Bildung im digitalen Wandel


Mobil und vernetzt auf dem Land – Die Pampa-App

Wie kann Mobilität auf dem Land nachhaltig und digital ermöglicht werden? Die Pampa-App zeigt, wie partizipative Ansätze gelingen können.

Linke Männerhand mit Smartphone in der Hand, Mann sitzt im Auto vor Lenkrad, Zündschlüssel stecktMobilität und Vernetzung auf dem Land stärken - das ist die Idee der Pampa-App. (© Foto: Damir Kopezhanov Unsplash)

Eine kostenlose Mitfahr-App fürs Land, das bietet die Pampa-App. Sie verspricht Zeit, Geld und Emissionen einzusparen. Fahrten können von Privatpersonen angeboten und gesucht werden, es gibt eine Chatfunktion und eine Karte, in der die wichtigsten Orte in der Region verzeichnet sind. Die App ist kompatibel mit Android- und iOS-Betriebssystemen und wird bisher in einer Betaversion angeboten. Der Prototyp der App wurde innerhalb eines Jahres gemeinsam mit Anwohnerinnen und Anwohnern der Gemeinde Prötzel im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg und einem Team von Expertinnen und Experten entwickelt.

Dort ist die Pampa-App nun im Einsatz und wurde bislang etwa 500 Mal heruntergeladen. Das klingt erst einmal nicht viel – doch der Einfluss der App geht über die reinen Downloadzahlen hinaus. Deutschlandweit haben Gemeinden bereits Interesse bekundet, eine ähnliche App für Ihre Gemeinden zu konzipieren. Laut den Macherinnen und Machern der Pampa-App funktioniert es nicht, die vorhandene Plattform einfach um weitere Landkreise und Gemeinden zu erweitern. Stattdessen müssen spezifische regionale Besonderheiten bei der Entwicklung eines solchen Angebotes bedacht werden. Die Einbindung der lokalen Bevölkerung könne außerdem das Interesse steigern, eine solche App zu nutzen. Denn neben der Bereitstellung der App brauche es vor allem die Bereitschaft der Bevölkerung, die App aktiv zu nutzen und dort Fahrten anzubieten. Dafür sei Beteiligung ein wichtiger Schlüssel. Außerdem fordern die Macherinnen und Macher Raum dafür, eine solche App zu erklären und gerade für ältere Menschen Übungsangebote zur Verfügung zu stellen.

In Prötzel selbst soll sich die App neben Angeboten des ÖPNV als ein weiterer Bestandteil des Mobilitätskonzeptes der Dorfentwicklung etablieren. Eine gemeinsame Übersicht, wie beispielsweise eine Ansicht der Abfahrtszeiten des ÖPNV in der App, ist denkbar, konkrete Pläne gibt es dafür aber bisher noch nicht. Die Pampa-App wurde aus öffentlichen und privaten Fördermitteln entwickelt. Sie ist nun im Besitz der Gemeinde Prötzel und wird nicht-profitorientiert umgesetzt. Eine Weiterentwicklung und Anpassung der Funktionen sowie die Überarbeitung der Software wird angestrebt. Den Macherinnen und Machern ist es wichtig, dass es über die Frage der Mobilität hinaus um eine Form der Nachbarschaftshilfe und Vernetzung geht. So steht die Bezahlung nicht im Vordergrund. Die Mitnahme zum Arzt kann auch mit einer Packung frischer Eier entlohnt werden.

Link
https://www.pampa-mitfahren.de

Zielgruppe
Familien, Berufstätige, junge und ältere Menschen in Märkisch-Oderland.

Art des Angebots
App als Vernetzungsmöglichkeit für Mitfahrangebote und -gesuche

Inhalt
Mitfahr-App

Orte
Gemeinde Prötzel, Märkisch-Oderland, Brandenburg

Finanzierung
Spenden und Querfinanzierung über Kooperationspartner, darunter das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Volkswagen, Vodafone Stiftung Deutschland u.a.

Anbieter und Form
Projektinitiator: Amt Barnim-Oderbruch – Gemeinde Prötzel Realisierung und Konzeption der App: Innovationsdesign-Netzwerk "Raum für Zukunft"

Creative Commons License

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