Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen

Dialog macht Schule: Vielfalt leben und Demokratie stärken

Begegnungen schaffen und demokratisches Bewusstsein fördern: Dialog macht Schule bringt Jugendliche miteinander ins Gespräch und ermöglicht direkte Partizipation im Unterricht.

Ein Dialogmoderator bei der Arbeit in einer Schulklasse.Ein Dialogmoderator bei der Arbeit in einer Schulklasse. © Dialog macht Schule

Schulen könnten Orte sein, an denen sich die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegelt. Doch oftmals sind Klassenverbände nur wenig divers zusammengesetzt. Genau hier setzt Dialog macht Schule mit einer Projektidee an, die Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten zur Begegnung bietet – unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft.

Das bundesweit angelegte Mentoringprogramm bildet Studierende verschiedener Fachrichtungen zu Dialogmoderatorinnen und Dialogmoderatoren aus. Ziel ist es, insbesondere auch sozial benachteiligte Jugendliche durch angeleitete Gesprächsrunden zusammen zu bringen und durch diese Diskussionen demokratische Handlungskompetenzen zu stärken und zu fördern.

 Als Mentorinnen und Mentoren politischer Bildung begleiten die Studierenden, meist mit eigener Einwanderungsgeschichte, Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse für einen Zeitraum von zwei Jahren. In sogenannten Dialoggruppen von maximal 15 Teilnehmenden treffen sie sich wöchentlich entweder im Rahmen freiwilliger AGs oder im Zuge des Politik- oder Ethikunterrichts und diskutieren offen, was sie interessiert, trennt und verbindet. Im Jahr 2015 erreichte Dialog macht Schule insgesamt 750 Schülerinnen und Schüler in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart.

Im Gespräch bleiben

Im Zusammenspiel von schulischer und außerschulischer Bildung werden die Jugendlichen nicht nur direkt angesprochen und in ihrer Lebenswelt abgeholt, sondern können die Begegnungen aktiv mit gestalten. Dabei werden die Heranwachsenden auch in ihren sozialen Kompetenzen sowie Methoden der Gesprächsführung geschult.

Die so vermittelte Fähigkeit zum Perspektivenwechsel gilt als eine Schlüsselkompetenz, um ein demokratisches Bewusstsein zu entwickeln und zu einem gelingenden Miteinander beitragen zu können. Die Diskussionsthemen der teilnehmenden Dialoggruppen drehen sich dabei um Fragen der Identität und Zugehörigkeit, Rassismus oder Menschenrechte und sollen bestenfalls in eigene Projekte an der jeweiligen Schule einfließen.

Ziele der Initiative sind unter anderem:
  • Jugendliche ab der 7. Klasse in ihrer Identitätsbildung unterstützen und demokratisches Handeln fördern
  • Gesellschaftliche und politische Teilhabe von Jugendlichen ermöglichen und stärken
  • Soziale Kompetenzen fördern, etwa Kommunikations-, Urteils-, Konflikt- und Konsensfähigkeit
  • Den Ort Schule öffnen und als einen partizipativen und dialogischen Raum gestalten
  • Interkulturelle Brücken zwischen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrenden bauen
  • Schulische und außerschulische Bildung verbinden

  • Dialog macht Schule wurde aus dem Modellprojekt „Jugend, Religion, Demokratie: Politische Bildung mit Jugendlichen in der Einwanderungsgesellschaft“ heraus entwickelt, das 2009 von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Robert Bosch Stiftung initiiert wurde. Die ehemaligen Dialogmoderatoren Siamak Ahmadi und Hassan Asfour gründeten 2013 das Sozialunternehmen Dialog macht Schule gGmbH. Neben dem festen Kernteam und den Projektleitungen der bisher fünf deutschlandweiten Standorte, wirken maßgeblich die Teams der Dialogmoderatorinnen und -moderatoren an der inhaltlichen und methodischen Weiterentwicklung und Ausbildung mit. Ein fachlich-wissenschaftlicher Beirat überprüft und evaluiert zudem das Projekt.
    Dialog macht Schule basiert auf einem sogenannten Social Franchise System und beruht - wie auch das kommerzielle Franchising - auf dem Verbreiten einer Idee durch Partnerschaften. Ein erfolgreiches soziales Projekt wird freien Trägern zur Verfügung gestellt um diesem sowohl zu Bekanntheit zu verhelfen als auch in weiteren Städten oder Gemeinden umzusetzen. Das soziale Franchising ist im Unterschied zur kommerziellen Variante nicht auf Gewinnen, sondern auf das Gemeinwohl ausgerichtet und erhebt keine Gebühren.

    Informationen zum Projekt und zur Ausbildung als Dialogmoderatorin oder -moderator gibt es in deutscher und englischer Sprache auf der Website des Projekts.


    Link: www.dialogmachtschule.de

    Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse, Studierende, Lehrende, Zivilgesellschaft, politische Bildnerinnen und Bildner

    
Standorte:
 Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Stuttgart

    Projektdauer:
 2 Jahre pro Projektdurchlauf

    Förderung:
 Bundeszentrale für politische Bildung, Robert Bosch Stiftung, Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Spenden

    Art des Angebots: Sozialunternehmen, Social-Franchise

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