Fachziel der Unterrichtsstunde
Die Schülerinnen und Schüler benennen die fünf Wahlgrundsätze für Wahlen in Deutschland, erläutern deren jeweilige Bedeutung und vergleichen sie mit Ablauf und Regeln der schulinternen Wahl der Klassensprecher und Klassensprecherinnen.
Lernchancen für duale Unterrichtsplanung (individuelle Entwicklungsziele)
Da für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf die Perspektive der individuellen Entwicklungsförderung im Unterricht mitgedacht bzw. anteilig realisiert werden sollte (vgl. Jöhnck 2026, 33), bieten sich auch im Zuge dieser Unterrichtsstunde Möglichkeiten von entwicklungsorientierten Zielen, die aus der Lern- und Entwicklungsplanung von Schülerinnen und Schülern abgeleitet sind und die die Auseinandersetzung mit dem fachlichen Inhalt ergänzen, unterstützen oder diese erst ermöglichen.
Beispiele dafür wären:
Kognition
Gedächtnis
--> Reproduktives DenkenLernstrategien
--> Kooperationsfähigkeit in Partner-/Gruppenarbeit
--> Wissensnutzung und TransferfähigkeitBegriffsbildung
--> Vergleichen, Gliedern, Ordnen
--> Erkennen von Gesetzmäßigkeiten
Kommunikation
Verbale Kommunikation
--> Sprechen in Lernsituationen
--> PräsentierenKommunikationsstrategien
--> Nutzung von Fachvokabular
Sozialisation
Gemeinschaftsleben
--> Erkennen, Erleben, Reflektieren von Regeln in der Gemeinschaft
--> Wahrnehmung von Rechten und Pflichten
(vgl. Mersch, Scholz, Storcks-Kemming 2023, S. 58f.)
Kompetenzerwartungen der Unterrichtsstunde (fachbezogen)
Die Schülerinnen und Schüler
kennen und benennen den Ablauf der Wahl ihrer Klassensprecherinnen und Klassensprecher,
erläutern in eigenen Worten Regeln, die mit dieser Wahl einhergehen,
tragen Assoziationen zum Begriff „Grundsatz“ zusammen,
nutzen digitale Medien (z.B. Klassen-iPads) zur Teilnahme an digitalen Quiz- und Sammlungs-Tools,
gelangen durch freie Recherche zum Zielbegriff „Regel“,
wenden die Bedeutung von Regeln auf den Bereich „Gemeinschaft, Demokratie, Wahlen“ (vgl. Unterrichtseinheiten 1-3) an,
gelangen durch geleitete Recherche (Themenheft / Lexikon einfach Politik) zu Wissen über die fünf Wahlgrundsätze,
sichern ihr ermitteltes Wissen durch Abgleich im Unterrichtsgespräch und Dokumentation der Ergebnisse in der Info-Box, (Wort-/Bildspeicher)
vergleichen die fünf Wahlgrundsätze mit dem Ablauf ihrer etablierten klasseninternen Wahl.
Methodisch-Didaktischer Kommentar
Die Auswahl der Methode der geleiteten Recherche mit Hilfe digitaler Medien knüpft an altersadäquate Möglichkeiten der Beschaffung, Sichtung und Sicherung von Informationen an.
Im Gegensatz zum – häufig unstrukturierten wie randomisierten – Rechercheverhalten von Schülerinnen und Schülern der abgebildeten Altersgruppe soll hier ein Ansatz zur Recherche innerhalb verlässlicher Quellen gelten, der anschlussfähig für weitere Unterrichtsreihen sein kann (z.B. Desinformation, Pro-paganda im Netz, Hatespeech etc.).
Die in der dargestellten Stunde eingesetzte Methode des „Brainstormings“ / Sammlung spontaner Assoziationen ohne Bewertung in einem kollaborativen Setting gibt, wie in dem Artikel "Zur Relevanz des Themas" bereits ausgeführt, wertvolle Hinweise auf Dimensionen der planvollen Elementarisierung des Unterrichts (Vorwissen, Vorerfahrungen etc.).
Der Einsatz von Quiz-Tools begünstigt auf spielerische und motivierende Weise die kognitive wie inhaltliche Aktivierung von Wissensbeständen vorangegangener Unterrichtseinheiten.
Differenzierung
Das gemeinsame Lernen einer sehr heterogenen Schülerinnen- und Schülerschaft erfordert ggf. weitere Maßnahmen der Differenzierung auf unterschiedlichen Ebenen:
Grad der Lehrkräftezuwendung in eigenständigen Arbeitsphasen,
Darbietung von Visualisierungen in Bildern/Symbolen,
Nutzung von Hörangeboten (Sprachausgabefunktionen, AnyBookReader),
Thematische Anpassung/Gestaltung von Oberflächen bei Talkern mit komplexer Sprachausgabe (z.B. Metatalk o.Ä.),
Einsatz weiterer Mittel der unterstützenden Kommunikation (Gebärden),
Verwendung leichter Sprache (Übersetzungs-Tools, z.B. FOBIZZ).
Zur Planung von Maßnahmen zur Differenzierung und Individualisierung kann unter Berücksichtigung der individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler das präventiv orientierte Modell schulischen Lernens von Wember (vgl. Wember 2013, S.380-388) einen wertvollen Ansatzpunkt bieten, um Kompetenerwartungen der Lernenden innerhalb unterschiedlicher Lernstufen einzuordnen und daraus entsprechende Maßnahmen abzuleiten.
Exemplarische Verlaufsplanung
Eine exemplarische Planung des Verlaufs der Unterrichtseinheit finden Sie in dem folgenden PDF Dokument (zum Herunterladen):