verbraucher schon tun? Soll ich meine Lebensmittel nur noch im Bioladen holen? Auch wenn ich mir das im Endeffekt gar nicht leisten kann? Hilft es wirklich wenn ich als Einzelperson nur noch "faire" Produkte kaufe? Definitiv nicht. Es müsste sich an der gesamten Einstellung der Länder etwas ändern. Ziele müsste nicht nur auf eigene Interessen ausgelegt sein. "Auch die stärksten Mauern fallen durch Risse" um das zu erreichen muss man erstmal genügend Menschen mobilisieren, die sich dafür einsetzen und den Anfang machen. Des Weiteren kann man den dritte Welt - Ländern keine Vorgaben machen, man muss vielmehr Hilfe zur Selbsthilfe betreiben um eine fortlaufende positive Entwicklung zu fördern.

Paula | 15.11.2012 um 23:20 [Antworten]

Ziegler

Ich stimme Jean Ziegler im Großen un Ganzen volkommen zu. Die Debatte über die Zustände in den Entwicklungsländern und unsere Teilhabe bzw. Schuld daran. Trptzdem finde ich, dass öffentlich zu wenig darüber gesprochen wird und ein normaler Verbraucher nicht unbedingt das Wissen über diese Tatsachen hat, dass er benötigen würde um etwas zu verändern. Die von Ziegler genannten Lösungsansätze- und Möglichkeiten erachte ich als sinnvoll und vor allem machbar. Trotzdem reichen sie meiner Meinung nach nicht aus um eine generelle und langanhaltende Veränderung zu bewirken. Das Spekulieren auf Lebensmittel sollte grundsätzlich gesetzlich verboten sein, denn das finde ich schon sehr bizarr.

Anastasiya Z. | 16.11.2012 um 00:48 [Antworten]

Interview mit Jean Ziegler

Ein sehr interessantes Interview. Sie fordern mehr Bürgerinitiative und eine Systemänderung. Diese Forderungen sind mir gewiss doch ihre Begründung an manchen Stellen ist mir unklar. Herr Ziegler, Sie behaupten allein für die Herstellung von Bioethanol wird unnötige Energie verbraucht und gleichzeitig die Umwelt verschmutzt. Doch der Energiewandel von Ressourcen zur erneubaren Energie ist notwendig zurzeit. Wir müssen experimentieren und unsere Techniken verbessern, um nicht nur uns selbst sondern auch weiterhin den Entwicklungsländern helfen zu können, wenn die Rohstoffe nicht mehr vorhanden sind. Desweiteren übten Sie Kritik über die Bankenrettung in Krisensituationen aus. Wir müssten weniger in die Wirtschaft investieren sondern in die Hilfe andere Länder. Wie kann dies erreicht werden, wenn uns selbst hier in Deutschland und der EU die finanzielle Basis fehlt? Man könnte sagen, dass mit der sinkenden Wirtschaft in Europa, wir weniger exportieren könnten und den regionalen Bauern in armen Ländern die Möglichkeit geben, einen neuen Markt zu erschaffen. Glauben Sie jedoch nicht, dass es keinen anderen Staat geben wird, der den Platz von Deutschland ersetzen wird und die Ausbeutung weiterhin andauert? Verliert Deutschland die Dominanz, werden auch wir bald genau so ausgebeutet; von Ländern wie China, USA oder Indien. Außerdem behaupten Sie, dass man ein glücklicher Mensch sein muss, um etwas verändern zu wollen oder können. Doch wie definieren Sie Glück? Kann ein HARTZ-IV-Empfänger etwas tun gegen die ``kannibalische Weltordnung´´? Ist er glücklich genug? Allerdings ihren Aufruf zum Verändern, zum Aufstehen und seine Meinung aussprechen, zur Mitwirkung in der deutschen und europäischen Politik befürworte ich. Für mich stellt sich jedoch die Frage, wie man diese Werte der Nachhaltigkeit vermitteln kann. Die Problemstellung ist vielen bewusst, doch setzen wir uns wirklich für unsere Mitmenschen in Entwicklungsländern ein oder kaufen wir nur Bio um unser schlechtes Gewissen zu reinigen? Freitagabend setzten wir uns nach einem langen Tag im Büro vor dem Fernseher, essen eine Biomöhre und sehen uns Werbung für neue und sehr notwendige und plötzlich unbedingt gewünschte Produkte wie z.B. der neue Glitzer-Anti-UV-Gloss-Lippenstiftan, die am nächsten Tag im Einkaufskorb landen.

M. Schley | 16.11.2012 um 11:17 [Antworten]

Interview mit Jean Ziegler

Wenn man sich das Interview durchliest, scheint Herr Ziegler sehr dafür zu kämpfen, die Menschen von seiner Sichtweise zu überzeugen. Daran ist auch nichts falsches, denke ich. Ein Kleinbauer, der in Konkurrenz zu mächtigen und starken Industrieländer steht, kann und wird seine Güter nicht auf dem inländischen Markt verkaufen können. Aber wovon soll er sonst leben? Ich denke diese Hungersnot, die auch definitiv Folge der Globalisierung ist muss insofern bekämpft werden, dass man vorerst darüber nachdenkt, wie man als ein Land nachhaltig wirtschaftet OHNE dabei andere Länder auszubeuten. Utopisch ist jedoch die Vorstellung, dass alle gleich wohlhabend sind und dass starke Länder etwas von ihrer Wirtschaftsmacht abgeben, indem sie zum Beispiel weniger exportieren, damit Entwicklungsländer nicht vom Import abhängig gemacht werden. Richtig, denn sie wurden abhängig gemacht und zwar weil importierte Güter billiger sind. Wie soll sich da ein vernünftiger Wachstum aufbauen, wenn 'Hilfe' anderer Länder in Anspruch genommen werden muss. Das hat Herr Ziegler auch gut und deutlich herausgebracht in dem Interview. Dass er jedoch die Lösung darin sieht, dass wir als einzelne Personen lebend in einer Demokratie mit unseren Stimmen ".. die Regierung zwingen, radikale Strukturreformen zu vollbringen ..." halte ich für fast noch utopischer als das Gleichgewicht in der Machtverteilung der Länder zu erreichen. Mentalitäten sind schwer zu ändern, jedoch sollte man es nicht unversucht lassen - Aber jetzt ganz im Ernst: Sprüche wie "esst kein Fleisch!" oder "es liegt in unserer Hand!" gibt es schon so lange, dass die Dringlichkeit dieser Aussagen schon lange verflogen ist.

