Afrika

15.1.2007 | Von:

"Gleichzeitig in Afrika..."

Cercle Kapsiki, Douala (Kamerun)

CercleKapsiki_ScenographiesUrbaines1.jpgCercle Kapsiki: "Scénographies Urbaines", Douala (Kamerun), Foto: Cercle Kapsiki

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Blaise Bang, Salifou Lindou, Jules Wokam, Hervé Yamguen und Hervé Youmbi gründeten 1998 in Douala die Künstlergruppe "Cercle Kapsiki".

Sie überraschten eines Morgens die Passanten auf dem Boulevard de la Liberté, einer der Hauptverkehrsadern Doualas, mit der Installation "Hors Les Murs". Zwei Wochen lang hatten sie zusammen mit Straßenkindern Objekte gebaut und nachts auf einem etwa anderthalb Kilometer langen Stück des Boulevards aufgebaut. Die Objekte bezogen sich zum Teil auf die jeweiligen Plätze, an denen sie aufgestellt wurden. So wurde vor dem Gebäude der Oppositionszeitung "Le Messager", deren Erscheinen wiederholt von der Regierung verhindert wird, das Thema Zensur behandelt und ein unvollendetes Denkmal für den Fußballspieler Mbappe Lepe durch eine Figur ergänzt.

Gegen Mittag kamen Beamte des Bürgermeisteramtes und begannen die Installationen, die sie für subversiv erklärten, abzubauen und Objekte umzuwerfen. Bereits während des Aufbaus in der Nacht hatte die Polizei mehrmals versucht, die Aktion abzubrechen, obwohl die Künstler zuvor Genehmigungen der Behörde für innere Sicherheit und des Bürgermeisteramtes eingeholt hatten. Die Aktion wurde zunächst anonym präsentiert. Erst am folgenden Tag wurde ein Spruchband über die Straße gespannt: "Le Cercle Kapsiki et les Nanga Boko vous présent HORS LES MURS" Die verbliebenen Objekte wurden der Straße überlassen. Manche verschwanden gleich, andere blieben noch ein paar Wochen; wieder andere gingen eines Nachts in Flammen auf.

Neben ihrer individuellen Arbeit haben die Künstler von "Cercle Kapsiki" weitere gemeinsame Projekte realisiert, wie 2002 in Yaoundé "Dedans-Dehors" in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, und organisierten 2003 das Festival "Scénographie Urbaine" in New Bell einem einfachen, belebten Viertel Doualas, zu dem Künstler aus der Demokratischen Republik Kongo, Ägypten, dem Libanon und Frankreich eingeladen waren.


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