Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen


Editorial: Zukunftsfähige Digitalisierung

Klima- und Umweltschutz gehören zu den drängendsten Fragen unserer Zeit. Gleichzeitig transformiert die Digitalisierung unsere Gesellschaft grundlegend. In welcher Beziehung stehen beide zueinander und wie kann Bildung für nachhaltige Entwicklung auch digital funktionieren?

Kleine grüne Pflänzchen wachsen aus einer Tastatur.Wie lassen sich Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Bildung zusammendenken? (© Public Domain, Beeki / Pixabay / bearbeitet / Lizenz)

Wann haben Sie ihr letztes Smartphone gekauft? War es ein Neu- oder Gebrauchtkauf? Und vor allem: Wie alt war das vorherige, und haben Sie sich vor der Anschaffung Gedanken über die Produktionsbedingungen des Gerätes gemacht?

Diese Fragen für sich selbst zu beantworten, kann ein erster Schritt sein, um zwei viel diskutierte Themen unserer Zeit zusammenzudenken: Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Um diese beiden gesellschaftlich, ökologisch und wirtschaftlich relevanten Komplexe und ihre Berührungspunkte zum Thema Bildung dreht sich dieser Schwerpunkt.

Der Klimawandel stellt unsere Art und Weise zu wirtschaften und damit auch unser Verhältnis zu den natürlichen Lebensgrundlagen grundlegend infrage: Bei den Fridays-for-Future-Demonstrationen gehen weltweit hunderttausende Schülerinnen und Schüler auf die Straße. Sie reklamieren für sich, um ihre Zukunft, für Generationengerechtigkeit und gegen klimapolitische Ignoranz zu kämpfen.

Gleichzeitig wächst die Zahl der vom Aussterben bedrohten Tierarten stetig, und die Erderwärmung wird als eine der zentralen Flucht- und Migrationsursachen der nächsten Jahre vorausgesagt. Ob Plastik in den Meeren oder CO2-Emmissionen durch (Flug-)Verkehr und Industrie – Klima- und Umweltthemen sind als vielschichtige und gesamtgesellschaftlich relevante Phänomene so präsent wie nie.

In welchem Verhältnis stehen digitale Technologien – also Hard- und Software – zu diesen Themen? Welche Chancen bietet die Digitalisierung, welche Potenziale nutzen staatliche Akteure, zivilgesellschaftliche Initiativen und Unternehmen, um das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben nachhaltiger und damit zukunftsfähig zu gestalten? Inwiefern steht die Digitalisierung in punkto Ressourcen- und Energieverbrauch den Zielen nachhaltiger Entwicklung auch im Weg?

Diese Fragen durchziehen alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens – von Mobilität über Konsum, von Arbeit über Landwirtschaft bis Gesundheit. Und sie sind wesentlicher Bestandteil nachhaltigkeitsorientierter Bildung: Denn damit Schülerinnen und Schüler verstehen, dass digitale Geräte wie das Smartphone aus wertvollen Rohstoffen hergestellt werden, dass ihr Verhalten im Netz immer auch mit Ressourcenverbrauch und Datenschutz zu tun hat und dass Online-Shopping nicht unbedingt zu einem nachhaltigerem Konsum beiträgt, braucht es Bildungskonzepte, die die Lernenden von heute darauf vorbereiten, unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu gestalten.

Im neuen Schwerpunkt schauen wir uns digitale umweltpolitische Bildungsangebote im Detail an – etwa das Spiel Keep cool, bei dem es um die spielerische Simulation globaler klimapolitischer Entscheidungen geht –, stellen Open Educational Resources zum Thema vor und arbeiten heraus, was eigentlich hinter dem großen Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung" der UNESCO steht. Dabei wird immer wieder die Frage im Mittelpunkt stehen, wann und wo es Berührungspunkte zwischen digitaler Bildung und Nachhaltigkeit gibt.


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