Judith | 19.11.2012 um 14:29 [Antworten]

Interview mit Jean Ziegler

Besonders die Vorschläge, wie wir selber als Verbraucher etwas gegen diese ungerechte Welt tun können, haben mir gefallen. Ziegler hat sich nicht nur empört und beschwert sondern auch Verbesserungsvorschläge gebracht. Meiner Meinung nach sollten viel mehr Interviews, Leserbriefe oder Kommentare veröffentlicht werden, in denen auf die "permanente Hungerkatastrophe" aufmerksam gemacht wird. Auch wird die Ignoranz und der Egoismus der Industrieländer gut beschrieben und dargestellet. Ich denke, dass sich viele, die das Interview gelesen haben, Gedanken darüber machen, ob man diese ungerechte Welt wirklich einfach so hinnehmen kann und ob man es verantworten kann, dass so viele Menschen leiden während andere überflüssigen Luxus genießen. Aber reicht das? Sich ein paar Tage unwohl zu fühlen und ein schlechtes Gewissen zu haben? Heutzutage sollte man sich eher die Frage stellen, wo fange ich an um diese Welt zu verbessern? Ich persönlich weiß nicht, was Ziegler damit meint, wenn er uns auffordert in "Weltläden" einkaufen zu gehen. Was sind Weltläden? und rette ich die Welt, wenn ich immer nur die Nahrungsmittel kaufe, die in der eigenen Region produziert werden? Das Ziegler mit seinem Interview Menschen zu Vegetariern macht kann ich mir auch nicht vorstellen.

Laurin | 19.11.2012 um 18:28 [Antworten]

Interview

In dem Punkt, dass es im Vordergrund stehen sollte, dass alle Menschen genug Nahrung haben und dass Hungersnot in Afrika auch von Politikern der europäischen Ländern bekämpft werden muss, stimme ich mit Jean Ziegler überein. Dass alle 5 Sekunden ein Kind verhungert ist schrecklich und es verstößt gegen die Menschenrechte und es sollte im Interesse jedes einzelnen liegen solche Zustände zu bekämpfen anstatt Profit aus solchen Situationen zu schlagen. Zieglers Aufrufe, sich vegetarisch zu ernähren und alle Politiker, die nicht nach seinen Idealen handeln abzuwählen halte ich allerdings für naiv und unrealistisch. Hungersnot ist zwar eins der größten aber ist nicht das einzige Problem, dass bewältigt werden muss. Die Politik und die Konzerne profitieren mit Sicherheit von den Entwicklungsländern. Allerdings würde kein Politiker alle 5 Sekunden ein Kind sterben lassen wenn die Lösung des Problems so einfach wäre wie es von Ziegler beschrieben wird. Daher finde ich es übertrieben Leute in Führungspositionen als Mörder zu bezeichnen. Viel mehr sind es die jenigen die durch die beschriebenen Spekulationen Gewinne erzielen. Dieser Einfluss sollte verboten werden. Ich denke das Problem kann am besten durch stärkere finanzielle Unterstützung behoben werden, da den betroffenen Ländern die Mittel fehlen Armut und Hunger nachhaltig zu bekämpfen. Insbesondere sollten Bauern und andere Nahrungsquellen unterstützt werden um die Wirtschaft in den Entwicklungsländer zu stärken weniger teurer Import, mehr Eigenproduktion und langfristig bessere Zustände zu ermöglichen.

Tarek | 21.11.2012 um 18:18 [Antworten]

Kommentar zu Jean Zieglers Interview

Vorerst möchte ich meine Bewunderung aussprechen für einen Menschen der sich einem Elend ausgesetzt und es erfahren hat um mehr Klarheit und Licht an schreckliche Verhältnisse zu bringen die in unserer Welt herrschen. Gäbe es mehr Menschen die sich in erster Linie dafür interessieren würden ein Gemeinwohl anzustreben und nicht sich selber zu bereichern gäbe es weniger Probleme auf diesem Planeten. Ich denke es ist in erster Linie ein Problem von extremen Herrschaftsverhältnissen über die dritte Welt, Ignoranz, welches unser Konsumverhalten stark beeinflusst und drittens von den politischen und wirtschaftlichen Misständen der Dritte Welt Länder. Diesen Aspekt habe ich vermisst. Es sind unterschiedliche Bereiche in unserem Alltag, die die Lebensmittelkrise beeinflussen. Teilweise ist es eine Sache der Unwissenheit in unserer Gesellschaft. Grüner Treibstoff gilt in Industrieländern als Innovativ es wird aber vergessen, dass die Gewinnung viele Menschen die sowieso schon am Existenzminimum leben die Existenz kostet. Auf der anderen Seite ist die Ursache auch oft Gemütlichkeit und Gewohnheit. Für einen Berufstätigen MutterVater ist es nach einem lange Arbeitstag einfacher angenehmer und günstiger in einem großen Supermarkt einkaufen zu gehen, als sich die Mühe zu machen einen der wenigen Weltläden aufzusuchen. Hier setzt ein weiterer Kritikpunkt meinerseits an. Meiner Meinung nach sollte der faire Handel von Lebensmitteln stärker in unserer Gesellschaft integriert werden. Fairer Handel bedeutet aber meist auch weniger Gewinn und diese Tatsache ist mit dem westlichen Kapitalismus nicht vereinbar, weshalb der weg der fair gehandelten Produkte in unserer Supermarkt-Ketten noch lang ist. Abschließend möchte ich mich noch zu den Börsenspekulationen auf Grundnahrungsmittel äußern. Der Einfluss des Finanzwelt hat mittlerweile ein erschreckendes Ausmaß erreicht. Ich finde es beängstigend, dass im Grunde das Leben und die Existenz eines großen Teils der Weltbevölkerung an den Entscheidungen von gierigen Spekulanten hängt, die zuerst darüber nachdenken wie viel PS ihr neues Auto hat bevor sie merken, welches Ausmaß ihr Lebensweise und ihre Art sich zu bereichern das Leben vieler Menschen verändert oder beendet. 21.11.2012 Tarek M.

Jana M. | 22.11.2012 um 16:51 [Antworten]

Jean Ziegler Interview

Jean Zieglers Ansichten sind wahrlich gewöhnungsbedürftig & haben mit Sicherheit auch ihre nicht verständlichen Seiten. Doch in vielen Dingen hat er leider Recht. Natürlich stimmt es, dass wir mehr tun könnten, um den Menschen in den Entwicklungsländern zu helfen. Ich bezweifle, dass jeder jemanden kennt der regelmäßig spendet oder sich bei sozialen Projekten engagiert, die auch tatsächlich wirksam sind. Viele wollen etwas tun, wissen aber nicht genau was. Und diesen Menschen gibt Ziegler einige Antworten. Auch wenn ich es übertrieben finde, zu fordern, dass jeder Vegetarier sein sollte. Sinn macht jedoch zu erwarten, dass Menschen nur saisonale Ware kaufen sollten, wenn sie beim Stoppen des Hungers helfen wollen. Und ja, ich denke zwar, dass Ziegler mit seinen Aussagen in vielen Punkten den Rahmen ein wenig sprengt, ich denke aber, dass das alles einen Sinn hat. In der Wortwahl Zieglers sehe ich das Ziel, die Menschen aufmerksam zu machen. Es gibt unzählige Interviews im World Wide Web die einem sagen was man tun soll um den Hunger zu stoppen und was nicht. Doch es hat schon einen Grund, warum uns dieses Interview vorgelegt wurde, und nicht eins mit Claudia Roth. Denn dieses Interview ist schockierend. Es regt uns zum Nachdenken an. Es weckt unser Interesse daran, ob das, was Ziegler hier behauptet, denn überhaupt richtig ist. Und das ist genau das was wir brauchen. Das brauchen wir jetzt. Nicht morgen. Denn es muss jetzt was getan werden um dem ganzen Wahnsinn zu entkommen.

