Inhaltsbeschreibung
Die Europäische Union blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Angesichts politischer Entwicklungen und Konflikte ringt sie gegenwärtig um ihr Selbstverständnis und ihre Rolle im Kreis globaler Akteure, und auch in Zukunft wird sie, etwa aufgrund der Erderhitzung, weltweiter Migration und dem absehbar weiteren Erstarken autoritärer Kräfte, vor Herausforderungen stehen. Wilfried Loths faktenreiche Darstellung beginnt 1948. Im Schatten des Zweiten Weltkriegs mussten einstige Gegner Misstrauen vor allem gegenüber den Deutschen überwinden, die nationalen Volkswirtschaften reformieren und politisch gemeinsam einen Platz zwischen den Großmächten USA und UdSSR finden.
Loth zeichnet die Etappen der Einigung und Erweiterung Europas anhand ihrer Hürden, Rückschläge und Erfolge nach und lässt so die vielfachen, wechselnden Problemlagen und die Beweggründe der Akteure auf der europäischen Bühne sichtbar werden. Wie kam es, ausgehend von den Anfängen wenig integrationskräftiger Verträge, zur Wirtschafts- und Währungsunion? Wie ging die Europäische Gemeinschaft mit der deutschen Wiedervereinigung um? Wie entstanden die großen Vertragswerke von Rom, Brüssel, Den Haag, Maastricht, Amsterdam, Nizza und Lissabon? Wie gelang die Integration der Mitgliedstaaten der Union? Loth erläutert zudem die politischen Folgen sozioökonomischer Verwerfungen wie der Euro-Krise sowie populistisch instrumentalisierter nationaler Eigeninteressen, allen voran der Austritt Großbritanniens aus der EU. Schließlich wirft er ein Schlaglicht auf die Folgen der Corona-Pandemie und die Bedrohungen der Demokratie in den derzeit 27 Staaten der Union.