Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen


Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie

Ob Schülerzeitung oder Ausstellung – die Initiative Schule der Vielfalt stärkt mit Ideen, Materialien und einem Schulnetzwerk das Engagement von Schulen gegen Homophobie.

Bunte KreidenFür eine Schule der Vielfalt (SKECCIO / bearbeitet / pixabay / LizenzCC0)

Die Initiative Schule der Vielfalt setzt sich dafür ein, dass an Schulen mehr gegen Homo- und Transphobie und mehr für die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensweisen getan wird. Das Projekt wurde 2008 von der lesbisch-schwulen-Schulaufklärung (SCHLAU) NRW und der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW ins Leben gerufen.

Der Grund für die Notwendigkeit dieses Engagements: Schätzungen zufolge seien fünf bis zehn Prozent aller Menschen lesbisch oder schwul. Gleichzeitig belegten Studien[1] jedoch, dass Schülerinnen und Schüler häufig eine negative Einstellung gegenüber homosexuellen Menschen hätten. Dies führe nicht nur zu Vorurteilen, sondern auch zu der Angst, selbst Opfer der Ausgrenzung zu werden. Schule der Vielfalt versucht deshalb, über das Thema zu informieren und für den Umgang mit Homosexualität zu sensibilisieren, etwa mithilfe von Projekttagen oder Workshops.

Ziele der Initiative sind unter anderem:
  • die Enttabuisierung von Homosexualität an Schulen
  • die Schaffung von mehr Akzeptanz unterschiedlicher Lebensweisen
  • als Netzwerk engagierter Partnerschulen öffentlich sichtbar sein
  • die Förderung und Entwicklung von neuen Konzepten für den Umgang "Homo- und Transphobie in der Schule"
  • die Aufnahme des Themas in Lehrpläne und -materialien
  • eine stärkere Berücksichtigung des Themas in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften
  • eine stärkere Unterstützung von Schulaufklärungssarbeit
Die Projekt-Website bietet Hintergrundinformationen, Fakten und eine Begriffsklärung zum Thema Homophobie, sowie Unterrichtsmaterialien, Informationen zum Netzwerk und zur Bewerbung als Partnerschule, einen Überblick über die Aktivitäten von Schule der Vielfalt (Workshops, Projekttage etc.) sowie Anregungen für mögliche Eigeninitiativen von Schülerinnen und Schüler bzw. Lehrerinnen und Lehrer (bspw. Ausstellungen, Umfragen, Schülerzeitungen oder Filmprojektes zum Thema, etc.). Außerdem finden Lehrende auf der Seite Statements von Schülerinnen und Schülern, die sich bei dem Projekt beteiligen, sowie Strategien für nachhaltiges Engagement.

Das SCHLAU-Netzwerk und Vertreterinnen und Vertreter von Schule der Vielfalt unterstützen bei der Kommunikation und Umsetzung des Projektes in Schule und Schulgemeinschaft. Gleichzeitig ist der Weg zur offiziellen Projektschule mit bestimmten Qualitätsstandards verbunden. Eines der sichtbaren Kriterien ist die Anbringung des Labels "Schule der Vielfalt" oder der Aufforderung "Come in – Wir sind offen®". Teil der Verpflichtungen sind beispielsweise regelmäßige Fortbildungen für Lehrende und Lernende sowie die Teilnahme an Vernetzungstreffen mit anderen Partnerschulen.


Link:
http://www.schule-der-vielfalt.de

Zielgruppe:
Lehrende, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Schulleitungen, Politikerinnen und Politiker

Art des Angebots:
Bundesweites Antidiskriminierungsprojekt, Netzwerk, Informationsplattform

Anbieter: Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule im RUBICON e.V., SCHLAU NRW, Rosa Strippe e.V. , Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein Westfalen

Fußnoten

1.
Schule der Vielfalt bezieht sich hier unter anderem auf zwei Studien des Münchener Meinungsforschungsinstituts iconkids & youth aus den Jahren 1998 und 2002. Die Studien sind jedoch erst ab dem Jahr 2008 einsehbar. Hier geht es zum Onlineauftritt des Instituts: https://www.iconkids.com
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