Helmut | 22.11.2012 um 17:50 [Antworten]

Kommentar zum Interview mit Ziegler

Die Zahl der extrem Armen hat abgenommen, von 1990 41,7% auf 2008 21,3% der Weltbevölkerung Quelle. Welthaus Bielefeld, Die alten Thesen stimmen nicht mehr, Ebenso ist die Kindersterblichkeit deutlich zurückgegangen, wie auch die Bevölkerungszunahme sich verlangsamt und die Stellung der Frau sich, was Bildungschancen betrifft, langsam verbessert. Dennoch hat Herr Ziegler Recht. Für mich sagt er: Liebe das Leben, genieße das Leben und denke daran, dass das alle wollen! Bedenke auch, dass dazu Umsicht, Rücksichtnahme aber auch Druck notwendig sind, möglicherweise mehr Druck, als bisher erzeugt werden konnte: - Druck auf die eigenen Regierungen, nicht nur das Subventionieren von Exportprodukten zu stoppen, die nach Afrika, Asien und Lateinamerika exportiert, dort ansässige Produzenten in den Ruin treiben, - sondern auch Druck, die Befriedigung der Grundbedürfnisse vom Marktgeschehen abzukoppeln: Seinen Hunger muss jeder stillen können, unbeeinträchtigt durch Spekulation, Landraub und staatliche Überschuldung. - Druck muss auch erzeugt werden, damit nicht nur die Großbanken kontrolliert und auf ihre natürlichen Bankenfunktionen zurückgeführt werden können, sondern auch , um supranational agierende Konzerne wirklich funktionierender Kontrolle zu unterwerfen, ohne das von diesen ein Staat gegen den anderen ausgespielt werden könnte. Zieglers polemische Sprache ist ein sicher Aufmerksamkeit erzeugendes Mittel, was ihn allerdings auch angreifbar macht. Dennoch: Er hat Recht und er spricht zentrale Punkte an. So wünsche ich: Möge die Lektüre des Zieglertextes für jeden Leser mit einem individuellen Vorsatz enden, den er fasst, um dazu beizutragen, das Leben für alle Menschen ein kleines Stückchen zu erleichtern!

David M. | 22.11.2012 um 21:41 [Antworten]

Interview mit Jean Ziegler

Dieses Interview mit Jean Ziegler ist ein absolut nodwendiger Weckruf an die westliche Bevölkerung. Es zeigt in aller Härte wie erbarmungslos und Profiet maximierend die größten Nahrungsmittelkonzerne ohne Rücksicht auf die Bevölkerung ärmerer Länder vorgehen. Allein die Tatsache das tausende von Menschen täglich verhungern obwohl es genügend Ressourcen gäbe um diese ausreichend zu ernähren zeigt die perversion die hinter den Mechanismen der Börsenspekulation auf Grundnahrungsmittel und der EU-Dumpingpolitik in Afrika steht. Mit meiner Aussage "notwendiger Weckruf" meine ich, dass solch eine drastischen Wortwahl nötig ist um soviele Menschen wie möglich auf dieses Problem aufmerksam zu machen und zu animieren. Herr Zieglers Rat zum Kaufverhalten an den einzelnen Konsumenten stimme ich bis auf eine Ausnahme zu. Wie Herr Ziegler selbst sagt soll man es vermeiden gentechnisch verändertes Essen zu kaufen da dies die Finanzsklaverei der Bauern nur verstärkt, er sagt jedoch auch es wäre ökologisch besser die meisten Meschen würden Vegetarier um dadurch nicht weiter die Massentierhaltung und die damit verbundene Verschwendung an Getreide zu unterstützen. Da die meisten Vegetarier als Fleischersatz zu Soja greifen, dieses aber schon zu 75 % gentechnisch verändert gesäht wird, ist es ziemlich schwierig selbst als Vegetarier alle der vier Lösungsansätze als Konsument umzusetzen. Der Rat eher saisonales Obst oder Gemüse aus der Gegend zu kaufen ist sehr vernünftig und wie ich finde der direkteste und aussichtsreicheste Weg durch großflächige Änderung des Kaufverhaltens eine positive Veränderung herbei zu führen. Merken die Länder, dass es sich nicht weiter lohnt z.B. Erdbeeren im Winter nach Deutschland zu fliegen, da die Bevölkerung ein Bewusstsein für vernünftigen Konsum von Lebensmitteln entwickelt hat, dann würden alleine durch das Wegfallen der Lebensmitteltransporte per Flugzeug oder per Schiff die weltweiten CO² Emissionen deutlich absinken. Im Endeffeckt darf dies aber keine Bewegung bleiben die nur durch die Bevölkerung alleine losgetreten werden muss, es muss notwendigerweise gleichzeitig auch das System angepasst werden. Das eine ohne das andere zu Verändern würde keinen Sinn machen, es muss eine gleichzeitige Veränderung stattfinden, sowohl im Bewusstsein der Menschen als auch im System nach dem sich die Nahrungsmittelkonzerne richten.

Imad Al-Din Allaoui | 22.11.2012 um 22:30 [Antworten]

Wer jetzt an Hunger stirbt, wird indirekt ermordet

Die Fakten die Jean Ziegler benennt „Alle 5 Sekunden stirbt ein Kind unter 10 Jahre“, „Eine Milliarde Menschen sind permanent unterernährt“, etc., sind offizielle UNO-Angaben. Fragwürdig an seinen Aussagen sind also zum einen seine Meinung und zum anderen die Ursachen für Armut.

Die Ursachen für Armut, wie etwa Börsenspekulation, EU-Dumpingpolitik oder Landraub, spiegeln sich ebenfalls in diversen offiziellen Statistiken wieder. „ ... dann die Überschuldung der meisten Entwicklungsländer, die Investitionen in ihre eigene Landwirtschaft verhindern.“ Das ist auch das Problem wieso viele Länder der Dritten Welt am Weltmarkt keine Chance haben. Beispiel: Die Qualität der burkinischen Baumwolle ist sehr hoch. Doch trotzdem haben sie Probleme am Weltmarkt. Die USA subventioniert ihre Baumwollewirtschaft drei bis vier Milliarden US-Dollar jährlich. D.h. nicht nur die Überschuldung der Entwicklungsländer ist das Problem, sondern die hohen Agrarsubventionen in westlichen Industriestaaten vor allem USA, EU. Wenn die westlichen Industriestaaten die Entwicklungsländer in dieser Hinsicht nicht unterstützen, sollten sie wenigstens niedrigere Agrarsubventionen einführen. „Weltwirtschaft von heute kann 12 Milliarden Menschen ernähren“ Wie Ziegler im Interview sagt: Die dominierenden Konzerne könnten zum Ermöglichen beitragen. „Wer jetzt an Hunger stirbt wird ermordet“ Die Wortwahl ist hier zwar krass, jedoch nur wenn man es zum ersten Mal hört. Wir töten die Hungernden indirekt. Ich stimme Ziegler Aussagen im Interview zu. Das einzige Problem an seinen Aussagen ist folgendes: Nicht jeder kriegt sie mit. Ich bin stark davon überzeugt, dass wenn morgen jeder Mensch dieses Interview in seiner Sprache liest/hört, würde sich sehr sehr vieles ändern, denn viele Menschen wissen leider nichts über die Probleme der Armut. Die Umsetzung hört sich also ein wenig utopisch an.

