Meine Merkliste Geteilte Merkliste

Steuern

Steuern

S. sind Zwangsabgaben, die in Form laufender oder einmaliger Geldleistungen an die öffentlichen mit Finanzhoheit ausgestatteten Gebietskörperschaften (Bund, Länder, Interner Link: Gemeinden) von allen Steuerpflichtigen (natürlichen und Interner Link: Juristische Personen) zu entrichten sind. Zu unterscheiden sind direkte S. (z. B. Lohnsteuer) und indirekte S. (z. B. Mehrwertsteuer). Die S. dienen zur Deckung des Finanzbedarfs öffentlicher Interner Link: Haushalte, die ihrerseits öffentliche Leistungen erbringen (öffentliche Ordnung und Interner Link: Verwaltung, Sozialleistungen, äußere Sicherheit, Verkehr, Wohnungsbau, Wirtschaftsförderung, Bildung etc.); die Steuerpflichtigen haben jedoch aufgrund ihrer S.-Zahlungen keinen Anspruch auf spezielle (Gegen-)Leistungen.

Die finanzverwalterischen Aufgaben nehmen das Bundesministerium der Finanzen, die Finanzbehörden der Länder (oberste Bundesbehörden), die Oberfinanzdirektionen der Länder (mittlere Interner Link: Behörden) und die Finanzämter, Zollämter und Gemeinden (örtliche Behörden) wahr. Zu unterscheiden sind drei Steuerarten sowie Zölle (Interner Link: Zoll): a) Besitzsteuern (z. B. Einkommens-, Lohn-, Körperschafts-, Kirchensteuer), b) Verkehrssteuern (z. B. Mehrwert-, Kfz-, Lotterie-, Wechsel-, Umsatzsteuern), c) Verbrauchssteuern (z. B. auf Lebensmittel, Mineralöl, Tabak etc.). d) Zölle werden für Interner Link: Güter erhoben, die aus dem Ausland eingeführt werden (sofern keine Freihandels- oder speziellen Steuerabkommen geschlossen wurden).

Viele Steuerpflichtige sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Die Interner Link: Finanzverwaltungen sind an das Steuergeheimnis gebunden, d. h. dass Tatsachen, die aufgrund der Bearbeitung von Steuererklärungen zur Kenntnis gelangen, nicht an Dritte weitergegeben werden dürfen. Die S.-Politik ist ein zentrales Instrument staatlicher (Verteilungs- und Einkommens-)Politik; neben der Interner Link: Staatsverschuldung und der Erhebung von Interner Link: Sozialabgaben ist sie das wichtigste Instrument der Finanzpolitik des Interner Link: Staates.

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2020. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Siehe auch:

Fussnoten

Weitere Inhalte

Artikel

Steuern und Beiträge im internationalen Vergleich

Um dem grundgesetzlichen Postulat "Sozialstaat" gerecht zu werden, brauchen der Staat bzw. die Sozialversicherung unbestreitbar viel Geld. Sind die Abgabenquoten in Deutschland im internationalen…

Zahlen und Fakten

Steuern und Sozialbeiträge

Zu den wichtigsten Einnahmequellen der öffentlichen Haushalte gehören Steuern und Sozialabgaben. Bezogen auf 32 europäische Staaten war die Abgabenquote im Jahr 2017 in Frankreich am höchsten.

Deine tägliche Dosis Politik (dtdp)

Steuern für Krisenprofiteure?

Sollten Krisenprofiteure extra Steuern zahlen? Darüber wird gerade in Deutschland und Europa diskutiert. Ein Überblick.

Artikel

Deutsch-französische Wirtschaftspolitik

Deutschland und Frankreich verfolgen unterschiedliche Ansätze in der Wirtschaftspolitik insbesondere beim Haushalt. Was bedeutet das für die europäischen Partner und die bilateralen Beziehungen?

Was geht?
0,00 €

Das Heft über Geld und seine Verteilung in Deutschland

0,00 €
  • Pdf

Wie hat sich die Form von Geld entwickelt? Und was hat Geld mit Chancen und Teilhabe zu tun? Was ist ein Sozialstaat? In dieser Ausgabe dreht sich alles um Geld und wie es in Deutschland verteilt ist.

  • Pdf