Gede | 22.11.2012 um 22:57 [Antworten]

Interview mit Jean Ziegler

Es ist beachtenswert, wie kritisch Herr Ziegler die Themen in seinem Interview darlegt, dennoch treffen viele seiner Ansichten meiner Meinung nach auf die derzeitige kapitalistische Welt zu. Beispielsweise greifen die enormen Exportsubventionen, die in der EU vergeben werden, massiv in die Marktwirtschaft ein und verhindern somit einen freien Handel. Sie senken die Preise am Weltmarkt derartig, dass es den Kleinbauern in den Entwicklungsländern kaum noch möglich ist konkurrenzfähig zu bleiben. Damit entwickelt sich die Wirtschaft innerhalb der Entwicklungsländer langsamer und es entsteht eine Abhängigkeit von den Industrieländern.

Die heutige Gesellschaft ist dermaßen profitorientiert, dass die verheerenden Folgen der Konsum- und Profitgier, wie zum Beispiel die Hungersnöte, kaum beachtet werden. Sowohl die 10 weltumspannenden Konzerne, welche 85% der weltweit gehandelten Grundnachrungsmittel kontrollieren, als auch die Konsumenten, welche Güter außerhalb ihrer Saison genießen wollen oder eher billige importierte Zwiebeln kaufen als einheimische teure, sind für die Hungersnöte verantwortlich. In den oben genannten Punkten stimme ich Herrn Ziegler voll und ganz zu und teile die Meinung, dass selbst ein Einzelner seinen Beitrag gegen Hungersnöte leisten kann, indem er einheimische Produkte im Biomarkt den exotischen importierten Produkten vorzieht oder nicht in Spekulationen auf Nahrung investiert. Zusätzlich möchte ich jedoch anmerken, dass auch innerpolitische Probleme in den Entwicklungsländern, wie Korruption, zu den Hungersnöten beitragen. Um Zieglers Ansichten jedoch durchzusetzen, ist ein gravierendes Umdenken anzustreben. Anstatt auf Profit sollte auf Nachhaltigkeit auf sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Ebene geachtet werden. Wir leben in einer Welt in der es uns möglich ist, die doppelte Anzahl der Weltbevölkerung zu ernähren. Warum gelingt es dann nicht die heutigen Hungersnöte zu bekämpfen?

Enxhi | 22.11.2012 um 23:14 [Antworten]

Interview mit Jean Ziegler

Die Thesen die Herr Ziegler aufwirft, stimmen teilweise nicht ganz. Laut Statistiken kann man in den letzten Jahren eine deutliche Abnahme weltweiter Armut erkennen. Im Jahre 1990 waren es noch 41,7 % der Bevölkerung, 2008 hingegen nur noch 21,3 % - die weltweite Armut ist um die Hälfte gesunken. Das Pro-Kopf-Einkommen hat sich erhöht, die Lebenserwartungen verbessert, die Kindersterblichkeit verringert - und das trotz Bevölkerungszunahme - wo sich die Lage doch eigentlich hätte verschlechtern müssen? Warum die Bilder aus dem Fernsehen uns was anderes zeigen? Nun, zwar haben sich die Lebensumsstände in einigen Entwicklungsländern verbessert, vorallem in Asien, jedoch lebt weiterhin ein erheblicher Teil der Menschheit in Armut. Dass unsere Medien ihre Berichterstattung so sehr auf Katastrophen und Krisen ausrichten, hat wahrscheinlich den Grund, dass die Kenntnis über Entwicklungsfortschritte in der Welt der Bereitschaft, Entwicklungspolitik zu unterstützen oder mit den Spenden zu fördern, Schaden würde. Zur nächsten These "Die Lage der Kinder wird immer dramatischer " Dagegen spricht, dass sich die Lage in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. Wie vorhin schon erwähnt ist die Kindersterblichkeit drastisch gesunken, Grund dafür: Mehr Kinder als je zuvor, haben Zugang zu sauberem Wasser. Zudem besuchen deutlich mehr Kinder eine Schule, somit eine Chance mit besserer Bildung, ein besseres Leben zu führen. Zur Kindersterblichkeit ist die Rate von 1970 bis 2009 um mehr als die Hälfte gesunken, in allen Entwicklungsländern und ärmsten Ländern der Erde. Dies jedoch als Erfolg zu bezeichnen, damit tut man sich schwer, obwohl es doch eine Verbesserung ist. Dennoch darf man nicht übersehen, dass immernoch Millionen von Kindern in Armut und Not leben. Laut Unicef sterben täglich 24.000 Kinder, das ist enorm. Natürlich ist es sehr traurig dass andere Menschen jeden Tag in Hungersnot leben müssen, während wir durch einen vollgepackten Supermarkt laufen, eine große Auswahl an Essen haben, ständig irgendwelche Nahrungsmittel wegwerfen weil das Verfallsdatum ausgelaufen ist. Natürlich ist das Unfair, aber von heute auf morgen ist die Situation nicht zuändern. Man erfreut sich an den "Erfolgen" - dennoch haben WIR die Pflicht mehr zu tun!

Lea S. | 23.11.2012 um 00:04 [Antworten]

Schockierende Wahrheiten über unsere Welt

Ziegler weist in dem Interview auf eine von Gier und Korruption geplagte Politik hin, die so viel Profit erzeugen will, wie es auch nur möglich ist. Deutlich wird dies u.a. in der Einführung von E10, einem giftigen Agrartreibstoff der Tonnen an Grundnahrung -Getreide und Mais- verschlingt. Ziegler nennt dies "ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", und darin kann ich ihm zu 100% Recht geben! Die Entwickler argumentieren damit, dass die Ressourcen der Welt bald ein Ende finden würden und dass man so schnell wie möglich nach einem Ersatz streben solle. Ich jedoch behaupte, dass sich die Wissenschaftler nur nach Anerkennung und Erfolg gesehnt haben. Ein weiteres Beispiel zeigt sich in der Börsenspekulation mit Grundnahrungsmitteln. Ziegler sieht in dieser eine Ursache für den Hunger der Welt. Den Spekulanten interessiert es nicht, wer dabei um sein Leben kämpfen muss, und wer nicht. In Europa würde der Preisanstieg nicht besonders groß an Beachtung finden, in der Dritten Welt kann dies jedoch zum Verhungern führen.Der jedoch schockierendste Punkt ist für mich die Aussage des Food Report der Uno, die besagt, dass die Weltwirtschaft die Möglichkeit hätte, 12 Miliarden! Menschen zu ernähren Dabei leben auf der Welt nur 6 Milliarden Menschen.... Ich bin fassungslos darüber, dass die Politik die Macht hat, über Milliarden Schicksale zu entscheiden und zudem auch noch die Möglichkeit hat, dem Hunger der Welt den Kampf anzusagen! Es läuft meistens auf den Vorteil der Reichen hinaus und die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter.In dem Interview benennt Ziegler Lösungsmöglichkeiten zur Bekämpfung des Hungers der Dritten Welt zu der wir einen großen Teil beisteuern könnten. Zum Beispiel, indem wir unser Ess- und Kaufverhalten umstellen, also Vegetarier werden und in Weltläden und regionaler Umgebung einkaufen gehen. Ich befürchte, dass es schwer sein wird, eine Welle der Begeisterung zu entfachen, trotz all der guten Argumente; denn eine Umgestaltung des Alltags erfordert viel Ausdauer und Disziplin. Zudem kann dies auch ein Verzicht des eigenen Standards bedeuten. Wie viel eigenes Wohl würde der Mensch wohl für das der anderer opfern...?

Julia Bartetzko | 23.11.2012 um 00:12 [Antworten]

Kommentar

Seine Aussage, dass der World Food Report sagt, dass die Weltlandwirtschaft heute fast 12 Milliarden Menschen ernähren könnte ist aufrüttelnd. Er treibt diese Aussage auf die Spitze mit den Worten „Wer jetzt am Hunger stirbt, wird ermordet“. Meiner Meinung nach ist es eine zu drastische Wortwahl. Es wissen sicherlich sehr viele Menschen bescheid über die Ernährungskrise, doch entscheidet sich niemand wirklich bewusst dazu etwas dagegen zu tun. Ich denke auch, dass viele Menschen gar nicht wissen wie sie helfen können. Wenn man sich zum Beispiel anschaut, dass alle paar Monate vielleicht mal ein Aufruf gestartet wird über das Fernsehen in dem es heißt: „bitte spenden sie nach Afrika“, dann machen das sicherlich auch manche Menschen, ohne wirklich zu wissen dass es nicht reicht nur zu Spenden. Die Menschen finden sich meiner Meinung damit ab, dass sie Geld gespendet haben und nun denken sie können wieder die Augen verschließen, und alles so weiter machen wie bisher. In dem Artikel geht Ziegler auch weiter auf die Ursachen auf. Zum Beispiel, fast jeder Erwachsene hat ein Auto. Wenn man dann tankt und Bioethanol also E10 tankt, wissen die meisten gar nicht was dass mit der Hungerkatastrophe zu tun hat und machen es weil es ja weniger Umweltschädlich ist. Doch Ziegler sagt in seinem Text dass unter diesem Vorwand des Klimaschutzes wurden 138 Millionen Tonnen Mais und hunderte Millionen Tonnen Getreide verbrannt um Bioehtanol herzustellen. Ich finde in diesem Punkt, muss man Ziegler recht geben wenn der sagt dass dies ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sei. Es sterben Kinder an Unterernährung und dennoch wir Nahrung einfach so verbrannt und unnutzbar gemacht. Ich finde es gut dass Ziegler Vorschläge macht wie man etwas ändern kann. Bestimmt wussten viele nicht wirklich wie man wirklich helfen kann außer zu spenden. Jedoch ist ein wirklich guter Tipp nur Saisonale Wahre zu kaufen also nur das was in der Jahreszeit im eigenen Land produziert wird. Zum Schluss möchte ich sagen, dass obwohl Ziegler mit seiner Ausdrucksweise leicht übertreibt, ist es trotzdem ein wichtiges Thema was er da anspricht. Man fühlt sich durch die ganzen Fakten und Zahlen viel betroffener und ihm gelingt es die Leser dadurch wach zu rütteln. Wenn jeder Mensch ein paar seiner Gewohnheiten ändert, kann man schon viel mehr erreichen.

Slivan F. M. | 23.11.2012 um 14:53 [Antworten]

Hungersnot - Mord in der 3. Welt

Das Problem wird nicht zum 1. Mal angesprochen. Ich würde schon fast sagen, dass es keinen Sinn mehr macht diesen Menschen Medienagenten, Politikern zuzuhören. Es würde nichts bei rauskommen. Bis dato wurde der Zustand der Entwicklungsländer nicht bewusst wahrgenommen. ABER was und wie ich hier aus dem Interview mit Jean Ziegler entnehmen konnte, hat mich einerseits erschrocken, da mir der Einfluss von der kapitalistischen Weltwirtschaft auf die Hungersnot in den Entwicklungsländern überhaupt nicht bekannt war und wie Agrardumping viele Bauern ins Existenzminimum führt. Andererseits hat es mich sehr fasziniert diese Informationen von einer Person zu erhalten, dessen Leben und Werke zum größten Teil von den Ursachen von Unterernährung handeln und wie er jeden einzelnen dazu motiviert selbst etwas zu verändern ums selbst etwas zur Verbesserung der Nahrungsquellen der 3. Welt zu leisten. Hinzu bewundere ich seine Courage für die Wortwahl um realistisch die Zustände darzustellen, wobei er dem Leser provokant erklärt, dass auch er nicht länger weg sehen kann um sich die Welt schön zu reden, wie es die meisten Politiker machen um bloß nicht zuzugeben, dass sie für Geld sogar morden. Was sie letztendlich durch „Börsenspekulation auf Grundnahrungsmittel, EU- Dumpingpolitik in Afrika, Landraub und Agrartreibstoff“ bewirken. Hauptsache das Land macht den Anschein, eine stabile Wirtschaft vorzuweisen um in der Weltwirtschaft an viel Macht zu gewinnen. Fakt ist, der „unsichtbare Hunger“ soll für jeden sichtbar werden um die Unterentwicklung, der südlichen Länder zu fördern und der Unterernährung, eine der häufigsten Todesursachen, entgegenzuwirken. Allerdings stellt Ziegler die Maßnahmen dafür viel zu einfach und problemlos anwendbar dar. Für viele mag es gewiss verständlich sein in den Biomarkt zu gehen und nur lokal produzierte/angebaute Lebensmittel zu kaufen. Aber dieses Angebot kann bis weitem nicht mit dem der Discount Supermärkte standhalten. Dafür ist die Nachfrage nach dem besten Angebot bei den Billig- Produzenten höher als bei den Biohändlern. Und da wir in einer gewinnorientieren Wirtschaft leben, denke ich nicht, dass die Industrien von heute auf morgen auf die Ausbeutung in den Entwicklungsländern verzichten. Die Lösung ist u.a sich gegen die herrschende Dumpingpolitik zu stellen, indem man auf den Discounter verzichtet und den Biomarkt für seine Einkäufe aufsucht.

anik | 23.11.2012 um 16:30 [Antworten]

etwas provokant aber wahr

Zieglers Text ist zwar etwas provokant, dennoch stimme ich zum großen Teil mit ihm überein.Ich glaube viele Menschen sind auch schon so sehr abgestumpft, dass nur eine provokative Sprache sie aufrüttelt. Jean Ziegler stellt sehr gut die verschiedenen verantwortlichen da. Es werden sehr viele Themen angesprochen. dennoch alle nur sehr kurz und so für Leihen schnell unverständlich. In seiner Darstellung fehlt mir auch etwas positives z.B. wo es schon zu Erfolgen kam,wie z.B. eine Verbesserung von Lebensbedingen eines Dorfes.... Gut und auch wichtig ist,dass Ziegler dem Lesern Möglichkeiten darstellt wie sie persöhnlich etwas verändern können. Er sagt die Menschen sollen andere Politiker wählen und sich bewusst ernähren,ist das alles was ich persöhnlich machen kann? Mir fehlen da weitere Ausführungen..

Viktoria | 23.11.2012 um 17:40 [Antworten]

Es wurde auch langsam Zeit..

Ich kann mich der Meinung von Ziegler nur anschließen. Es kann nicht sein, dass wir die sind die in einem der reichsten Länder der Welt leben und uns immer wieder sagen „wir können doch eh nichts daran ändern.“, wenn jede 5 Sekunden ein Kind an Unterernährung stirbt während wir in unserem Umkreis Menschen kennen die an akutem Übergewicht leiden. Wenn sich mehr Menschen so wie Ziegler mit der derzeitigen Lage auseinandersetzen würden und sich dagegen einsetzen würden und helfen würden diesen Irrsinn zu stoppen glaube ich, dass es möglich wäre etwas zu ändern. Denn es kann nicht sein, dass man laut dem World Food Report von der UNO mit der heutigen Weltwirtschaft fast das Doppelte an Menschen ernähren kann und es einfach nicht passiert. Alleine die Deutschen schmeißen im Jahr 6,7 Millionen Tonnen Essen im Jahr weg Tagessschau. Wenn Menschen wirklich darüber Infomiert wären was genau passiert und wie sie helfen können glaube ich, dass es möglich wäre die Weltweite Hungerkrise zu minimieren und auf einen langen Zeitraum hin sogar zu stoppen. Ich persönlich finde zwar die Idee das man Vegetarier werden soll oder nur saisonale Früchte kaufen etwas zu übertrieben, finde jedoch richtig das man den Politikern wie z.B Wolfgang Schäuble klarmacht, dass es Zeit ist an die anderen zu denken die in dieser Krise wirklich unsere Hilfe brauchen. Oder auch dem Landwirtschaftsminister zeigen, dass es Zeit ist sich für die Abschaffung des Agrardumpings einzusetzen. Jedoch sind nicht nur „wir“ als Konsumenten schuld. Um Zieglers Argument zu unterstreichen muss ich ihm zustimmen, dass man den 10 größten Nahrungsmittelkonzernen die über 85 % der weltweiten Handels kontrollieren nicht die Macht über die Entscheidung wer lebt und wer stirbt geben kann. Außerdem muss man endlich die moralisch verwerflichen Börsenspekulationen auf Rohstoffe stoppen, denn diese führen zu der „Preisexplosion“ von welcher Ziegler spricht und diese kostet wiederrum Menschenleben. Eins steht fest. Wir brauchen endlich Veränderung und diese muss schnell erfolgen. Wir haben schon viel zu lange gewartet und die Macht über die Nahrungsmittel in die falschen Hände gesteckt.

Jesko | 23.11.2012 um 21:06 [Antworten]

Interview

Auch wenn Hungersnot und hungernde Kinder auf der Welt große Probleme sind, die höchste Aufmerksamkeit erfordern, halte ich Zieglers Ausführungen für maßlos übertrieben. Er scheint sehr frustriert von der Sitaution zu sein, was durchaus nachvollziehbar ist in Bezug auf seine mit Sicherheit schlimmen Erfahrungen, die er in den Länder, die er durchreist hat, machen musste. Diese Erfahrungen mit sicherlich traumatischem Charakter scheinen ihn derart zu beeinflussen, dass er auf der Suche nach den Schuldigen für das Leiden, was er mitbekommen hat, die falschen Personen in einem besonders falschen Maß anklagt. Viele seiner Schlussfolgerungen sind zu oberflächlich und nicht annähernd so leicht umsetzbar wie sie zu fordern sind. Wenn ich Vegetarier werde, wird im Umkehrschluss bestimmt kein leidendes Kind von seinem Hunger befreit. Und wenn ich mich von Fleisch ernähre, bin ich im Umkehrschluss auch kein Kanibale oder unterstütze eine "kanibalische Weltordnung". Abgesehen davon sind Zieglers Aussagen, zumindest was die Suche nach den Schuldigen angeht weitesgehend nicht wissenschaftlich belegt, sondern entspringen wohl eher seinen individualpolitischen Überzeugungen. Zieglers verbittertes Auftreten und sein erkennbarer Hass gegenüber wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmern, täuscht in meinen Augen trotzdem nicht über die schlimmen Zustände in Bezug auf den Welthunger hinweg. In diesem Sinne halte ich es für sehr wichtig, dass dieses Thema immer wieder angesprochen und nach Lösungen gesucht wird.

Catharina Q. | 23.11.2012 um 21:52 [Antworten]

Interview Jean Ziegler

Jean Ziegler beschreibt auf schockierend ehrliche Weise die Gründe für die permanente Hungerkatastrophe auf dieser Welt. Als Ursachen benennt er Börsenspekulationen auf Grundnahrungsmittel, die EU-Dumpingpolitik in Afrika, den Landraub, die Überschuldung vieler Entwicklungsländer und letztendlich den Agrartreibstoff. Zusammenfassend kann man sagen, dass Gewinnmaximierung und Profitgier der großen Nahrungsmittelkonzerne verantwortlich für die oben genannten Ursachen sind. Als Lösung stellt er sich ein Umdenken in den Industriegesellschaften vor. Ich stimme Jean Ziegler in seinen Aussagen zu und teile seine Ansicht, dass jeder einzelne in der Lage ist, die Struktur des Systems zu verändern. Die großen Nahrungsmittelkonzerne und die westlichen Staaten sind die Hauptverursacher der Hungerproblematik. Hieraus ergibt sich die Verantwortung jedes Einzelnen sein Konsum- und Wählerverhalten zu überdenken, da Konzerne und Politiker sich am Konsumenten- bzw. Wählerverhalten orientieren. Der „Aufstand des Gewissens“ kann strukturellen Wandel möglich machen. Geldspenden zu wiederkehrenden Hungersnöten hingegen sind oft nur Symptomkosmetik und tragen zur Gewissensberuhigung bei. Ich glaube, dass viele Menschen sich dieser Problematik bewusst sind, aber geprägt durch eine stark auf den einzelnen orientierte Konsumgesellschaft, nicht bereit sind Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Andererseits gibt es bestimmt noch einen großen Anteil der Bevölkerung der westlichen Nationen, die die Hauptproblematik des Hungers in den Entwicklungsländern selber sehen. Hier ist eine Verstärkte Aufklärung nötig. In Zeiten von Internet und Globalisierung denke ich, ist es wesentlich einfacher große Bevölkerungsgruppen zu erreichen und zu organisieren. Als ehemaliger Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, konnte Jean Ziegler viele Erfahrungen und Eindrücke sammeln und ist auch an seine eigenen Grenzen gestoßen. Ich finde es richtig und wichtig, dass er Fehlverhalten benennt und auf eine drastische und nicht beschönigende Weise, Verhältnisse darstellt, denn nur auf diese Weise können Menschen aufgerüttelt und zum Handeln bewegt werden. Ich bin der andere, der andere ist ich. Er ist der Spiegel, der es dem Ich erlaubt, sich zu erkennen. Seine Zerstörung zerstört die Menschheit in mir. Jean Ziegler

julea | 25.11.2012 um 15:01 [Antworten]

Ziegler hat Recht - aber das allein reicht nicht!

Selbst wenn die Armut in den meisten Entwicklungsländern deutlich abgenommen hat, stimme ich Jean Ziegler deutlich zu, dass die heutige Lage trotz allem in keiner Weise akzeptabel ist. Unabhängig von eventuell noch schlimmeren Zuständen in der Vergangenheit, sollte die Tatsache, dass „57000 Menschen pro Tag an Hunger sterben“ und dass die Weltlandwirtschaft zum gleichen Zeitpunkt „problemlos fast 12 Milliarden Menschen, also fast das Doppelte der Weltbevölkerung, ernähren könnte“, alle Menschen auf die weltweiten Missstände und gravierenden Unterschiede zwischen Industrie- und Entwicklungsländern aufmerksam machen. Mit seinen Beispielen verdeutlicht Ziegler diese Missstände sehr gut. Auch wenn die These, dass „unsere Nachfrage nach Bioenergie am Hunger Schuld ist“ zu weit gegriffen wäre, da nur 2% des Getreides der weltweiten Ackerfläche zu Energiezwecken genutzt werden, macht das Beispiel nach Ziegler die negativen Auswirkungen der Bioenergie dennoch deutlich. Er zeigt, dass nicht nur Lebensmittel bei der Herstellung von Bioenergie vernichtet werden– darüber hinaus ist die Produktionsmethode auch noch überaus Umwelt schädigend und in keiner Weise vertretbar. Dass einige Industrieländer neben ihrer Agrarpolitik der Exportsubventionen den Anbau und die Vermarktung von Produkten in den Entwicklungsländern sogar unterstützen macht deutlich, wie paradox ihre Handlungsweise ist. Ich unterstütze Ziegler also deutlich bei seiner Meinung, dass man auf die Missstände der Industrieländerpolitik noch stärker aufmerksam machen muss, um die Regierung mit einem öffentlichen Einspruch von ihrer unfairen Handlungsweise abzubringen. Ich denke, dass Zieglers, eventuell als dramatisch empfundene Darstellungsweise, ganz bewusst gewählt ist. Höchst wahrscheinlich ist es sogar nötig – denn wäre größeres gesellschaftliches Interesse bezüglich der aufgezeigten Missstände da, wäre es nie so weit gekommen. Zieglers Aufforderungen zum Entgegenwirken sollten in jedem Fall ernst genommen und umgesetzt werden! Das Problem dabei ist die Bereitschaft der Einzelnen, den eigenen Lebensstandard zurück zu setzen. Aus meiner Sicht muss man zu einer persönlichen Umstellung bereit sein, um wirklich Teil einer Gegenbewegung sein zu können!

Inés | 25.11.2012 um 15:51 [Antworten]

-

Meiner Meinung nach, ist dieses Interview sehr interessant, da es sehr kritisch gegenüber den Weltmächten ist. Der Titel beschreibt bereits, wie groß die Unterschiede sind. In den Industrieländern herrscht so viel Reichtum, dass wir vor Reichtum überquillen müssten, doch in den Entwicklungsländern stirb zur gleichen Zeit alle 5 Sekunden ein Kind unter 10 Jahren. Dass Hunger die häufigste Todesursache ist, war mir bereits bewusst, aber dass wir, die Industrieländer, sie verhungern lassen oder Massenmord begehen, sehe ich anders. Auch wenn wir einiges, so auch Ziegler am Ende des Interviews, gegen den Hunger in den Entwicklungsländern tun können, bringe ich sie nicht direkt um, wenn ich im Supermarkt einkaufe. Indem Ziegler drastische Ausdrucksweisen verwendet, möchte er den Leser schockieren und zum Denken anregen. Bei dem Ausdruck „halbverdorrte Kinder“, wird der Leser förmlich dazu gezwungen, sich das Kind vorzustellen. Das Beispiel, welches die Problematik des Bioethanols beschreibt, finde ich sehr anschaulich. Daran erklärt der ehemalige UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, wie schädlich die Herstellung eines eigentlich „nachhaltigen“ Biodiesels und -ethanols ist. Es ist zwar unter dem Vorwand des Klimaschutzes entwickelt worden, schadet der Umwelt jedoch mehr, als dass es sie schützt. Auch interessant finde ich, dass durch die Finanzkrise viele nationale Banken gerettet werden mussten, sodass die Staaten nicht mehr genügend Mittel hatten, um beispielsweise das „World Food Programme“ zu unterstützen. Dessen Budget umfasst nun lediglich nicht mal mehr die Hälfte wie vorher. Wichtig für den Leser ist am Ende des Interviews, wie jeder persönlich anfangen kann, etwas gegen den Welthunger zu tun. Er nennt die Beispiele, nur noch in Weltläden und Bioläden einzukaufen, da durch sie, der Produzent einen gerechten Preis erlangt. Zudem sollte man vegetarier werden dazu sehr interessant: das Buch „Tiere essen“-Jonathan Safran Foer, um den hohen Wasserverbrauch und Getreideverbrauch für die Herstellung des Fleisches zu vermindern. Auch sollte man nur saisonale Produkte konsumieren, da der Transport zu umständlich und teuer ist. Ich gebe Jean Ziegler Recht, mit fast allem, was er sagt und halte dieses 
Interview für äußerst interessant. Es macht Lust auf mehr, vielleicht darauf, das Buch zu lesen!

Susanne Stricker | 01.12.2012 um 18:59 [Antworten]

Das neue Buch von Jean Ziegler

Ich habe das neue Buch von Jean Ziegler gelesen und bin dankbar für die bestechende Klarheit, mit der die Zusammenhänge deutlich gemacht werden, und dankbar für den Impuls, den Herr Ziegler auslöst, aktiv zu werden.

Siegfried Park | 09.12.2012 um 20:40 [Antworten]

Wir lassen sie verhungern

Um den Welthunger zu besiegen, bedarf es vor allen Dingen einer effektiven Landwirtschaft, doch darüber wird kaum gesprochen. Nur so viel „gehen sie in einen Bio-Laden und leben sie fleischlos“, Ziegler. Die Bio-Landwirtschaft hat einen doppelt so hohen Flächenverbrauch als konventionelle siehe foodwatch. Konventionelle Landwirtschaft funktioniert ohne Tierhaltung, Bio-Landwirtschaft erfordert Tierhaltung und damit Fleischverzehr, um Dünger zu bekommen. Hier schließt die eine Forderung die andere aus.

Ein weiterer Punkt ist die Verdammung der grünen Gentechnik, anstatt hier eine große Chance zu sehen. Wir sollten die Gentechnikforschung nicht den amerikanischen Multis überlassen. Mit der Gentechnik könnten ertragreiche Getreidesorten Hitze-und Trockenheitsresistenz gemacht werden.

Cand.-Ing. A. Röck | 13.12.2012 um 11:58 [Antworten]

Anti-Baby-Pille endlich verteilen !

Soziologe Ziegler kennt Horrorzahlen, aber leider nicht, die Wachstumsfunktion der Erd-Bevölkerung! Weniger Fleisch essen genügt nicht. Derzeit kommen jährlich 66 Städte, wie München, auf der Erde dazu. Er: "Wir könnten auch 12 Mrd. ernähren -Ernährung muss einklagbar werden". Aber: China`s 1-Kind-Politik hat der Welt seit 1994 fast 2 Mrd. Esser erspart hat: "Das Recht sich zu vermehren, muss in diesen Ländern restriktiv eingeschränkt werden ,auf „Bildung“ warten reicht nicht. Weiß niemand im Forum, was schon 1972 der "Club of Rome" erkannte, “Wir sind zuviele“? Daß ab 12 Mrd. nicht nur Fleisch, sondern sogar die Kohlehydrate, Mais in den USA, Reis in Asien u. die Kartoffeln in Europa nicht mehr ausreichen werden, ahnt Ziegler nicht, da er die Mathematik nicht versteht. Bei derzeitiger Vermehrungsrate, kämen bei 12 Mrd. jedes Jahr 100 Städte wie München dazu! Soviel Energie, Sprit, Strom u. Nahrung ist nicht einsparbar u. nicht in der Produktion zu erhöhen! Alle bisherigen ökologischen Maßnahmen sind bei 12 Mrd. dann umsonst gewesen. Konvertit Ziegler Katholik wird niemals die Anti-Baby-Pille ABP verteilen lassen aus Entwicklungshilfe-Geldern, was aber das einzig Richtige wäre! Die UN schreiben jedes Jahr, 100 Mio Frauen wollen die ABP, kriegen sie aber nicht. Also geht die Massenvermehrung u. daraus das Massenverhungern i.d.3.Welt weiter. Europa nimmt eher ab, aber: [...] Hinweis: Dieser Abschnitt wurde von der Redaktion gekürzt. Grund: Kein erkennbarer Bezug zum Thema des Beitrags und eine nur unzureichende Quellenangabe.
. A. Röck

Lena Schneider | 02.01.2013 um 21:56 [Antworten]

wir lassen sie verhungern

ja, das tun wir. Meine Angst oder vielmehr mein Zwiespalt ist vielmehr sie NICHT verhungern zu lassen. Mütter, die ihre Kinder hungern sehen und wie durch ein Wunder für heute und morgen und eventuell auch noch für übermorgen Nahrung bekommen.... und dann? Nein! Ich weiß nicht, ob es schlimmer ist ein Kind zu beerdigen als über Wochen und Monate dieses Kind hungern / leiden zu sehen. Ich maße mir da kein Urteil an und bis ich es weiß, spende ich an eine Organisation von der ich sicher weiß, dass das Geld "richtig" ankommt - nur eben nicht bei jedem, der Hilfe benötigt.

Walter Götzenberger | 25.01.2013 um 18:59 [Antworten]

Welthunger

"Der World Food Report der UNO sagt, dass die Weltlandwirtschaft heute problemlos fast 12 Milliarden Menschen, also fast das Doppelte der Weltbevölkerung, ernähren könnte".
Nur theoretisch, auf dem Schreibtisch. In der Praxis halte ich das für höchst unwahrscheinlich. Eine Weltbevölkerung von 12 Milliarden könnte Probleme mit sich bringen, die wir jetzt noch gar nicht abschätzen können, Rohstoffkriege, Klimaveränderung, Wasserknappheit, Krankheiten, Verteilungsprobleme usw. Wir sind nicht einmal in der Lage, für derzeit 7 Milliarden Menschen annähernd gleichen Lebensstandard zu verwirklichen, geschweige denn für 12. Meine Empfehlung: vegane Ernährung weltweit, weitgehende Einstellung des Individualverkehrs, Reduzierung des Energieverbrauches, weltweiten Zugang zu kostenlosen Empfängnisverhütungsmitteln zu ungewollter Schwangerschaft. Eine weiterhin wachsende Weltbevölkerung könnte alle weiteren Maßnahmen gegen den Welthunger wieder zunichte machen. Beenden wir den Hunger und bewahren wir den Frieden.

Wolfgang Heller | 05.02.2013 um 19:49 [Antworten]

Schön formuliert

Das liest sich ja alles sehr schön!
Doch würde es mich interessieren, in welche Gehaltsklasse sich Herr Ziegler befindet.
Ist es nicht immer schon so gewesen, dass revolutionäre und umstürzlerischen Ideen aus dem wohlhabenen Spektrum einer Gesellschaft kommen?
Da kommt bei mir das Gefühl auf, dass es in erster Linie um berufliches Eigeninteresse statt um Gemeinsinn geht.

An | 29.09.2013 um 17:33 [Antworten]

Ein wahrer Held

Jean Ziegler ist ein Held. Anders kann man ihn nicht beschreiben. Man kann ihn auf die gleiche Schiene stellen wie Martin Luther King oder Ghandi. Einer von wenigen, der hartnäckig versucht, unserer größtenteils selbstverliebten, oberflächlichen Gesellschaft, in der Facebook und das neuste Smartphone im Mittelpunkt stehen, die Augen zu öffenen.

Ich kann nur den Kopf schütteln, wenn ich die scharfe Kritik gegen Herrn Ziegler überall im Internet finde. Natürlich sind die ganzen großen Konzerne, diverse Politiker und Staaten nicht glücklich darüber, dass einer ihre Machenschaften aufdeckt. Als Gegenreaktion kommt es zu falsche Anschuldigungen, Verdrehungen von Tatsachen und Vorwürfen.Wieso auf Macht und Reichtum verzichten, wenn dabei nur einige Millionen arme Bauern draufgehen?

Und der liebe gute Bürger unterstützt weiter dieses kannibalistische System, indem er weiter ordentlich blliges Fleisch und Klamotten bei Primark, H&M und Zara kauft, obwohl er ganz genau weiß, dass wir nicht in einer Märchenwelt leben und die billigen Preise nicht von nirgendwo kommen.

Jaja, der afrikanische Kleinbürger hat doch selbst Schuld. Lieber alles totschweigen, als der traurigen Realität ins Auge blicken..

Dr. Helmut Strohmeier | 09.01.2014 um 10:02 [Antworten]

Wir lassen sie verhungern – Die Massenvernichtung in der Drit

Dieses Interview mit Jean Ziegler zeigt die ganze Brutalität und Rücksichtslosigkeit der kapitalistischen Wirtschaftsordnung auf. Die von ihm aufgezeigten Fakten sind aufgrund seiner internationalen Erfahrungen bedrückend und erdrückend. Aber sie sind nicht neu!
Wie lange noch wollen wir uns das verbrecherische Diktat der grossen Nahrungsmittelkonzerne gefallen lassen?


 

Die bpb in Social Media

Cover bpb:magazin 1/2013

bpb:magazin 1/2013

Alter(n) ist eines der Themen der neuen Ausgabe des bpb:magazins. Außerdem im Heft: Berichte, Interviews und Hintergrundinformationen zu den kommenden Bundestagswahlen, der Debatte um das Internet und das 50-jährige Jubiläum der bpb-Studienreisen nach Israel. Und wie immer: ein Überblick über bevorstehende Veranstaltungen, eine umfangreiche Backlist mit lieferbaren Publikationen und eine Auswahl unserer Multimedia-Angebote. Weiter...